Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Heinrich Heubel in Schwarza v. <8. oder.9.> 3.1845 (Keilhau)


F. an Heinrich Heubel in Schwarza v. <8. oder.9.> 3.1845 (Keilhau)
(FMMO, undat. Brieforiginal 1 Bl 8° 1 S. ohne namentl. Nennung des Adressaten. Datierung: Der im Brief genannte Brief v. von Pfaffenrath aus Saalfeld [BlM XV,2, Bl 47-48] datiert vom 7.3.1845 und könnte F. bereits am 8.3.vorgelegen haben. Das Schreiben an Heubel ist also am 8. oder 9.3. entstanden. Adressat ist Pfarrer Heinrich Heubel in Schwarza, - zur Verwandschaftsbeziehung s. F.s Brief an Heubel v. 31.3.1845; - der sich um die Gründung eines Erziehungsvereins in Schwarza bemühte. Dieser wurde nach Angaben F.s. am 2.3.1845 gegründet – vgl. F. an Carl Klotz v.22.5.1845, 2V.)

Hochgeschätzter Herr Vetter.

Wenn heute Abends wie letzthin bestimmt wurde, die
mir dortmals bekanntgewordenen achtbaren Männer
Ihres Ortes zusammenkommen um über die Aus-
führung eines Erziehungsvereines zu berathen, so fragt
vielleicht Einer oder der Andere: Haben Sie nichts wei-
ter von Fröbel oder Eichfeld oder vom dasigen Ver-
eine gehört, damit Sie lieber Herr Vetter, nun nicht
Nein! zu sagen brauchen, was immer nicht gerad
angenehm wirkt, so sende ich Ihnen, da sich mir
eben dazu Gelegenheit zeigt[:]
Erstlich die Abschrift eines Briefes von Herrn
v. Pfaffenrath aus Saalfeld welcher auch das
Interesse für diesen Gegenstand laut ausspricht,
zweitens den Auszug aus einem Briefe des
Herrn Pfarrer Dr Wohlfahrt in Kirchhasel
welcher mir die Geneigtheit der dasigen Gemeinde
zur Ausführung einer Kinderbewahranstalt und
eines sich daran anschließenden Vereines an-
zeigt; also nach verschiedenen Seiten hin gutes Bei-
spiel.
Drittens sage ich mit Vergnügen, daß sich bei un-
serer 4ten Versammlung in Eichfeld der Verein wieder
um einige rüstige Glieder vermehrte, auch die Ver-
handlungen sehr warm waren.
Viertens lege ich für Ihren gereisten Schneider die
Lebensbeschreibung des Mister Stulz und seiner Stiftung bei.
Herzliche Grüße Ihrem ganzen achtbaren Verein von
uns, so wie ich noch besonders an Sie deren vom Herrn
Pfarrer Dr W[ohlfahrt] zu bestellen habe. Mit besondern Gruß
          Ihr aufrichtig ergebener Oheim
Friedrich Fröbel