Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Adolph von Holzhausen in Frankfurt/M. v. 18.11./19.11.1846 (Keilhau)


F. an Adolph von Holzhausen in Frankfurt/M. v. 18.11./19.11.1846 (Keilhau)
(Es liegen zwei Entwürfe und ein Reinschriftfragment vor: In BN 436, Bl 2, hier: 2R, undat. Entwurf fol 1 S.; [2V enthält Reinschriftfragment des F.-Briefs an Ferdinand F. v. 19.7.1846]; in BN 490, Bl 10-14, datierter Entwurf 3 Bl+1 B fol. u. 1 Bl 4° 10 S. [Abfolge: 10VR, 11V, 12VR, 14RV, 11R, 13VR. Die Blätter dieses Entwurfs enthalten außerdem zwei weitere Briefentwürfe an Pius IX vom 2.12.1846 auf 13R und an den Kaufmann Giese in Wittenberg vom 3.12.1846 auf 12V]. In BN 490, Bl 15-20 liegt ein Reinschriftfragment 3 B 4° 12 S. Ferner liegt eine teilweise verkürzende Abschr. von der Hand Luise Levins in BlM F1058/61 mit 13 S. Umfang vor.)

a) 1.Entwurf

Excellenz!
Hochverehrter Herr Minister

Werden sich Excellenz wohl noch eines Mannes erinnern welchem einstmals in seinen strebsamsten Jünglingsjahren in der so einfachen als reinsten Kindesseele Kindessinn tiefgeknüpftes <frei> gegründetes geknüpftes Ihre klare Kindesseele Ihre reine Kindesliebe, Ihr reines
festes Kindheitstreben, Ihr festes Wollen u Streben des Edelsten u Besten schon als Kind und in den ersten JünglingsJahren so
hoch beglückte, welchem Sie so das rein edle Menschenwesen schon im Kinde erkennen achten lieben u pflegend
beachten lehrten und im Kinde schon die Würde der Menschheit erkennen lehrten und welchem selbst in den spätern
Jahren Sie noch freundliches Wohlwollen schenkten freundlich gewogen waren. Werden Sie es nun wohl nachsichtig
aufnehmen wenn dieser Mann durch ein solch rein geistiges u menschliches Band ermuthigt, getragen Ihnen nicht
nur die Blüthen, sondern wie er meint nun die gereiften Früchte jenes Zusammenfließens reiner <Kindheites>
und uneigennütziger Jünglings Jugendliebe als Dankes Gabe für solches Kindheitleben Erzieherleben Ihnen freudvoll darbringt um
zugleich mit Ihnen nun den das Leben durch u überschauenden Manne zu berathen, wie nun wohl auch diese
Früchte den gesammten Lebensforderungen entsprechend angewandt u gebraucht werden können. Es ist
wahr, denn ich gestehe es offen, daß dieß eine Frage ist welche deren Lösung mich schon seit Jahren denkend und handelnd
beschäftigt, in welcher Beziehung aber jetzt mit einemmale mein Gemüth und Geist - überschauend wie
alles so geworden u gekommen ist, sich gekeimt u und geworden ist sich entwickelt hat und feste klare Gestalt ge-
wonnen hat - mir sagt nur mit Ihnen welcher schon als Kind durch Liebe u Vertrauen mir bewies, daß
er mein Innerstes seinem Wesen Wollen u Wirken nach ahnend erkannt habe - und der selbst als vollendeter
Mann mir noch freundl. thätiges Wohlwollen schenkte, könnte ich das Ganze so besprechen wie es mein Innerstes in sich
trägt, und dieß ersehnt. Denn das Leben - und dieß ist eben eine Frucht meines in seinem ersten
Beginne durch Ihre Kindesliebe gehobenen von dortmals bis jetzt in Treue gelebten Erzieherlebens u Wirkens, - ist trot ohngeachtet aller oft ab-
schreckenden und <Trennenden> Äußerlichkeiten doch im Innern klar erkannt in sich ein so stetig
als u lebenvolles, den Einzelnen wie die Gesammtheit beglückendes seelenvolles Ganzes.
und soll als ein solches stetiges das Glück u Heil des Einzelnen wie der Gesammtheit pflegendes
umfassendes Ganze wie immermehr erkannt so und gepflegt so zur sichern Lebensfrucht gefördert
werden, denn eben nur die Einigkeit u Stetigkeit des Leben[s], die Einigkeit u Stetigkeit im Fühlen wie
im Denken Wollen u Handeln giebt dem Einzelnen wie dem Ganzen den Frieden, die Freudigkeit
welche er ersehnt und wornach er strebt. Diesen innern Einklang < ? erblühen ? > er-
sehnt auch unser Herz für unser Leben.
