Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Julius Fölsing in Darmstadt v. 26.7.1844 (Frankfurt am Main)


F. an Julius Fölsing in Darmstadt v. 26.7.1844 (Frankfurt am Main)
(BN 427, Bl 1-2, Brieforiginal 1 B 8° 1 S.+ Adresse)

[1]
Frankfurt a/m, in der Wohnung d. H. Schneider am 26 Jul.* 44

        Lieber Herr Fölsing
        Hochgeschätzter Freund.

So eben bekomme ich Nachricht aus meinem Keilhau,
daß die dem verehrlichen Frauenvereine und dessen hoch-
achtbaren Vorstande vorgeschlagene Ida Seele den ihr
gemachten vertrauensvollen Antrag als erziehende
Kinderführerin in der Kinderbewahranstalt zu Darmstadt
freudig und aus freier Selbstbestimmung angenommen hat; Zuerst
freue ich mich selbst Ihnen dieß melden zu können und ich er-
suche Sie freundschaftlichst die Nachricht vorläufig einstweilen
vor allem d.H. Obristlieutenant Fresenius auszusprechen,
und ihm zugleich meinen hochachtungsvollen Gruß zu bringen[.]
Demnächstens hoffte ich das Weitere mündlich zu erörtern
zuvorderst konnte ich nur aussprechen, daß Ida Seele
zum 1en August, wozu ich Hoffnung gemacht habe, noch nicht
eintreffen könne, doch aber ganz gewiß in der ersten
Hälfte vielleicht schon in der ersten Woche des genannten
Monats.
Nun, mein theurer Freund! wie steht es in Ihrem lieben
gütigen Haus, ist zu der liebenden Zwei die noch inniger ver-
knüpfende Drei gekommen?- Und ist alles gesund und wohl
Mutter u Kindlein?- oder ist das Gemüth noch freudig ban-
ger Erwartungen voll?- Wie steht es, darf ich wenn
ich in den nächsten Tagen und spätestens Montags Mittags
nach Darmstadt komme, darf ich dann noch nach Ihrer freund-
lichen Einladung** bei Ihnen einsprechen?- Wenn es die Um-
stände gestatten, so wollen wir dann bis zur Ankunft
Ida's uns recht fleißig mit den nöthigen Vorarbeiten be-
schäftigen. Wenn ich auch fragte, so kann ich doch keine Antwort
erwarten indem ich möchte noch früher zu Ihnen kommen wenn es
angeht; doch bitte ich mich nicht eher als eben Mondtags Mittags
bestimmt zu erwarten. Vorläufig also blos Ihnen und Ihrem
seltenen Weibe die theilnehmensten Grüße von Ihrem
herzlich ergebenen Friedrich Fröbel /
[2R]
Sr Wohlgeboren
J. Fölsing,
[Lehrer an] der Garnisonschule,
Darmstadt
in Gebäude der Garnisonschule
vor dem Jägerthore.

[Zwei kommentierende Notizen des Adressaten Julius Fölsing:]
* (Geburtstag meines Johann) J.F.
** (Vermittlung durch Middendorff beim ersten Besuch)