Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an L. Renovanz (= Red. Thüringischer Volksfreund) in Rudolstadt v. 16.2.1845 (Keilhau)


F. an L. Renovanz (= Red. Thüringischer Volksfreund) in Rudolstadt v. 16.2.1845 (Keilhau)
(BN Anh. 49, Abschr. 4 S. Handschrift unbekannt, wie Abschriften der Briefe an Stangenberger. Briefliste nennt als Standort des Originals "BLV", dann Kriegsverlust; Beizettel in BN nennt "Jonas")
(Verhältnis Manuskriptzeile : Transkriptionszeile nicht 1 : 1)

Herrn L. Renovanz, fürstlich[e] Hofbuch- und Kunsthandlung
zu Rudolstadt


Keilhau am 16ten Febr. 1845

Hochgeehrter Herr.

Beikommenden "Aufruf" sende ich Ihnen mit dem Wunsche und der Bitte solchen in die nächste Nr Ihres Thüringschen Volksfreundes (Rudolstädter Intelligenz-Blatt) gütigst aufzunehmen. Der ihm zum Grunde liegende Gedanke wurde auf meiner letzteren Reise am Rheine etc. geboren, wo er unmittelbar aus den Forderungen des Lebens hervor- /
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gieng. Weil er sich dadurch sogleich als zeitgemäss beurkundete, wurde auch sogleich zur Ausführung desselben geschritten. Auf meiner Heimreise von Frankfurt fand Gedanke, Aufruf und Ausführung in den namhaften Städten in welchen ich mich darüber aussprach solche Theilnahme Erfahrener, dass man sich sogleich für Mitwirkung thätig zeigte. Und so wurde auch das Ganze nicht nur - nach meiner Heimkehr in meinem Kreise und dessen Umgebungen, sondern selbst /
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von Stimmberechtigten in meiner Landesstadt, in Rudolstadt selbst, so wie auch in Nachbarstädten aufgenommen. Diess bestimmte mich nach Rücksprache mit unserm <wackern> Herrn Pfarrer, sogleich einen Versuch der Ausführung in unserm eigenen Thale zu machen. Unsere erste desselbige Zusammenkunft mit Landleuten des Pfarrspieles hat uns nun schon die Gewähr gegeben, dass uns unsere Hoffnungen mit welchen wir zusammengetreten sind, nicht teuschen werden.- Diess alles Ihnen, geehrtester Herr, auszusprechen hielt ich für nöthig um Ihnen die /
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Überzeugung geben zu können, dass sich Ihr Blatt durch die Aufnahme dieses Aufrufes vielfach Dank erwerben, ja in den Augen und Sinn Vieler als wahrer Vaterlandsfreund bewähren wird.- Da ich an der Erfüllung meiner Bitte um Aufnahme nicht zweifle, so bitte ich Sie noch ergebenst mich davon [sc.: darüber] zu benachrichtigen um wegen einer Anzahl besonderer Abdrucke mich mit Ihnen zu verständigen.
Ihr Ergebener
Friedrich Fröbel.