Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Hermann v. Leonhardi in Heidelberg v.12.7.1844 (Darmstadt)


F. an Hermann v. Leonhardi in Heidelberg v.12.7.1844 (Darmstadt)
(Brieforiginal nicht überliefert, Teiledition eines Abschnitts bei
Hanschmann 1874, 330, ohne Briefanfang und –schluß; Datierung bei
Hanschmann im Kontext. Hier Text im Format der Edition.)

Auch hier mache ich, l. Leonhardi, wieder
dieselbe Erfahrung, welche mir schon in Karlsruhe kam, daß Deine treue Wirk-
samkeit für die Sache der Kindheit vor einigen Jahren für mein jetziges
Wirken vorarbeitend und wahrhaft begründend war, obgleich davon äußerlich
nichts mehr sichtbar schien, sondern eben wie ein echter Grund in der unsicht-
baren Tiefe lag; denn auch hier erwähnte mir heut der Herr Oberstlieutenant
Fresenius, wie schon durch Deine lebenvollen Mittheilungen der Gedanke
geweckt worden sei, welcher jetzt in Ausführung kommt, wie man aber dort-
mals noch nicht habe fliegen können. Lies in dieser Mittheilung den Dank,
der in mir lebt, indem ich Dir dieß niederschreibe. Versprochener Maßen
will ich Dir nun sogleich mittheilen, wie die Sachen hier stehen. 1. Ist es
bestimmt, daß, wenn die Person selbst darein einwilligt, von Blankenburg eine
Kindergärtnerin hierher kommt, um hier nicht nur die von mir angebahnte
Kinderführungsweise ein-, sondern sie auch durch- und fortzuführen.
2. Die Bedingungen sind sehr annehmbar. 3. Damit aber die Sache gleich
von vorn herein gut eingeleitet und begründet werde, so werde ich persönlich
nicht nur die Person hier einführen, sondern während einiger Wochen ihr hier
noch berathend, belehrend und fortbildend zur Seite stehen. 4. Auch dafür
soll angemessener Ehrensold mir werden; doch soll ich ihn bestimmen und weiß
noch nicht, wie hoch, ohne mir und ohne der Sache, d. h. zunächst der Anstalt
wehe zu thun. 5. Ist es möglich, so soll die Einführung, d. h. der Eintritt
der Kindergärtnerin – bis 1. August geschehen. 6. Mit ihr kommen sogleich
die nöthigen Beschäftigungsmittel.