Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Friederike Schmidt in Gera v. <Mitte/Ende 1844>(Keilhau)


F. an Friederike Schmidt in Gera v. <Mitte/Ende 1844>(Keilhau)
(BlM XIV,72,235. Undatierter Entwurf auf Zettel, nur Vorderseite beschr.)

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Verehrteste liebe Muhme

Sie haben Ihren gütigen freundl mir d[urc]h unsern lieben <Arnsfeld> zugesandten freundl
Zeilen eine Beilage hinzugefügt für welche auf mich in Rückbeziehung auf
meine Bestrebungen zuförderst Ihnen mein als ein wunderbarer Beweis
Ihrer lebensvollen Theilnahme an meinen ErziehungsBestrebungen auf das mit dem <angzten> [sc.: angezeigten]
dankbar Danken ver erfüllt; jedoch macht mir dieselbe auch zugleich die empf Ver[-]
meidung einer mögl Trennung zur Pflicht. Die löbl. Buchhandlung Ihrer Erziehungsanstalt
welche schreibt meldet mir, daß Sie ihr zum gef geneigten förderl Gebrauch bey fremden
Besuchen rc übersandte Expl der Koselieder meiner Anstalt
zu gute geschrieben habe. Indem nun so eine doppelte Vergütigung eintreten könnte
ich auch wünsche, daß jenes Exempl stets Ihrer Erziehungsanstalt zunutze stehe und
zur Verfüg[un]g bleiben möge; so liegt ist
offen als unbezweifelte Schuldigkeit <nahe> Ihnen verehrteste
liebe Muhme für Ihr die begesandte Weise
Weise [2x] überdies den Werth des Gegenstandes
übersteigende gütige Vergütung
Ihnen ein eigenthüml. Exempl. zuzusenden, welcher Pflicht ich durch
die Beilage entgegen komme. Es wird sich Ihnen im großen Kreise Ihrer
Familie u im noch größern Ihrer Bekanntschaft gewiß einmal eine günstige Gel[egenhei]t
zeigen davon als Geschenk Gebrauch zu machen. Um jedoch einigermaßen das
zu Gebrauch dem Empfänger entsprechend zu machen lege ich noch die so eben erschienen[en] Balllieder
bei. Eine Mutter welche selbst singt oder einen erziehenden
Gesangslehrer zur Seite hat kann dad[urc]h ihren lieben 2, 3 bis 8, 9jährigen Kindern
in u d[urc]h d Ball ein sehr liebes Geschenk machen u ich zweifle nicht daß sich Ihnen in
Ihrem reichen blüthenreichen Lebenskreise auch dazu günstige Gelegenheit zeigen wird. Eine
Reihe[n]folge von 2 mal 3 Bällen blau, gelb, roth u ihren Zwischenf[arben] grün, goldgelb, veilchenblau
stellt läßt sich ja zur Freude der Kleinen leicht darstellen. Ich bitte Sie verehrte
Muhme sehen Sie diese Zusendung
an als das was Ssie ist, als schuldige[n] Lebens ausgleich u
gedenken Sie derselben nicht weiter, wozu sie zu gering ist.
Wäre es mögl, daß Sie mich mit [bricht ab]/