Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an H. Windorf in Stadtilm v. 9.11.1846 (Keilhau)


F. an H. Windorf in Stadtilm v. 9.11.1846 (Keilhau)
(BlM XV,3, Bl 120-121, Brieforiginal 1 B 8° 1 S. u. Adresse)

Herrn Rector Windorf Wohlgeb. in StadtIlm

Keilhau b. Rudolstadt am 9 Novb 46.


Hochgeehrter Herr und Freund.

Ehe gestern von meiner erzieherischen Reise in dem
Saal[-] und Elbe-Mulde und Elsterlande zurück gekehrt
drängt es mich Ihnen dem theilnehmenden Freund in der
lieben Heimat wieder einen Herzensgruß zu sagen, dieß
also die erste Veranlassung zu diesen Zeilen. Dabei er[-]
innere ich mich aber, daß Sie der Hoffnung waren, daß
nach Eintritt eines neuen Herrn Kirchners und Mädchen-
lehrers an Ihrer Bürgerschule, sich wohl etwas zieler-
reichendes zur Ausführung eines Kindergartens in
StadtIlm thun ließe, indem besonders der neueintre-
tende Herr Lehrer eine Tochter habe welche sich dazu qua-
lifizire. In dieser Beziehung nun melde ich Ihnen
daß zu dem jetzt beginnenden Bildungscursus bereits
zwei Jungfrauen und ein junger Lehrer bei mir einge-
treten sind, sollten nun die Verhältnisse sich dazu eig-
nen, daß die in Frage stehende Jungfrau an dem jetzigen
Cursus Antheil nehmen könnte - wodurch freilich
ein ganzes Jahr gewonnen würde, - so bitte ich mir
darüber möglichst bald weiter Auskunft aus,
um darnach meine nächste Einrichtung dermaßen
treffen zu können, daß selbst ein paar Tage späterer
Eintritt dem jungen Mädchen keinen Nachtheil brächten[.]
Ich muß so eilig abbrechen als ich nur flüchtig schrei[-]
ben konnte. Herzl. Gruß Ihrer lieben Frau; schön
wäre es wenn wir uns demnächstens bald einmal
wieder sehen und sprechen könnten.
Stets
       der Ihrige
       FriedrichFröbel /
[120R/121V]
[leer] /
[121R]
[Adresse:]
      Sr. Wohlgeboren
Herrn Rector Windorf
in
StadtIlm
frei!