Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an < ? > ["Geehrtester Herr"; "Sie"-Anrede] in der Schweiz, v. zw. 9.6.1844 u. 22.6.1844 (<Frankfurt/M.>)


F. an < ? > ["Geehrtester Herr"; "Sie"-Anrede] in der Schweiz, v. zw. 9.6.1844 u. 22.6.1844 (<Frankfurt/M.>)
(BN 707a, Bl 100) (undatierter Entwurf)
(Adressat wird aus der Schweiz nach Keilhau reisen.)
(Dat.: Briefliste Nr.1235 dat. "1844/1845".
F. befindet sich sicher nicht in Keilhau; Schlußabsatz auf 100R deutet darauf hin, daß sich F. in Frankfurt/M. oder Süddeutschland befindet, dann wäre der Brief 1844/1845 geschrieben, denn F. ist ab Juni 1844 in Frankfurt/M. und später in Süddeutschland, ab Ende 1844 bis Ende Januar 1845 wieder in Frankfurt/M.-
Da der Adressat im Frühjahr reist, kommen nur Juni 1844 u. Januar 1845 in Frage.)
Auf 100V wird auf Nachwuchs angespielt, es kommt nur Mathilde Marie Barop, geb. am 5.6.1844 [Mittwoch] in Frage.
Der Brief ist spätestens an einem Samstag nach einem vorherigen Samstag geschrieben, an dem F. bereits Post aus Keilhau erhalten hat, die auch die Nachricht der Geburt beinhaltete. Fraglich ist, ob F. die Post schon zum Samstag, den 8.6.1844 bekommen hat oder erst zum 15.6.- Der Brief ist in Abhängigkeit vom Postweg spätestens einen Samstag nach dem zweiten Samstag nach der Geburt geschrieben, frühestens am Sonntag nach dem Samstag nach der Geburt.- Das Ende des kalendarischen Frühlings spricht für eine Frühdatierung.)

[100]
Geehrtester Herr

Schon am verflossenen Sonnabend
wollte ich Ihnen noch einen <Brief>
vom letzten Posten aus Keilhau
erhalten[er] Briefe schreiben, daß
man mir von dort aus schreibt
daß, da man nun mit Bestimmt-
heit von Ihrer Überkunft
in Keilhau unterrichtet
sey u so die weiteren Einrichtungen
deßhalb treffen könne. Ihre
Abreise aus der Schweiz ohne <Krankheit kann das Ganze> nicht
auf 8 oder 14 Tage <früher> statt oder
später finden kann; ja das es viel[-]
leicht Ihnen wie dem dortigen
Ganzen zusagen könnte wenn sich Ihre
Reise um so viel hinausschöbe
da dort durch eine Familien
Vermehrung der führenden
Familie die Sorgfalt der
Hausfrau für das Ganze et[-]
was beengt ist. Da so vielleicht Ihnen der Frühling um so schön[er] auf Ihrer Reise begegnet so ist es mir lieb.
Ich schob es auf Ihnen <vorigen>
Sonnabend dieß zu schreiben
hoffend Ihnen mit der heutigen
Post zugl. einiges für Keilhau
übersenden zu können, doch
Ihnen diese[n] klein[en] Aufschub <melden> zu
können, /
[100R]
wollte es sich da mehrere
Glieder des hiesigen Kreises [, die]
dabey interessirt sind
sich bis heute noch nicht
beendigen lassen. Ich beeile
mich nun Ihnen dieß zu
melden u Ihnen anzuzeigen
daß ich Ihnen Sie möglichst
bald alles zur [sc.: zu] Ihrer Abreise
nöthige von hier erhalten
sollen.
Von Fr[an]kfurth nach
Gotha sind sich [sc.: es] 26 Meilen
welche die Eilpost ohngef.
in soviel Stunden zurücklegt[.]
Doch geht auch von Frth.
nach Gotha eine gut ei[n]ge[-]
richtete der Post welche
nur etwas langsamer
geht. Nach Gotha werde
ich Ihnen zu Ihrer <weiteren>
Reise nach Keilhau be-
sondere Briefe überschicken[.]