Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Karl Ludwig Wild in Keilhau v. 22.3.1844 (Blankenburg)


F. an Karl Ludwig Wild in Keilhau v. 22.3.1844 (Blankenburg)
(BN 694, Bl 1-2, Brieforiginal 1 B 8° 1 S.+Adr.)

Blankenburg am 22 März 1844.

Mein lieber Karl.

Du wirst einsehen, daß es bei diesem Wetter ganz
unmöglich ist mein Versprechen zu erfüllen und heut
nach Keilhau zu kommen. Nun glaube ich zwar nicht
daß Du morgen von Keilhau abreisest dennoch aber,
um mir Lebenswichtiges nicht zu versäumen sende ich
Dir das versprochene Buch durch einen Bothen, sieh ob es
möglich ist demselben durch Deine liebe Mutter, welche
ich auf das achtungsvollste grüße, Freunde zu ver-
schaffen welche es ganz als Eigenthum willkommen heißen.
Ein Wort von Dir, und die Dir ausgesprochenen Wünsche
sollen sogleich befriedigt werden. Reisest Du nach Wit-
tenberg ehe ich nach Jena komme und Du willst Dich damit
tragen, so glaube ich wohl, daß Du in der und durch die
Familie Lommatzsch in Wittenberg dem Buche dort Freunde
gewinnen könntest. Zur allgemeinen Verbreitung
lege ich einige Titel bey welche zugleich die Preise enthalten.
Sei so gütig das kleine Büchelchen zum Andenken unserer
jüngsten Mittheilung von mir anzunehmen. Wirst Du es
einmal lesen, so werden Dir, Mittheilungen u Buch verglichen
jedes um so wichtiger erscheinen. Die 3e Spielgabe hatte
ich Dir zu geben vergessen, sie folgt beikommend.- Das
Höchste und Heiligste wornach der Mensch jetzt streben kann, ist -
Erzieher zu werden. In Liebe und Treue D. Fr. Fr.
Mit Dank liegt die Quittung für Deine Mutter bei.
[1R/2V]
[leer]
[2R]
Herrn Karl Wild[,] Stud: phils.
gegenwärtig
    in
Keilhau
Nebst
einem Kästchen
und einem Buche
beides versiegelt.     frei.