Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Ferdinand Fröbel in Burgdorf v. 19.7.1846 (Keilhau)


F. an Ferdinand Fröbel in Burgdorf v. 19.7.1846 (Keilhau)
(BN 436, Bl 2, hier: 2V, Reinschriftfragment 1 Bl 8° 1 S. – 2R enthält Anfang des 1. Entwurfs des F.-Briefs an Adolph von Holzhausen v. 18.11./19.11.1846.)

Keilhau am 19en Juli 1846.


Lieber Ferdinand

Die innigste, doppelte und mehrfache Freude hat mir
und uns allen Dein jüngster lieber Brief an mich ge-
bracht; doppelte Herzensfreude mir, indem er mir u.
uns allen zuerst die Wiederherstellung Deiner lieben
Friederike, der beglückenden und glücklichen Mutter
Eures lieben Kindes, Eures erstgebornen Sohnes mel-
det; dann, daß er mich durch die Nachricht beglückt: Euer
Euer [2x] beiderseitiges stilles Vertrauen, ausdauernde Liebe
und gepflegte Lebenseinigung habe mich zum Mitzeugen
der freierlichen [sc: feierlichen] Aufnahme dieses Eures lieben Sohnes
in den Christen- und somit in den höheren Menschheitsbund
gewählt, in den Bund welcher in seinem so einfachen als
tiefen Wesen erkannt, Frieden und Freude, Seegen, Heil
und Seeligkeit all seinen ächten und lebendigen Gliedern
giebt. Mögen nun die so herrlichen, als unvergänglichen
Früchte, welche schon diese allgemeine und höhere Mensch-
heits- und Christeneinigung jedem seinem wahren Theil[-]
nehmer giebt, bei Euerm lieben Sohne, meinen gelieb-
ten Großneffen und theuren Pathen noch besonders nach unsere bei-
derseitige, wie somit auch unter uns allen innigere Einigung immer
mehr veredelt, im Wachsthum gefördert und zu vollkom-
mener Reife gebracht werden; dieß ist mein seelenvolles
tiefgefühltes Gebet mit welchem ich heut Nachmittags
3 Uhr meinen Pathen, in dessen Innern der Keim rei-
ner Menschheit schlummert, als Täufling zu Gotteinigenderweihe, an heiliger Stätte für bewußten
Darlebung <diesen> derselben
im Geiste darreichen werde; dessen Erfüllung Gott gebe!-
Die [Text bricht ab]