Diese Einigkeit u Stetigkeit nun, was Sie selbst als Kind in mir als Erziehenden erkannten u offenen Kindessinnes mir als Erz aussprachen u so mir
als erziehend u selbst zur klaren Einsicht u Bewußtseyn brachten - in der Erziehung Kindheit u Menschenpflege
u Erziehung nach Weg Mittel u Weise u Zweck, wie im Leben nach Weise u Gestalt aus[-]
zuführen dieß war mir von meinem frühesten Bewußtseyn an schon sehnlichstes Streben,
dieß war es was mir den Muth gab als Erzieher in das Haus Ihrer hochverehrl. Eltern
zu treten u der Erzieher Ihr[er] Kindheit zu werden. Seit also nun mehr als 40 Jahren verfolge ich wie
früher als Knabe u Jüngling schon nun als Erzieher u Erziehend diesen Zweck. Und mein
Streben hat Gott gesegnet, es hat mir wohl im harten Lebenskampf darum doch als bittersüße
Frucht desselben nun Mittel gezeigt u finden lassen, das Kind frühe diesem Einklang, dieser Har-
monie, diesem klaren fried[-] und freudvollen Lebenszusammenhang entgegen zu erziehen
und diese Mittel von so einfacher geringer Art ihre Anwendung in so einfacher Weise ihre reine Absicht so unzweydeutig, das Ziel
derselben so klar wie Absicht u Zweck sich an jedes Verhältniß schmiegend wie
sich nach jedem Verhältniß einfacher oder zur größern Vollkommenheit entwickelnd
Geist u Gemüth zur für alle Bedürfnisse des Lebens vorbildend u begründend befähigend
wie Geist u Gemüth für Sinnigkeit u Sittlichkeit für ächte religiösität weckend u pflegend
und in ihrer stetigen Anwendung wie Einsicht u Wissenschaft befördernd, so ganz besonders aber
Wohlstand u Zufriedenheit u Freudigkeit wie in Familien, so in Gemeinden u so in der
ganzen menschl. Gesellschaft fördernd.-
[links hochkant, möglichweise hierhin:]
und so Freude u <Glück> in die Familien, ja in <treuer> Anwendung Auskommen selbst Wohlstand in das Haus des einfachen Bürgers zu bringen.
Ja verehrtester Herr Minister ich glaube nach den Ergebnissen der vielseitigsten Prüfung in den
verschiedensten Gegenden u Orten, wie von den verschiedensten allein immer stimmberechtigten Menschen mich
wohl die Überzeugung hingeben zu dürfen für Kinder u Menschen begründende Erziehungs[-], Bildungs[-] u Lehrmittel zunächst
für die Kindheit besonders <zum Seegen des Volkes> aufgefunden zu haben, welche dem gegenwärtigen
[Text bricht ab]

b) 2. Entwurf

[10]
Keilhau am 18/19 Novbr 1846.
Sr. Excellenz, Herrn Minister u Bundes[-]
tages Gesandten Freyherrn Adolph von Holzhausen
in Frankfurt a/m.

Excellenz!
Hochverehrter Herr Minister.

Werden sich Ew. Excellenz sich wohl gütig noch eines Mannes erinnern
welchen einstmals in seinen strebsamsten Jünglings Jahren Ihre
klare Kindesseele, Ihre und reine Kindesliebe, Ihr sinnvolles kindliches
Thun und Streben und Ihr festes Wollen des Edelsten und Besten selbst schon als
Kind und heraufwachsender und sich entwickelnder Knabe, so tief erregte,
daß er die Pflege Sorgfalt für solches Lebens für sich als das beglückendste so hoch beglückte, daß er den Erzieherberuf dann auch für sich, als den erwählenden seegensreichsten erkannte und wählte? -
des Mannes welchen Sie so das edle reine Menschenwesen schon im Kinde immer mehr achten und lieben und pflegen
schon im Kinde schon die Würde des Menschen u des Lebens der Menschenheit immer mehr erkennen und anerkennen lehrten
und welchem selbst in den späteren Jahren Sie noch freundlich sich gewogen waren zeigten?-
Werden Sie es alsdann wohl auch jetzt nachsichtig aufnehmen wenn dieser
Mann jetzt durch ein solch rein geistiges, durch einfachen Kindessinn ge-
knüpftes wobenes Band ermuthigt gezogen Ihnen nicht etwa die Blüthen, sondern
wie er meynt nun die gereiften hinsichtlich in ihrer gesundenden Na-
tur vielfach geprüften sich bewährenden Früchte jenes Zusammenfließens
reiner vertrauender Kindes- und uneigennütziger pflegender Jünglingsliebe und das ihm daraus erblüheten zu gegenseitigem bildenden Erzieherlebens, als Dankes-
gabe für solches ihm daraus erblühetes Erzieherleben Ihnen freudvoll <nun> in treu bewahrter Mannesliebe darbringt, um
zugleich aber auch mit Ihnen, nun dem das Leben k[l]ar durch und ganz überschauen-
den Manne wenn Ihre Güte es gestattet dazu geneigt ist zu berathen, wie nun wohl auch diese Früchte
den gesammten, sich so vielfach laut aussprechenden selbst dringenden Lebensforderungen
entsprechend beachtet und angewandt und gebraucht benutzt werden können?-
[links neben dem vorigen Absatz:]
nun das Erziehung, Erziehung des
Volkes der Masse und zwar
im heraufkeimenden Geschlechte
der Mittelpunkt des Lebens ist
dieß dünkt mich eine auf offener
Hand liegende That Sache; mir war
sie seit langem deutlich, allein
ich sagte mir auch daß ein vom
Schicksal gleichsam dazu erzogener geprüfter
Erzieher dazu gehöre; wenn daher
das Schicksal mich hart ja schwer
in die Schule Erziehung nahm so sagte ich mir
willst du als Diener des welterziehen[den]
Geistes erziehend in das Menschengeschlecht
u sey es im kleinsten Kreise u sey es an
einem einzigen Kinde eingreifen
so mußt du dich auch von demselben erst
selbst erziehen lassen; denn es giebt
wie keinen wichtigern so aber auch keinen
verantwortungsreicher-pflichtvolleren
Beruf als den eines Erziehers, vor
allem eines allgem. Volkserziehers
u so gab ich mich - ich darf es sagen
mit Kindes u Sohnes u Mannessinn
der Erziehung höchster Hand freudig hin.
