Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Friedrich Gottlieb Becker (= Redaktion „Allgemeiner Anzeiger der Deutschen“) in Gotha v. <? 11.> 1845 (Keilhau)


F. an Friedrich Gottlieb Becker (= Redaktion „Allgemeiner Anzeiger der Deutschen“) in Gotha v. <? 11.> 1845 (Keilhau)
(BN 39, Bl 6, hier: 6R, undat. Entwurf ¼ Bl fol ½ S., Datierung nach Wollkopf bzw. weiteren datierten Briefen an Becker von 1845. - Beim beigelegten Aufsatz könnte es sich um den Text „Einfache Erziehungs- und Entwickelungsgesetze des Kindes“ handeln, - vgl. Entwürfe in BN 39.)

An H. G. Becker in Gotha
Sie empfangen hier abermals einen Aufsatz von mir
und Sie werden mich fast zudringlich finden; doch dieß
bin ich in mir wenn auch der Schein gegen mich seyn sollte gewiß nicht, denn daß ich mir erlaube Ihnen
u Ihrem Blatte meine Aufsätze zuerst zuzuschicken
hat theils in einem gewissen Gefühle der Dankbarkeit
seinen Grund indem Ihr Blatt wie ich schon mehrmal[s]
erwähnte von frühester Zeit meine er-
ziehenden Ideen u bestrebungen pflegend in
seinen Spalten aufnahm, theils darin um mich über den mir wichtig[-]
sten Gegenst[an]de des Lebens theils mit den Lesern Ihres
Blattes, theils
aber besonders
immer mehr mit
den darinne für
meine Bestrebungen sie vertretenden u so pflegenden Freunden
auf offen[em] Wege zu verständigen. Ich hoffe also Sie
werden mein schon Wiederkommen mit Nachsicht em-
pfangen. Über das Verhältniß dieses Aufsatzes zu dem
früheren ist etwas zu sagen wohl nicht nöthig nur das
füge ich wiederkehr[en]d hinzu, sollten Sie auch diesen Auf[-]
satz für Ihr Blatt nicht geeignet halten, so ersuche ich Sie
so gütig zu seyn und mir denselben, sey es auch ja – wie ich es weiß [-] um Ihre
so kostbare u viel in Anspruch
genommene Zeit d[urc]h Nichts zu beschränken – ohne ein
mir immer so hoch schätzbares freundliches u treu rathendes Wort – zu[-]
rück zu senden um auch davon anderweitigen Gebrauch
zu machen indem ich von Freunden meines erz[iehenden] Bestrebens aufgefordert
worden bin mich über diesen
Geg[en]st[an]d bestimmt auszusprechen.
Mit ausgezeich[nete]r Hochachtung u unveränderter
freundschaftl[icher] Ergebenh[ei]t [Unterschrift fehlt]