Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Ida Seele in Darmstadt v. 25.10.1844 (Heidelberg)


F. an Ida Seele in Darmstadt v. 25.10.1844 (Heidelberg)
(BN 651, Bl 10-11, Brieforiginal 1 B 8° 1 ½ S. + Adresse, ed. KG 1888, 25)

Heidelberg im Hause des Herrn Dr v. Leonhardi, am 25en Oktbr 44.
Montags Nachmittags.

        Liebe Ida.

Heut Vormittags habe ich mir erlaubt von hier eine Kiste für
mich unter Ihrer Adresse von hier abgehen zu lassen. Ich bitte
Sie so gefällig zu seyn solche einstweilen wie schon früher in
Empfang zu nehmen und die deßhalb nötige Fracht gütig aus[-]
zulegen um Ihnen solche, mit der Ihnen noch von früher schuldigen,
bei meiner Rückkehr nach Darmstadt dankbar wieder zu erstatten.
Die Kiste lassen Sie gefälligst einstweilen in das bekannte
Kämmerchen stellen.-
Morgen vormittags denke ich von hier nach Osthofen zu gehen;
Mittwochs, vielleicht auch noch Donnerstags werde ich ohne Zweifel
daselbst verweilen; hoffe aber mit großer Bestimmtheit Freitags,
höchstens Sonnabends nach Darmstadt mit der gewöhnlichen Omnibus
Fahrt zurück zu kehren; indem ich Willens bin von Worms aus über
Benzheim, um nochmals den Lehrer Herrn Lippert daselbst zu sprechen,
den Weg nach Darmstadt zu nehmen.
Von meiner jetzigen Wirksamkeit hier in Heidelberg nur so viel,
daß hier die bestimmtesten Schritte zur Ausführung eines wahren Kinder[-]
gartens für gebildete Stände geschehen sind; ja daß die Sache schon so weit
gediehen, daß ich schon 2 Sonntage hin[ter]einander einen recht lieblichen Kindergarten geleitet habe welcher zunächst Nachmittags
von 2-4 
Uhr jeden Sonntag in der Wohnung des künftigen Führers desselben, sich
versammeln wird um so bis in einigen Monaten ein angemessenes
Local bezogen werden kann, jetzt schon für die Sache zu thun, was mögl[ich] ist.
Theilen Sie den Inhalt dieses Briefes gefälligst unserm lieben theilnehmenden /
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und thätigen Fölsing nebst meinen herzlichsten Gruß an ihn und
seiner so gemüthvollen lieben Frau mit. Auch Fräulein Gretchen bitte
ich zu grüßen; so wie nicht minder Fräul[ein] Bögel.
Mit der aufrichtigsten Gesinnung bleibenden Wohlwollens
grüße auch ich Sie herzlich
Friedrich Fröbel /
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[leer] /
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Der
Fräulein Ida Seele,
Kinderführerin in der Kleinkinder-
schule
       zu
       Darmstadt
Vor dem OberJägerthor.
frei.