Denn ich gestehe es, Ihnen vertrauend offen, daß dieß - seit jemehr sich diese Früchte
immer mehr in ihrer heilbringenden u gesundenden wohlthuenden Natur zeigen
und steigend darlegen beweisen, eine Frage ist, deren Lösung mich schon seit Jahren mich beschäftigt. Jetzt
nun aber, überschauend wie alles so gekommen u geworden ist,
wie alles sich entwickelt u feste Gestalt gewonnen hat; wo ich
die Punkte aufsuche wo alles still gekeimt ist und sinnige achtsame
Pflege erhalten hat, da sagt mir mit einemmale mein Gemüth u Geist
mein Herz klar u bestimmt aus - (und der Mann auch soll bis ins Grab
die reine Stimme des Herzens sich bewahren u sie hören) -: nur mit Ihnen,
hochverehrter Herr Minister, welcher schon als Kind und heraufwachsend zum Knaben durch Liebe u Vertrauen mir bewies, daß er
mein Innerstes, seinem Wesen, Wollen und Wirken nach ahnend er-
kannt habe und der selbst als vollendeter Mann mir noch freundlich thätiges
und achtendes Wohlwollen schenkte nur mit Ihnen hochverehrter Herr Minister könnte ich das für mich Hoch-
und Lebenswichtige so besprechen und berathen wie es mein Innerstes
in sich trägt und ersehnet und mein Geist es den Forderungen des Lebens entsprechend angemessen erkennt und so das was mir für mich Lebensfrage ist, gelöst werden. Denn das Leben - und dieß lehrt mich ja eben
Ihre Liebe schon als Kind und Knabe - ist, ohngeachtet aller abschreckenden u trennenden
Äußerlichkeiten doch, im Innern klar erkannt, in sich ein stetig lebens-
volles, den Einzelnen wie die Gesammtheit beglückendes segensvolles
Ganzes und soll als ein solches seegensvoll alle umfassendes Ganze
wie immermehr erkannt u gepflegt, so zu den ersehnten nothwendigen Früchten /
[10R]
Früchten entwickelt und gefördert werden; denn eben nur die Einigkeit u. Stetig[-]
keit, die Einigkeit u Stetigkeit besonders im Fühlen, wie im Denken Wollen und
Handeln im Leben als ein Ganzes giebt dem Einzelnen wie dem Ganzen das Bestehen, die
Lebenssicherung u Anerkennung, die gesunde Frucht bringende Wirksamkeit, den Lebensfrieden
und die Lebensfreudigkeit welche so allgemein aber im Besonderen oft in teuschender Gestalt ersehnt u wornach durchgreifend aber auch so oft mißgreifend gestrebt
wird.
Diese Einigkeit u Stetigkeit nun, - was Sie selbst als Kind schon in
mir dem Erziehenden erkannten u mir unbefangenen offenen Kindessinnes
aussprachen und mir so zur klaren Einsicht u Bewußtseyn brachten -

in der Kindheit- u Menschenpflege, in der Erziehung nach Weg Mittel
und Zweck, wie im Leben nach Weise u Gestalt auszuführen,
und alle die daraus hervorgehenden eben angedeuteten Segnungen in das Leben ein[-]
zuführen; dieß war mir, von meinem frühesten Denken darüber, schon
sehnlichstes Streben; dieß war es auch was mir zwar in Begriff u Wort selbst noch nicht klar bewußt doch den Muth gab dem hohen Vertrauen Ihrer hochverehrten Eltern entgegen zu kommen u als
Erzieher in das deren Haus Ihrer hochverehrten Eltern derselben zu treten, der Erzieher
auch Ihrer Kindheit und ersteren frühesten Knabenalters zu werden. Es wurde es dieß selbst aber doch Und hier für mich lebenswichtig war es eben auch <als> mein Innerstes Streben mir selbst im Wesen noch nicht klar bewußt von Ihnen
selbst als Kind schon in mir dem Erziehenden erkannt unbefangenen
Kindessinnes mir ausgesprochen und mir so selbst durch Sie zum Heil u Segen für mein ganzes Leben als Streben von Ihnen zur klaren Einsicht
höhern bleibenden Bewußtseyn gebracht wurde.
Seit jener Zeit, also nun seit mehr als 40 Jahren schon verfolge ich wie früher
als Knabe u Jüngling im dunkeln Ahnen so nun als Erzieher u erziehend diesen im bewußten Streben Wollen als als Lebens Zweck die Bedingungen, Mittel u Wege zu inner[er] wie dadurch auch zu äußerer Lebenseinigung u Verständnisses aufzufinden. Und
dieß mein Streben erfreut sich des hat Gott gesegnet, er hat mich wohl im harten Lebenskampfe
doch darum dennoch als bittersüße seltene Frucht desselben durch Ausdauer und Still Gottvertrauen Mittel finden lassen, das
Kind, den Menschen frühe diesem Einklange, dieser Harmonie, diesem fried[-] u
freudvollen Lebenszusammenhange, welcher Lebenseinsicht wie Lebens-
muth und ächte Lebensbeachtung gab auch wie die richtige Stellung im Leben
sicherung, Bestehen wie <Anerkennung> giebt u gewährt - entgegen zu erziehen.
Und diese Mittel sind von so geringer allgemeiner Art liegen offen vor ihre Anwendung ist so natürlich von so einfacher
leicht faßlicher Weise, ihre die reine Absicht diese ist so unzweydeutig rein menschlich, das Ziel oder die Ziele wie
angegeben sind so klar, und, wie Absicht u Zweck sich an jedes Verhältniß schmiegend
so sich nach jedem Verhältnisse einfacher oder zu größerer Mannigfaltigkeit
u Vollkommenheit entwickelnd aber immer ein in sich ein geschlossenes organisches
lebenvolles Ganzes, für alle Bedürfnisse des Lebens vorbildend und
begründend wie befähigend u bethätigend, daß sie leicht anwendbar sich unter allen Unständen aneignen lasse auch selbst in den ärmlichsten wie doch auch in den begünstigten mit Seegen aneignen lassen. Wie Gemüth u Geist für
Sinnigkeit u Sittlichkeit, für ächte Religiosität und alle menschlichen Tugenden weckend u pflegend
Kopf u Herz entwickelnd bildend u den Körper für Thatkraft Anstelligkeit
Geschick und Arbeitsamkeit entwickelnd wie den Sinn für schaffende
Thätigkeit entfalten[d] und so in ihrer reinen u stetigen Anwendung wie Einsicht u Wissenschaft
so ganz besonders aber Auskommen selbst Wohlstand in das Haus des einfachen Handarbeiters u geschäftsreichen gewerbetreibenden Bürgers bringend wie Zufriedenheit u Fr[eu]digkeit wie für den
Einzelnen, so in Familien u Gemeinden wie in der ganzen bürgl. Gesellschaft fördernd.
