Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Friedrich August, König v. Sachsen, in Dresden v. <Anfang> 3.1844 (Blankenburg)


F. an Friedrich August, König v. Sachsen, in Dresden v. <Anfang> 3.1844 (Blankenburg)
(BlM F 10, Bl 66-67, hier: 67R-66R, undat. Entwurf 2 Bl 8° 3 S. mit Adressatangabe. Datierung gemäß Briefdiktion, F.A. die „Mutter- und Koselieder“ vorzulegen, die Ende Febr. 1844 erschienen sind.)

[67R]
Majestät

Ew Majestät hatten die AllerHöchste Huld u Gnade
die tiefste dem ehrfurchtsvoll Unterzeichnet[en] auf seine
Aller Unterthänigste Bitte durch Allerhöchst daran Hoch<interessirt>
allerhöchst an der Gründung einer
Muster-Anstalt nicht nur zur zweckm[ä]ß[ige]n
Pflege der noch nicht schulfähigen Kinder sondern g[an]z besonders auch zur
Bildung von Kinderpflegern
dieses Alters jeder Art - <Hoch Gleich> Darlegung Antheil
zu
durch allerhöchst ihre Huldvollst u gnädigst zur die Ausführung
einer Anstalt für Pflege der KindheitKinder bis zum schulfähigen
Alter unter dem Namen deutscher Kindergarten u gnädigst
<verbunden> zu unterstützen antworten zu lassen.
Bei Gründung einer Anstalt
außerhalb Sachsens nicht die <Erste> mitzu<kommen>
Sich indessen für die Zukunft weitere <Ernstliche>
gnädigst vorbehalten [.] /
[67V]
Da das Unternehmen sich besonders <beachtet>
war Da nach allen vorliegenden Erfahrungen es Forderung
aller Anstalten zur Pflege des frühesten Kindheitlebens
ist <während> schaffende Thätigkeit mit religiösem
Sinn u denkendem achtsamen Leben zu einigen nach der
Forderung altdeutsche <Rechte> Bete u arbeite
und durch edle die christl[iche] Forderung Jesu so denkende Beachtung
der Natur des Lebens mit frommem Gemüth zu
einigen, so macht setzt es sich der deutsche Kindergarten
als Musteranstalt für Kinderpflege wie als
Anstalt zur Bildung von Kinderwärtern zur
Aufgabe diese Ziel[e] zu erreichen;* da nun
dieses Streben auch das jenige ist dem Ew
Königl Majestät Ihre Aller gnädigste Mitwirkung
Ihre Beachtung u Pflege allergnädigst so gerne angedeihen
lassen, da seit den Jahren der
Gründung auch aus dem Königreich Sachsen mehrere Forderungen
Antheil an dem G[an]zen nehmen, da es ein rein christl[iches]
Unternehmen ist welches in allen Bekennern Christi
den einigen tieferzeugenden christl[ichen] Sinn wecken, und zur
Darlebung desselben sie stärken u befähigen soll
so erlaubt sich der Allerunterthänigst Unterz[eichnete] /
[66R]
Gestützt in Rückbeziehung auf dieß höchste königl[iche] Wort Ew
Majestät wagt er der Allerunterthänigst
unterzeichnete Ew Majestät in Allerhöchster
Ehrfurcht <sein> jüngstes Buch ehrerbietigst zu
Füßen zu legen welches jene thätig schaffend welches
<sich einig> sind u betend frommes Leben schon
früh in dem Kindlein wecken u pflegen soll*
*und somit ein Ausdruck des Geistes ist welchen
das Buch dazu [sc.: da zu] erreichen strebt *
** also vergleichen, sittlich[e] Arbeit <seines hohen> Handelns
zu einen [**]
Möchten es Allerhöchst dasselbe huldvollst
annehmen und zugl [eich]
zur prüfung dieses Sinnes als dasjenige <dem>
zu pflegen uns vor allen Volk wir Aller[-]
gnädigst anzunehmen geruhen [.]