Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Ludwig Hildenhagen in Quetz v. 30.3.1846 (Keilhau)


F. an Ludwig Hildenhagen in Quetz v. 30.3.1846 (Keilhau)
(BN 481, Bl 1-2, Brieforiginal 1 Bl 8° 1 S. - Der Brief erwähnt eine "briefliche Darlegung" der Erziehungsgrundsätze; gemeint ist der umfangreiche Brief v. 21.3.1846 an Max Leidesdorf in Berlin (ed. Heiland 1992). Diesem Brief an Hildenhagen lag offenbar eine Abschrift davon bei.)
(Verhältnis Originalzeile : Transkriptionszeile nicht 1:1)

Keilhau bei Rudolstadt am 30 März 1846.


      Herrn Pastor Hildenhagen in Que[t]z.
      Hochgeschätzter, theurer Freund.

Sie haben mich so ganz unerwartet durchanIhren [sc.: durch Ihren] lieben Brief gar hoch erfreut; mögen die Ahnungen die er ausspricht und die fast noch größeren welche er weckt zum Wohle des um uns in den Kindern herauf keimenden und empor wachsenden Menschengeschlechtes zunächst der Kinder unseres geliebten Vaterlandes in Erfüllung gehen, und sich darauf das allseitige Wohl unseres Volkes fest und sicher gründen, wie ersehnt dieß mein Herz, erstrebt dieß mein Geist. Viel hätte ich Ihnen über Ihren lieben Brief auszusprechen, doch ich wünsche daß das was ich Ihnen als dankende Gegengabe dafür reichen möchte in Ihre Hände komme, wenn ich auch weiß, daß die jetzigen Tage der Arbeit es Ihnen unmöglich machen selbst Einsicht von ihm zu nehmen; doch Sie wissen es vielleicht einem Freunde unserer gemeinsamen Sache zu übergeben, welcher sich zur Förderung derselben die Mühe nimmt die Blätter durchzublicken, vielleicht daß dann die Sache doch bestimmter durchgesprochen und mehrseitiger erwogen werden kann. Sollte diese Mühe vielleicht unser hochgeehrter Herr Dr. Heine welchen ich herzlichst zu grüßen bitte übernehmen?-
Was ich mir nämlich erlaube beizufügen ist eine kurze briefliche Darlegung meiner Erziehungsgrundsätze rc. die ich so eben auch für einen Freund meiner erziehenden Bestrebungen, auch in Preußen nieder geschrieben habe. Sie ist ein noch ganz rauhes Product der Feder; allein ich glaubte, daß vielleicht doch Einiges darin enthalten seyn könne was zur Erreichung unseres gemeinschaftlichen Vorhabens und bei der desfallsigen Besprechung in Halle zu beachten und darum schon im Voraus zu erwägen förderlich seyn möchte. Nehmen Sie darum diese Blätter ich muß sehr darum bitten nachsichtsvoll auf.
Ihren so sehr gütigen Einladungen werde ich Folge leisten, doch wird es mir schwerlich möglich sein vor Dienstags früh oder Vormittags nach Que[t]z zu kommen indem ich erst Montags von hier abreisen kann, doch trifft irre ich nicht sehr die Ankunft der Post in Halle genau mit dem Abgange des ersten Bahnenzuges v[on] H[alle] zusammen.
Also bis auf baldiges persönliches Wiedersehen mit ganzer Seele
         der Ihrige

Friedrich Fröbel. /
[1R/2VR]
[leer]