Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an <?> [„Verehrteste Fräulein“] v. 22.2.1845 (Keilhau)


F. an <?> [„Verehrteste Fräulein“] v. 22.2.1845 (Keilhau)
(BN 730a, Bl 4, Reinschrift 1 Bl 8° 1 S.)

Keilhau bei Rudolstadt am 22 Febr 1845.

Verehrteste Fräulein.

Ihr jüngster gütiger Brief hat mich recht glücklich
gemacht, durch den Beweis den er mir gab, daß
Sie noch immer meiner und besonders meiner erzieh-
enden Bestrebungen, ja daß Sie sogar in dem won-
nevollen Italien dessen gedachten. Ja es ist doch das
höchste Erdenglück auch mir schon in einer edlen, schönen
Seele und noch überdieß in der Lebenstheilnahme der-
selben fortzuleben, und dieß höchste Glück haben Sie
mich abermals empfinden lassen. Gern, sehr gern be-
zeigte ich mich Ihnen durch eine vollständige Darlegung
meiner Wirksamkeit, besonders während meiner
mehrmonatlichen Wanderung am Main, Neckar und
Rhein dankbar, besonders durch die Mittheilung der
Ergebnisse derselben; doch die Zeit ist zu kurz. Nur
zwei abgerissene Thatsachen kann ich Ihnen mittheilen,
die eine ist ein Aufruf zur Bildung von Erziehungs-
Vereinen von Männern und Vätern, weil sich zeigt
wie mangelhaft die Einsichten in das Wesen und die
Mittel der Erziehung unter der Menge ist; welchem
Mangel dadurch entgegen gekommen werden soll;
Weiter eine Anzeige meiner fortgesetzten Bildungswei-
se und endlich drittens die Abschrift einer Stimme über
mein Wirken dessen Geist und Zweck aus dem allgemein:
Anzeiger der Deutschen. Möge aus dem einen oder dem
andern Ihnen eine kleine Freude kommen.
Mit dem herzlichsten Dank für die übersandten Actienscheine
verbinde ich die ergebenste Bitte um die hochachtungs-
vollsten Grüße an alle Ihre Lieben. Genehmigen Sie
gütigst die Versicherung meiner innigsten Verehrung
Friedrich Fröbel