Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Louis Lohse in <Plauen> v. 8.4.1846 (Keilhau)


F. an Louis Lohse in <Plauen> v. 8.4.1846 (Keilhau)
(Autograph privat, ed. Götz 1932 [Götz, Berthold: Fröbel und das Vogtland. In: Heimatbeilage des Vogtl. Anzeigers u. Tageblatts. Plauen 1932])

          Keilhau, am 8.April 1846.

Sehr wertgeschätzter, lieber Herr Lohse.

Doppeltes tut mir leid, einmal daß ich Sie vor Ihrer Abreise nicht
noch persönlich gesprochen habe, denn Manches wollte ich Ihnen noch
mitteilen, dann daß mir Herr Christian Clemens Ihre mündliche Be-
stellung nicht überbracht hat. Nach Ihrem Wunsche sende ich Ihnen
nun, was ich für Sie zur Hand gestellt hatte d.h. sämtliche Spiel-
gaben bis zur 5ten eingeschlossen. Zur ersten und zweiten
Gabe mangeln die Texte sie sind sämtlich vergriffen, vielleicht erinnern
Sie sich über deren Gebrauch noch Manches aus dem Sonntagsblatte.
Ein Sonntagblatt habe ich leider auch nicht zur Hand sonst hätte
ich es beigelegt - doch indem ich dies schreibe fällt mir ein, daß
ich noch den 1ten Heft d.i. vom 1. Bande den ersten Heft besitze
nemlich N 1-13 ich lege es daher bei, bitte mir es aber zu-
rückzubringen oder sich später die 3 anderen Hefte nachzunehmen,
weil mir sonst 2 Bände zerrissen werden. So haben Sie nun das
Wesentlichste bis zur 5. Gabe incl. denn für 3. - 5. Gabe liegen
die Lithographien bei.
Hätte ich Sie vor Ihrem Weggange noch persönlich gesprochen und
Ihnen über dies und jenes noch mündlich Erklärung geben können, so
würde ich noch manches haben beilegen können; für jetzt muß dies
genügen und es kann es auch, denn nun können Sie doch zu Hause einen
kleinen Begriff vom Ganzen geben, wenn Sie das hinzunehmen, was Sie
selbst hier gesehen und sich angeeignet haben. Ihr Zeichenbuch
folgt anbei wie Ihre gefalteten Sachen. Beim Einpacken war der
doppelte Tischkasten [?] zur Erde gefallen, welchen ich ins Sonntags-
blatt gelegt habe wie Sie ihn finden werden.
Theresens Langguths Schwester ist heut angekommen; so hätte also
Ihre Schwester, sollte sie kommen, eine Genossin.
Der freundschaftlichsten Grüße Ihren lieben Brüdern bekannter- und
Ihren sonstigen lieben Verwandten unbekannterweise.
Leben Sie recht wohl, kehren Sie recht gesund zurück. Stets
Ihr aufrichtig ergebener
Friedrich Fröbel