Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an "Verehrteste Frau" <Fr.v.Beulwitz> in <Rudolstadt> v. 9.3.1845 (Keilhau)


F. an "Verehrteste Frau" <Fr.v.Beulwitz> in <Rudolstadt> v. 9.3.1845 (Keilhau)
(KN 56,43, Brieforiginal/Reinschrift 1 Bl 8° 1 S. ohne Adressatangabe. Briefliste Nr.1250 und KN-Katalog adress. „Verehrte Frau“. Die Adressatin muß in der Nähe von Keilhau leben und F. gut bekannt sein bzw. sein Wirken schätzen. Beides trifft auf Frau v.Beulwitz zu.)

Keilhau am 9en März 1845.

      Verehrteste Frau.

Längst schon wollte ich mir die Ehre geben Ihnen für Ihre
gütigen Zusendungen persönlich meinen ergebensten
Dank zu sagen, und mir auch, bei Ihrer fortgehenden
warmen und förderlichen Theilnahme an meinen er-
ziehenden Unternehmungen die Freude machen Ihnen
manches von den erfreulichen Früchten meiner Wan-
derungen am Main, Neckar und Rhein mittheilen;
doch kaum in der lieben Heimath wieder angekommen
nahm nicht nur ein, von dem steigenden Vertrauen
hervorgerufener neuer Bildungskursus für Kinder[-]
pflegerin[nen], sondern auch die Ausführung eines auf mei[-]
nen Wanderungen hervorgerufenen und als gerad
jetzt als wichtig erkannten Gedankens: - die Bildung
von Erziehungsvereinen von Männern und Vätern -
meine Zeit so ganz in Anspruch, daß ich bis jetzt auf
das so lang entbehrte Vergnügen Sie verehrteste Frau
in Ihrem so schönen häuslichen und besonders jetzt so freude[-]
voll mütterlichem Wirkungskreis zu sehen [verzichten muß]. Ich nehme
an dem letzteren an dieser schönsten, reinsten und höch-
sten Freude des weiblichen Gemüthes und Lebens welche
Ihnen Gott gab den innigsten Antheil, und freue mich
sehr darauf Ihnen und Ihrem hochgeehrten Herrn [Gemahl] diese
mündlich aussprechen zu können.
Anbei das gewünschte Kästchen.
Genehmigen Sie verehrte Frau die Versicherung
vorzüglicher Hochachtung
Ihres
Ergebenen
          Friedrich Fröbel