denn sie lehren in dem Äußern u durch das Äußere
das Innere u Innerste - im Leben und am Leben
dessen Urgrund - in der Mannigfaltigkeit die Einheit
in der Trennung die Einigung u das in sich Einige; sie lehren das
Innere am Äußern u durch äußeres, - das innere in sich <reine>
Leben am Äußern Erscheinenden darstellen und
so erkennen u pflegen;
sie zeigen daß sich die
Quelle alles Lebens u aller Liebe ein in sich Einiges Quelle bewußtes, also das
Leben die Liebe das Bewußtseyn, der ewige
ver
also das
Leben u die Liebe selbst in der Erscheinung als
durchgreifende Vermittelung für alles getreu <erscheinende> [sich] kund thut, und daß es eben diese erkannte < ? > Vermittelung ist die dem Leben, der
< ? > Seele u dem Geiste den ersehnten Frieden die erstrebte Freudigkeit giebt.
Und ist nun aber nicht Erziehung - durchgreifende allgemeine
Erziehung, Erziehung besonders des heraufkeimenden Geschlechtes nicht
das Losungswort der Zeit, ist sie nicht zuletzt
der Mittelpunkt aller Zeitforderungen u aller Zeit[-]
bedürfnisse ist sie nicht Erziehung der letzte innerste
Beziehungspunkt der edelsten besten durch[ge]bilde[t]sten u erfahrungsreichsten? - liegt aber nicht im Hintergrunde derselben
eben eine Sehnsucht nach einer diesen Forderungen, diesen
Bedürfnissen entsprechenden Erziehung.
allen schwebt mehr oder minder klar, mehr oder minder
durch u ausgebildet in einem Bilde das Wesen
dieser so heiß ersehnten Erziehung besonders des
heraufkeimenden, Geschlechts vor. Streben u Hoffen
sie zu finden sprechen sich in der Brust und im Leben vieler aus
sollte alles dieß zufällig seyn, sollte da wir eine
Vorsehung anerkennen dieses Streben unbefriedigt bleiben
gewiß muß alles edle u rein menschl. Streben als <einst>
ein Ziel erreichend betrachtet [werden] sonst fiel unser ganzes Gebilde
der Sittl.keit zusammen; also muß auch eine der hohen tiefbegründeten Zeit-
forderung u Zeitbedürfnisse
entsprechende Erziehung es geben, es kann nicht anders
darf nicht anders [sein;]
dieß alles nun aber zugegeben wo ist unter der
Menge der einzelnen Erziehungs Mittel u Erziehungswege
die sich dafür ausgeben werden der entscheidende
Prüfstein, das entscheidende bestimmende Criterium in einer nicht
so hoch für alle Zeiten nur für die jetzige Zeit sondern
für alle Zeiten so hochwichtigen Sache? - allein eben
weil die Sache so hochwichtig ist muß sich ein sicherer
Prüfstein ein entscheidendes bestimmendes Criterium
dafür finden und zwar nicht eines sondern deren wenigstens
drei - erstl. muß die genügende Zeiterziehung ihren
<innern> ewigen Grund in den innern geistigen <ewigen> Zusammen[h]ang aller Dinge
haben - zweitens muß diese <unsrige> Erziehung u
Erziehungsweise nicht eine Erziehung vom
Gestern u heute seyn sondern sie muß <mit> der
Zeit als ein Gewächs Forderung u Frucht der Zeit her[-]
vorgewachsen seyn und drittens
muß sie allen Forderungen nicht nur der Gegen[wart]
nicht sondern der ganzen Zukunft nicht nur den
äußern sondern den innern Forderungen derselben genügen
und entsprechen
Ja offen bekenne ich daß ich nach diesen in
der Sache selbst liegenden Criterien, den Muth habe
auszusprechen eine solche Erziehungsweise aufgefunden u aufgestellt zu haben
wie Erziehung <rc> der Mittelpunkt
der Zeitbedürfnisse u Sehnsucht nach ganz
der Zeit entsprechender Erziehungsweise
Mittel u Wege ganz allgemein ist - so
glaube ich Ja hochverehrter Herr Minister! ich glaube nach den Ergebnissen
der vielseitigsten eigenen Prüfung wie der nach denen in den verschiedensten Gegenden, Orten u Verhältnissen
wie von den verschiedensten stimmberechtigten Menschen mich wohl der Über-
zeugung hingeben zu dürfen begründende entwickelnde Erziehungs Bildungs und Lehr mittel Wege u Weisen zunächst für die
Kindheit dann auch für heranwachsende Jugend, ganz besonders im Volke aufgefunden zu
haben, welche den unsern gegenwärtigen so laut sich aussprechenden so klar als drängend vorliegenden bürgerlichen u socialen, religiösen wie überhaupt /
[11V]
[große Teile der Seite insgesamt gestrichen]
volklichen und menschlichen Bedürfnissen namentlichen uns Deutschen jedes Landes
und Standes als dessen zeitgemäße Erziehung begründend auf das
entschiedenste genügen entgegen kommen welche darum auch denn allen zuvor sind gründen sie sich ohne Ausschließung auf
Real- u Sachanschauung und begründen und bewirken so das gestaltende und
gehaltvolle Denken, wie sie das Leere und müßige entfernen.
