Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an <Mitglieder der Familie Frankenberg> in <Dresden> <um 18.5.1845>(Keilhau)


F. an <Mitglieder der Familie Frankenberg> in <Dresden> <um 18.5.1845>(Keilhau)
(BN 707a, Bl 37 Zettel 2 S.Entwurfsfragment. Datierung abgeleitet aus ursprüngl. Text von 37 R: ”Keilhau, Mittwochs am 18en Mai 1845 Liebe Henriette”, Adressat aus Anspielung im Text auf Frankenbergs Flöte)

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vorigen Jahres herausgegeben habe u welches von mancher Mutter u lieben Kinder
nicht nur freudig begrüßt sondern auch liebgewonnen wurde. Es enthält freyl[ich]
nur Fingerspielchen mit Liedchen u sinnigen Darstellungen begleiten [sc.: begleitet], allein sie erhalten eine solche vielfache Anwendung im Leben
daß sie Kindern bis zum 5. 6 Jahr als <Erzähl[-]>
bilderbuch auch wohl noch einige Jahre weider [sc.: weiter] Vergnügen machen. Hat einmal
eine ältere Schwester Zeit die Ihren seinen Geist u Herz deutende Erklärung zu jedem
Blatte zu lesen u den horchenden Kindern wieder zu erzählen, oder in ein Ge-
schichtchen einzukleiden, so knüpft sich daran wohl auch manches Belehrende; /
[37R]
Aber bey Euch wo alles Musik treibt spielt wohl auch eines den Kleinen die
Mädchen auf der Frnkbn [sc.: Frankenbergschen] Flöte Spinetten oder Violin vor u es macht
den Großen [als] l. Gruß u d Eltern u als Geschenke Freude wenn aus den jungen
Kehlchen dann Liedchen z. B.
In die Hecke auf die Ästchen bau[t]
u <ein Arm> oder Sieh ich <kenn ein Korn>
u die Händchen dazu faltet.
Nun genug daß Du wenigstens zunächst mit wa[h]rer Nachsicht die klein[e] Familiengabe aufnimmst