Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Julius Fölsing in Darmstadt v. 13.11.1844 (Frankfurt am Main)


F. an Julius Fölsing in Darmstadt v. 13.11.1844 (Frankfurt am Main)
(BN 427, Bl 7-8, Brieforiginal 1 B 8° 2 S. + Adresse)

Frankfurt a/m am 13' Novbr 1844.

Lieber Herr Fölsing.

Vor allem wünsche ich, daß dieser Brief Ihre liebe, wak-
kere Frau wieder ganz hergestellt finden möge. Freuen würde
ich mich gar sehr, wenn ich bald hören könnte, daß meine Wünsche
für gänzliche Herstellung völlig erfüllt sind; doch erlauben Sie
mir zu meinen herzlichem Wunsche auch die warme Bitte hinzu[-]
fügen zu dürfen: - Lassen sie [sc.: Sie] Ihre liebe Frau sich ja schonen, so
unermüdlich sie häuslich und mütterlich thätig und sorgsam sie
ist, so ist sie doch im ganzen nur eine zarte Frau, welche kör-
perlich der Sorgfalt sehr bedarf.
Gleich als ich aus Ihrer Wohnung getreten war, wo ich so lange
Zeit so viele Beweise wahrer Freundschaft genossen habe
fiel es mir gar schwer auf das Herz, daß ich nicht einmal
so warm und lebenvoll als ich ihn mir trug, Ihnen beider[-]
seits, ja Ihrem ganzen Hause Ihrer werthen Fr. Schwieger[-]
mutter wie Ihr[em] lieben gütigen Frl Schwägerin meinen Dank
für all das empfangene Gute mit Worten ausgesprochen
habe; was werden Sie deßhalb von mir gedacht haben?-
Allein ich kann Sie versichern, daß während der ganzen, beson-
ders der jüngsten Zeit meines Aufenthaltes bei Ihnen, das
Bewußtseyn meiner Dankschuldigkeit gegen Sie alle bleibend
in mir gelebt hat und ich bitte Sie nur mir Gelegenheit zu
geben dieselbe erfüllen zu können.
Aber indem ich von Schuld für Empfangenes rede komme ich schon
wieder mit einer Bitte zu Ihnen. Sind Sie so gütig gewe-
sen bei dem Spediteur Reh vor dem Mainthore meine Ad-
resse zu den beiden Frachtstücken den beiden Kisten
abzugeben und ihn zu bitten mir solche mit der allerersten
Gelegenheit zu überschicken?- Sollten Sie bis jetzt noch nicht /
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dort gewesen seyn, so bitte ich die beiliegende Aderesse durch ihre [sc.: Ihre] Lauf[-]
frau gefälligst dahin abgeben zu lassen. Da ich aber eigentlich nicht
zweifle, daß Ihre Güte es besorgt hat, so bitte ich doch bei einem
Ihrer allernächsten Spaziergänge durch den Herrengarten hindurch
zu Herrn Reh zu gehen und bei demselben anzufragen ob die Sache
wirklich abgegangen sey und - wenn es noch nicht geschehen ihn doch
zu bitten es in der nächsten Zeit u mit der allerersten Gelegenheit
es zu thun, weil ich hier darauf warte.
Die beiliegenden Zeilen bitte ich an Ida nebst meinen Gruß abzu[-]
geben; Eben so bitte ich die Freunde Schlapp und <Scheffenit>
von mir zu grüßen,, auch den Herrn G. <Priv.> Rück; dem
Herrn <Frigadier [sc.: Brigadier]> Ritzner oder Ritzhaupt, wie den Herrn
Dr Zimmermann bitte ich mich gelegentlich hochachtungsvoll zu
empfehlen.
Mit nochmaliger Wiederholung meiner besten
Wünsche für das Wohl aller Ihrer Lieben, für <Nette>
und dem lieben Töchterlein sage ich Ihnen herzlich lebe
wohl als
Ihr
      wahrer Freund
      Friedrich Fröbel
Die schuldigen Hefte denke ich morgen abzuschicken.

Sagen Sie gefälligst der Ida, daß ich Frl. Roos nicht getroffen
indem sie, wegen des Todes ihrer Schwester, die auch sie jung
und unerwartet verloren eben zu Haus gewesen sey. /
[8]
[leer] /
[8R]
Sr Wohlgeboren
Herrn J. Fölsing
Lehrer an der Garnisonschule
Darmstadt.
In dem Gebäude der Garnison[-]
schule vor dem Jägerthore
frei!