Denn zu vor Allem sind sie wie schon ausgesprochen allgemein anwendbar 1) wegen
ihres billigen Stoffes
einfacher großer Billigkeit
des allgemein verbreiteten u mit geringen Kosten zu beschaffenden einfachen Erziehungs Bildungs Stoffes 2) wegen der einfachen und leichten Be-
handlung Anwendung Gebrauch desselben
Dann außerdem, daß sie wie eben besprochen den materiellen u intellectuellen wie
religiösen Zeitforderungen genügen ganz entsprechen indem sie auf christl. religiöser
Weltanschauung ruhend wie auf
sinniger Selbst u innerer Lebensbeachtung nicht nur ruhend
sondern daraus eben mit Nothwendigkeit hervorgehend sie sich sämtl. als zwar äußere Bildungsmittel auf Real Natur u Sachanschauung
auf schaffende Selbstthätigkeit gründen, und diese in dem Zöglinge ausbilden
und so das gestaltende u gehalt sinn u gemüthvolle Denken u solches Handeln bewirken wie das Leere
müssige und fruchtlose dagegen wie jede äußerliche Halb[-] und Zerstückt[heit], jede Einseitigkeit u Oberfl. den Krebs menschl. socialer Ausbildung Krebs der Zeit so vieles Halbwissen Krebs entfernen
[wohl hierhin gehörender Randeinschub:]
Zul Zerstückelte wie der Krebs
halb oberfl. Bildung <für jedes Vorhaben> verachten
<Ganze> grdl. wie <harmonische> Bildung für jedes
Verhältniß bewirken
also sich auf geistes u gemüthsbildung gründende praktische Tüchtigkeit für das Leben bewirken überdieß sind die Bildungsmittel
überdieß wie ausgesprochen von so einfacher u leichten Behandlungsweise u Anwendung, wie so all[-]
gemein verbreitet und mit geringen Kosten zu beschaffen ja dem Bildungsstoffe selbst kann
dadurch daß er Bildungsmaterial mittel
war sogar höherer Geldwerth
verschafft werden, so daß
sie sich diese Bildungsmittel dadurch als ganz allgemein u durchgreifend anwendbare
Erziehungs[-] u Bildungsmittel bethätigen[.]
Leider kann ich nun aber nicht sagen daß ich dieß so leichten Kaufes
erhalten, bekommen u gefunden habe, sondern ich habe seit meinem
ganzen Leben zuerst von dunkeln Ahnen getrieben alles über was ich nur je zu zu bestimmten Zeiten mein
nannte mit Freuden hingegeben um mich den sich mir nahenden
geahneten Ziele entgegen zu bilden
, und so endl. in den Besitz der Mittel
u Wege zu dem vorgesteckten Ziel auch wirkl. zu erreichen [zu] gelangen. Da ich
nun diese Mittel erkannt und aufgefunden habe wünschte ich mir so ist der Wunsch so natürl. als gerecht durch
dieselben
nun auch in den Stand gesetzt durch sie das Ziel die Frucht die Gabe die Wirkung die Wohlthat derselben das Wesen u die Wirkung dieser Bildungsmittel
[die] besonders in ihrer klaren Aus-
und Durchführung liegt der lang erstrebten harmonischen
Ausbildung der Gesammtkraft für schaffendes Wirken und ausführender Zukunft wirklich zu erringen allgem. zu machen
und so das erstrebte Ziel
zu <erringen> wie der Zeitforderung
zu genügen und mich so selbst als
würdiges Glied der menschl. Ge-
sellschaft, für Entfernung der
sie drückenden Last der <innern> Einseitigkeit Halbheit
Zerstücktheit thätig zu seyn.
Dieß kann aber nur durch die größte darum billigste aber dennoch möglichst vollkommene u organisch besonnen gegliederte Verallgemeinerung
dieser Bildungsmittel geschehen.
