Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an die >Keilhauer Gemeinschaft< und Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 28.1.1845 (Eisenach)


F. an die >Keilhauer Gemeinschaft< und Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 28.1.1845 (Eisenach)
(KN 56,41, Brieforiginal 1 Bl 8° 1 ½ S.)

Eisenach, Dienstag am 28 Januar 1845.

Gott zum Gruß!
Euch allen im lieben Keilhau
und besonders Dir Barop,
seit langem einmal wieder im geliebten Thüringen.

<Vo> Gestern früh 7 Uhr habe ich mich endlich wirklich aus Frank-
furt losgerissen und mich selbst thatsächlich fortgetrieben;
und bin so eben hier mit dem bekannten Personenwagen
angekommen; morgen gedenke ich bis zur jetziges [sc.: jetzigen] Tages[-]
zeit hier zu bleiben und dann mit derselben Gelegenheit
weiter nach Gotha zu gehen; übermorgen, Donnerstags
bin ich Willens in Gotha zu bleiben um dort wie hier
meine Freunde d.h. die Freunde meiner Bestrebungen
aufzusuchen. Als ich von Frankfurt abreisete hatte ich
den Gedanken zu gleichem Zweck über Ohrdruf zu
gehen; ob ich jedoch diesen Gedanken noch ausführen
kann und werde, weis ich nicht, weil das Wetter gar
zu winterisch geworden ist und ich auch sehr gern den
nächsten Sonntag endlich einmal wieder mit Euch ver-
leben möchte, und dennoch möchte ich doch auch diese Sache
bis zu ihrem letzten Tage zur Pflege der Idee und For-
derung des Lebenszieles benutzen, weil, wenn ich
nun wieder in Keilhau bin, ich dort noch mehr fest-
gehalten seyn werde, als jetzt in Frankfurt. Komme
ich Sonnabends spätestens nicht, so werde ich nochmals
von Gotha schreiben; jedenfalls bin ich bestimmt /
[1R]
zur Fastnacht bei Euch, und dann bitte nur mit
herzlichem Vorgruß von mir die lieben Frauen
mich vor Allem mit einem freundlichen Willkommen
und zur Fastnacht mich mit warmen Mußkräpf-
feln zu erfreuen, indem wie Sie [sc.: sie] wüßten, ich des
Pfingst- und Kirmeßkuchen und manchen anderes
wie der Weihnachts- und Neujahrsschnittchen entbehrt
hätte und das Neckar[-], Main[-] und Rheinland zwas zwar das
Weinland, allein nicht das häusliche Kuchenland
sey.-
Wie ich mich glücklich fühle, mich wieder auf heimischem
Boden zu wissen kann ich gar nicht ausprechen.
Also bald nach schriftlichen den mündlichen Gruß
D. u. E. Fr: Fr /
[2]
[leer] /
[2R]
[Adresse:]
Herrn Johannes Barop,
Director der allgem: deutschen
Erziehungsanstalt
zu
Keilhau b. Rudolstadt