Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an <Gustav Adolph Wislicenus> in <Halle> v. 28.3.1845 (Keilhau)


F. an <Gustav Adolph Wislicenus> in <Halle> v. 28.3.1845 (Keilhau)
(BN 707a, Bl 36, datierter Entwurf 1 Bl 8°1 S ohne Adressat. Der erhaltene Entwurfsteil war ursprünglich als Reinschrift angelegt. Adressat könnte Pfarrer G.A.Wislicenus in Halle sein, den F. Ende April besuchte und auf dessen „Lichtfreunde“ sein Brief an Löwe v. 15.5.1845, 3V Bezug nimmt. – Der Schlussteil [10 Zeilen] ist sehr flüchtig geschrieben.)

Zweite Nachschrift. Keilhau am 28' März 1845.
Es geht mir mit der Absendung dieses Briefes an Sie,
Hochgeehrtester Herr Pastor, recht eigen, sobald er zu
derselben vor mir dazu bereit liegt kommen Umstände welche
sie für den Augenblick zurück halten, und bald darauf
zeigt sich mir dann aber auch in der innern Fortentwickelung des Ge-
dankens welchem er dienen möchte, eine noch klarere, bestimm-
tere und ganz besonders noch einigendere Auffassung, über
welche mich Ihnen noch mitzutheilen mir noch wichtig erscheint; so
war es bei der vorigen, so ist es bei dieser Nachschrift der
Fall. Das Streben der Lichtfreunde, wie es mir aus Ihrer
von denselben, (also wie ich mir sage auch in allgemeinen allgemeiner mit, mehr oder mit minder
klaren und bewußter Übereinstimmung mit denselben,)
Beantwortung der Frage: Ob Geist? - Ob Schrift? - her-
vorgeht, ist: - daß <nemlich> der Geist der Wahrheit, als göttlicher als Gottes
Geist wie er sich in Gottes Welt u. im Innersten des Mensch[e]n <vert[r]aut> u klar kund thut erkannt, anerkannt und ihm als solchem im Denken
und Handeln aber, eben auch so rein als Geist Christi nachgelebt,
werde, dieses Streben ist aber auch das der Erziehungsver[-]
eine angewandt auf die Selbsterziehung in jedem Geschlechte
Alter und Lebensberufe, ganz besonders aber auf die
Erziehung der noch unbewußten aber schon stetig nach
Bewußtwerden strebenden Kindheit und heraufwachsend[e]n J[uge]nd.
Ob <Dazu> nun auch <mach[e]n> Sie hochgeehrtester Herr Pfarrer <nun> auf Beider Bestreb[u]ng[e]n, beider Gedanken, das übereinstimm[en]de
und gleiche Ziel finden <dann>
d[urc]h diese Nachschrift <noch> besonder[s] veranlassen[] Würde das Ergebniß Ihrer Prüf[u]ng mit dem zu Prüfen[-]
den innig zusammen fallen, so würde ich mich
freuen wenn sich Ihnen Gel[e]genh[ei]t zeigt die Lichtfreu[n]de auf den Gedank[e]n
der Erzieh[un]gsvereine im Geist u Ziel u Zweck aufmerksam zu mach[e]n
u sie besonders in der <Beförderung> der zur Ausfüh[ru]ng derselben die <Beförderung> ihres <eignen>
Strebens zu z seyn. In solchen <Enkl[an]g>
in solcher Einig[un]g da dünkt es mich müßten wir dem uns verheiße[nen]
Ziele: - u die Wahrheit wird Euch f[r]ey mach[e]n um ein bedeutendes
näher rücken[.]
[Wir] wollen ja eben das <göttliche> f[r]ey u wirksam <machen>
d[a]s Gute pfl[e]g[e]n wo es sich zeigt.
Wenn mein <Wirken> in Ihnen solches Theilnehmen <erregen> [würde]
daß Sie mich mit einig[en] Worten Antwort <erfreuten>, dann
theile ich Ihnen auch unsere wenn Sie es wünschen unsere Vereinsbestimm[ungen] mit
wie ich Ihnen wenn ich
prüfende <Aufnahme> hoffen darf gerne auch
<meine> Überzeugung <mit ? ? wenn>
<meine erziehenden Bestrebungen ? ? >
<arbeitet gern vor> [Text bricht ab]