Da nun dieselben erstl. sehr einfach u daher gewiß sehr leicht nachgeahmt
werden können, das Wesen u die Wirkung dieser Mittel aber ganz besonders in ihrer
klaren Aus- und Durchführung liegt, zweitens aber durch ihre leichte Ausführbar- und
Anwendbarkeit gewiß großen Anklang finden werden, - da nun
aber dieß alles die Industrieritter der Zeit antreiben wird sich
nun dieser Bildungs u Erziehungsmittel als ge deren klare Erkennung mir mein
ganzes Leben u all meine Mittel u Kraft kostete - leichten Kaufes
als gute Priese als Erwerbs Fabrikstoff für den blosen Zweck des Erwerbes <und> als Bereicherungsmittel zu bemächtigen
Da nun wie wir eben ausgesprochen die Anwendung dieser Bildungsmittel
hinsichtl. des klaren Zieles durch <tumpe> pfuscherhafte, mindestens
einseitige Ausführung für den reinen Zweck des Erwerbes, viel von ihrer Wirksamkeit verlieren, wenigstens in so <lange> als sie in ihrem Wesen u
Gebrauch in ihrer Anwendung [nicht] klar erkannt sind so muß es mir ganz besondere Sorge seyn daß dieß erstere erreicht werde
endlich drittens muß es mir größte Sorge seyn
die zur Erreichung des mir vorgesteckten Zieles von mir übernommenen äußeren pecuniären Verpflichtungen zu erfüllen
d.h. alles daß
die mir durch dieß was ich [durch] <Forderung> meines Strebens anderen deßhalb schuldig erwachsenen Schulden geworden wieder zu
erstatten entrichten so wie auch das eifrigste Bemühen
seyn das mir während der langen Zeit
während der vielen Jahre meines Strebens
von einer namhaften Zahl edler Menschen mir
gewordene Vertrauen zu rechtfertigen, weßhalb
ich wünschen muß u wirklich ersehne vor meinem
LebensEnde, eine in sich so vollendete Anstalt besonders für
frühe Kinderpflege auszuführen und ich möchte [sie] <wo mögl. nach [meinem]> Todt als
ein Allgemein Gut des gesammt Vaterlandes zurück zu lassen
so ist muß es mir
jetzt ganz besonders als Schlußstein meiner Bestrebungen
tiefgegründ[et]er Wunsch seyn, daß der hohe Bundestag /
[12]
und welche darinn auch, - indem sie auf - religiösem [gestrich.:] *aus dem Läuterungsfeuer des prüfenden
Denkens bewährt hervorgegangenen* Denkens bewährt hervorgegangener christlichen Weltanschauung, wie auf
sinniger Selbst- und innerer Lebensbeachtung nicht nur ruhend [gestrich.:] *u aus dem Läuterungsfeuer des prüfenden* sondern daraus sich eben mit Nothwendigkeit
[gestrich.:] *Denkens bewährt hervorgegangen* ergebend sich sämmtlich, als zwar äußere allein die geistige Auffassung vermittelnde Bildungsmittel,
auf Natur- u Sachanschauung auf schaffende
Selbstthätigkeit gründend - diese sämtl. [gestrich.:] *<darin> auch* in dem Zöglinge ausbilden und so das gestaltende
gehalt- sinn u gemüthvolle Denken und solches Handeln in denselben bewirken
[im folgenden zunächst Variante von 11V:]
volklichen und menschlichen Bedürfnissen auf das entsprechendste entgegen
kommen; denn sie ruhen sich nicht nur auf christlich religiöse[r] Weltanschau aus dem Läuterungs-
feuer des forschend-prüfenden Denkens bewährt hervorgegangenen Weltanschauung
wie auf sinniger in dem Herzen des Menschen ihren
Grund habenden Selbst- und innerer Lebensbeachtung, sondern sie ergeben
sich eben mit Nothwendigkeit daraus; sie gründen sich zwar als äußere,
allein die geistige und innere vom Herzen sinnbildlich gedeutete Auffassung vermittelnde Bildungsmittel
auf Natur u Sachanschauung, auffassende Selbstthätigkeit, bilden darum aber
auch alles dieß in dem Zögling, von dem Kinde bis zum ganzen Menschen aus, und aus ihnen heraus und aus
und erwärmt u belebt von dessen Herze aus ihm hervor und bewirken so das gestaltende, gehalt- sinn- und gemüthvolle
Denken und solches Handeln, die sich auf Geistes- und Gemüthsbil-
dung gründende praktische Tüch-
tigkeit für das Leben, Rechtlichkeit und Biederkeit im Leben, was uns allen so Noth thut, wie sie
dagegen das Leere, Müßige und Fruchtlose, wie jede Halb- und
Zerstücktheit jede Einseitigkeit und Oberflächlichkeit, Gemüth- und Herzlosigkeit, den Krebs
menschlich socialer Ausbildung entfernen; weßhalb die Aus- und
Einführung dieser Bildungsmittel als nächste Zeitforderung so wichtig.-
Überdieß sind, wie schon ausgesprochen diese Bildungsmittel von
so einfacher und leichter Behandlungs- und Aneignungsweise auch
Anwendung im Leben, wie so allgemein und mit leichten Kosten
zu beschaffen, - ja der Bildungsstoff geht dadurch, daß er Bil-
dungsmittel war nicht nur nicht verlohren, sondern es kann
demselben eben dadurch, daß er Bildungsmittel war, sogar höherer
Geldwerth verschafft werden, wodurch daß vor allem deßhalb sich diese Bildungsmit-
tel als ganz allgemein als ganz allgemein u durchgreifend
bethätigen ja für die ärmere Volksclasse sich sogar als Er-
werbmittel erweisen.-
Leider kann ich nun aber nicht sagen, daß ich dieß so leichten
Kaufes bekommen mühelos gefunden habe, sondern ich habe in mei-
nem ganzen Leben zuerst vom dunkeln Ahnen getrieben
alles was ich nur je zu irgend einer bestimmten Zeit mein nannte
mit Freuden hingegeben um so endlich zu in den Besitz der Mittel
und Wege zu dem sich immer aus der Dämmerung klarer entwickelnden
Ziele zu gelangen, da ich nun <theils> mir diese Mittel endlich nur nach durch Kampf
Mühe Entsagung u Opfer erkannt habe habe ich dieß endl. und das früher daß sich mir nun
hat sich nur endl. das dunkel
geahnete Ziel sich nun in endlich meinem Herz, Gemüth u Geist in klarer Ge-
stalt gezeigt, so ist nun wohl auch der Wunsch so natürlich /
[12R]
durch sie nun auch als Frucht und Wirkung das Ziel, die langer-
strebte harmonische Ausbildung für schaffendes gemüthvolles Wissen
und gestaltendes liebendes Thun wirklich zu erringen, solche all-
gemein zu machen und dadurch wie der Zeitforderung zu ge-
nügen, so auch der Forderung des eigenen Herzens entsprechend, mich
so selbst als würdiges und besonders auch dankbares Glied der menschlichen
Gesellschaft - für das Gute was <ihr> in der wirklich Noth thut Entfernung der sie drückenden Einseitigkeit
Halbheit, Zerstücktheit und besonders aus sich selbst hervorge-
tretenen Äußerlichkeit, entsprechend thätig zu beweisen. Dieß kann
aber jedoch nur durch die größte darum billigste, und aber dennoch
möglichst vollkommen gegliederte also und besonnene Verallge-
meinerung dieser Bildungsmittel geschehen.
