Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Julius Fölsing in Darmstadt v. 12.5.1846 (Keilhau)


F. an Julius Fölsing in Darmstadt v. 12.5.1846 (Keilhau)
(BN 427, Bl 10, Brieforiginal 1 Bl 8° 1 S. u. Adresse.)

Keilhau b. Rudolstadt am 12 Mai 1846.

Werthgeschätzter Herr Fölsing.

Sie haben uns durch Ihre freundliche Zusendung
mehrfach erfreut besonders da wir dadurch von
der steigenden Anerkenntniß Ihres Wirkens
von Ihnen selbst die bestimmteste Nachricht erhiel-
ten; daß Sie zur Feier des Pestalozzifestes mit
gedrucktem Worte sich hatten vernehmen lassen
hatten wir schon früher durch eine günstige Anzei-
ge des kleinen Schriftchens im Allgem: Anz: der
Deutschen vernommen.
Daß die erziehende Pflege noch nicht schulpflichtiger
Kinder in unserm Nordteutschland und namentlich
in der Provinz preußi[sch] Sachsen steigend an Fort-
gang gewinnt wird Ihnen, wohl aus den Mitthei[-]
lungen der [sc.: des] Frl. Ida Seele [und] aus meinem Briefe her-
vorgehen. Die auf mehrfache bestimmte Einladungen
an mich, in der jüngsten Zeit wieder stattgefun-
denen erziehenden Wanderungen in dem Mittel-
elblande haben wieder mehrfach den schönsten
Erfolg gehabt, so, daß in der Strecke von Torgau
bis Magdeburg in [sc.: im] Laufe dieses Sommers eine bestimm-
te Anzahl Kindergärten neu erstehen werden [sc.: wird], so
bald als ich nur dazu die nöthigen Kinder- und
Spielführerinnen aus meiner Bildungsanstalt da-
für werde abgeben können. Ich habe außerdem
jetzt die Freude, daß so wohl die wissenschaftlichst ge-
bildetsten als zugleich Lebenserfahrendsten Erzieher
dem Gegenstand der von mir angebahnten Kinderfüh-
rungs- und Beschäftigungsweise, ihre volle prüfende
Aufmerksamkeit schenken. Noch gar manches Er[-]
freuliche hätte ich Ihrer Theilnahme zu schreiben, doch
muß mir dieß heute als dankende Gegengabe so
wie zum freundlichen Gruß an Ihre l[iebe] Frau, an <Johanne>
und Ihre l[iebe] Schwägerin genügen. Bald mehr v. Ihrem
Fr Fröbel

Middendorff
einigt seine Grüße mit d[en] Meinigen. /
[10R]
[Adresse:]
Herrn J. Fölsing
         in
Darmstadt
d. G.