Da nun aber diese Bildungsmittel einmal erstlich sehr einfach
sind und daher als Handelsgegenstand sehr leicht nachgeahmt
werden können; das Wesen und die Wirkung dieser Bildungs-
mittel aber nicht blos in ihrer äußern aber ganz besonders in
ihrer klaren und organischen Aus- und Durchführung und in dem dadurch be-
stimmten Gebrauche liegt

durch ihre leichte Ausführ- und Anwendbarkeit und nach den vorliegenden Erfahrungen gewiß großen
Anklang finden werden; da sie nun aber auch zweitens sehr ein-
fach sind und daher als Handelsgegenstand sehr leicht nachgeahmt macht
werden können - da nun aber so wird dieß alles die Industrieritter
der Zeit antreiben wird sich nun dieser von mir so theuer erbrachten nur mit Anstrengung erworbenen Bildungs- und Erziehungs-
mittel - deren klare Erkennung und organische Auffindung mir
mein ganzes Leben, alle meine Mittel und Kräfte kostete

leichten Kaufes mein wirklich schwer u oft mit geistiger
u moralischer Lebensgefahr von physischen Anstrengungen gar nicht
zu reden er-
rungenes geistiges u moralisches
Eigenthum und mein geistiges u moralisches Eigenthum als gute Prise und als Fabricksstoff
für den Zweck des Erwerbesgegenstand u als Bereicherungs-
mittel zu bemächtigen. Da nun aber weiter das Wesen und
die Wirkung dieser Bildungsmittel nicht blos in ihrer äußern
aber ganz besonders sondern vorzüglich in ihrer klaren und organisirten Aus- und
Durchführung und in dem dadurch bestimmten Gebrauche im Geiste desselben liegt
dieser Gebrauch und Geist aber hinsichtlich des klaren bestimmten
Zieles durch einseitige Ausführung für den reinen kaufmännischen Zweck des
Erwerbes aber viel von seiner Wirksamkeit verlieren
würde, so muß [es] schon von dieser Seite mir ganz besonders Sorge seyn, daß das erstere erreicht und daß dieß
möglichst vermiethen werde. Dieß das in Beziehung auf
den Gegenstand von mir zu Beachtende; nun aber auch das
in Beziehung auf mich;
weiter aber ruht auf mir persönlich die Sorge <Verpflichtung> da muß es denn größte
Sorge seyn
die zur Erreichung des mir vorgesteckten Zieles v. mir
[die nächsten beiden Absätze links neben dem vorigen Absatz:]
da nun
1.) Anklang finden
2.) leicht nachgemacht
3.) darum Industrieritter <wecken>
4.) da nun aber Wirkung von der Art der Ausführung [abhängig]
5.) da ich Schulden zu bezahlen
6.) Vertrauung rechtfertigen
durch klar ausgebildete Anstalt
deßhalb der Wunsch
der Bundestag möchte
und da rechtfertigen wo nicht in der mein
Besonnenh erst Erzieherber[uf] <mein> nicht
nur in mir geweckt sondern auch in
seinem Wesen u Ziele noch mir klar, wo
wurde und wo ich in derselben ihm durch einen Hohen Zufall so viel[-]
seitige Pflege erhielt
<hindurch> immer von neuem wiederkehrend so <ruhige> in gesteigerter Entwickelung u Wirksamkeit Pflege erhielt wurde.
Frankfurt was von mir seines <innigsten Wunsche>
<Wunschst[r]eben[s]> als die treue Pflegerin <meines> ächt < ? > deutschen
Strebens erkannt wurde, würde von neuem
in diesem schönen Wirken erkannt werden, und
so als eine Stadt sich zeigen in welcher ein
Herz für Pflege deutschen Strebens schlage und dadurch sich als wirkliche Mittelpunktesstadt
des deutschen Lebens zeigen.
[ebenfalls linker Blattrand, auf dem Kopf:]
nun das Werk vollendete, und nun
dahin wirkte auch seine dessen durch diesen Schutz dortmals
still gekeimten blüheten angesetzten nun zu jene zeitgemäßen
Früchten herangereiften gesunden Erzieherfrüchte jene < ? >
gegen störenden Einfluß Eingriff u Mißbrauch
und zum seegensreichen allgem. Gebrauch <so
viell.> zu schützen und ihm dadurch mögl. zu machen sich zum beglückenden zum
ersehnten Erzieher seines Volkes
heran und auszubilden /
[14R]
[Anschlußtext zu dieser Randeinfügung weiter am Rand von 14V, auf dem Kopf:]
wenn dieser aus dem engen
Schranken der Familienwirksamkeit
herausgetreten
wenn jener nun jetzt als Lebenseinsichtiger
und umsichtig im großen Staatenganzen wirkender Mann, jetzt das Werk <wie frisch> das Werk
vollendete und dahin wirkte daß und nun auch dem am Ziele seines Strebens stehenden Manne seine durch jenen seiner Eltern
Schutz dortmals still angesetzten und gereiften Früchte vollendete gegen
störenden Einfluß u Mißbrauch zur

zur Entwickelung zeitgemäßer Erziehung
gegen störenden Einfluß u Mißbrauch
in öffentl. Schutz genommen würden
damit er sich es ihm so mögl. werde sich
in der Wahrheit u Allgemeinheit seines
erziehenden Strebens zu bethätigen
jetzt als viel als erfahrungsreicher im gr. Staatenganzen wirkender /
[wieder 12R]
[Variante des vorigen Absatzes von 12R, linker Blattrand auf dem Kopf:]
nun <nach einer nur> aus den engen Schranken der Familie als als stimmberechtigter und einsichtig wirkender lebenseinsichtiger Mann <herausgetreten> im <groß[en]> Staaten Ganzen das Werk vollendete und nun
durch jene Stellung dahin wirkte nun dem Manne seine
durch jenen Schutz dortmals still angesetzten
und gereiften gesunden Früchte gegen stören[-]
den Einfluß u Mißbrauch zur Entwickelung zeit[-]
gemäßer allgem. Erziehung Zunächst Kinder[-]
beachtung u bethätigung und ihn in öffentl.
Schutz zu nehmen, nun sich so in der Wahrheit
u Allgemeinheit seines Erzieherber.
und Allgem. seines Erzieherstrebens
zu beurkunden /
[weiter 14R]
eingegangenen äußeren pecuniären Verpflichtungen
zu erfüllen d.h. alles was ich deßhalb schuldig geworden und
noch schuldig bin redlich zu bezahlen um ein als ehrlicher Mann aus der Welt zu gehen, so wie es mir
weiter zuletzt eifrigstes Streben Bemühen u heilige Pflicht seyn muß, das mir während der
vielen Jahre meines Strebens von einer namhaften Zahl
edler Menschen mir gewordene Vertrauen so zu rechtfer[-]
tigen wie es dasselbe verdient weßhalb ich sehnlichst wünschen muß vor meinem
LebensEnde in einer klar ausgebildeten Gestalt, zunächst nur
in einer möglichst vollendeten Ausführung einer Anstalt
für frühe Kinder und Kindheitpfle[ge] darzulegen was ich eigentl.
durch mein ganzes Leben hindurch für entwickelnde Erziehung erstrebte
ja ich möchte dem Vaterlande aus Dankbarkeit für jenes [gestr.:] *das in dieser Beziehung mir
von so vielen Edlen meines Vaterlandes gewordene* so reichlich genossenes Vertrauen dann diese [gestr.:] *m wenigstens
eine solche* Anstalt in voller Musterhaftigkeit zum Eigenthum
und zu bleibend und seegenreicher Wirkung zurück lassen.

darum zu zeigen daß das was ich erstrebe
wohl des mir von Ihnen ge-
schenkten Vertrauens wohl würdig
war und daß ich die <kleinst>
That solches Vertrauens als
heiliges Gut verwaltete.
Dieß alles nun bestimmt mich zum Schlußstein meiner
Bestrebungen zu einen Wunsch, welchen ich hiermit Ew.
Excellenz zu geneigter Prüfung und im Fall er durch das Ganze bewogen Ihre g. Zustimmung er-
hielt auch zu geneigter Förderung seiner Erfüllung vertrauensvoll
vorlege es ist der, /
[14]
daß der hohe Bundestag mir auf mein ehrerbietiges
Ansuchen mir bei Veröffentlichung meiner Erziehungs
Bildungs und Lehrmittel, besonders auch meiner Kinder und
Jugend Spiel- und Beschäftigungsmittel, Spiele u Spielweisen
hohen Schutz gegen jede Nachmachung durch einen deßhalb zu fassen[den] hohen Beschluß zu gewähren
bis zu meinem Tode (und ich stehe schon im 65. Jahre[.]
Sie nun hochv. He. Minister wegen
Über dieses meinen Wunschs und Gesuchs Hochverehrtester Herr Minister
um Ihre gütige Ansicht zu bitt und im Fall Sie denselben geneigtest
beistimmen könnten und wollen um Ihre so gütige als kräftige u vermögliche
Mitwirkung zur schönen Erfüllung desselben zu bitten;
dieß ist der nächste erste Zweck dieses leider nur zu lang gewor-
denen Vertrauenden Schreibens.
Sollten Sie nun hochverehrter Herr Minister nicht nur mein Gesuch
statthaft finden sondern dasselbe auch erfüllbar finden und es
dadurch wirklich erfüllt werden so würde mein ganzes Leben als
mein Wirken und meine Lebensverhältnisse Schicksale u Begegnisse
zu einem so vollendet abgeschlossenen Ganzen werden wie
ich dieß wenig im Leben erschaue; meine Bestrebungen würden
dadurch auch nach Außen hin u für das erkennbare Leben
hin die Wahrheit erhalten, welche als innere Wahrheit des-
selben mir bisher stillen Muth GottVertrauen und durch höhere Kraft gestärkte
Ausdauer gab und so zum schönen hohen unvergängl. Ziele führte.
Die hohe göttliche Einheit des Lebens würde sich dann in u bei aller
äußerer u scheinbarer Trennung menschlicher Trennung kund tun /
[11R]
Die Gesammtheit der so aufgefundenen Erziehungs- Bildungs- und Lehrmittel
Wege u Weisen beruht auf der sich im klaren stetig durchgeführten Denken und reicher Lebenser-
fahrung bestätigten Überzeugung der lebenvollen organischen Einheit alles
geistigen Lebens als hervorgegangen aus einem in sich innig einigen klar bewußten
liebenden Einem, so daß also auch das einzelne Kindesleben organisches Glied dieses
großen Lebensganzen und darum in all seinen Erscheinungen sinnbildlich
(in äußerer Erscheinung innern Sinn u Geist offenbarend) ist.
jedes meiner Lebensbegegnisse erschien dann an seinem rechten
Platze, keines bedeutungslos. Frankfurt die Stadt welche so oft
mein Leben ja mich selbst wie eine Mutter pflegend u erziehend bildend in Schutz nahm denn was verdanke ich nicht alles Frankfurt würde ihrem Wirken
wie eine treue Mutter den schönsten Lebenskranz aufsetzen
meine hohe mich durch mein ganzes Leben getriebene Ahnung von der hohen
Würde des Kindheitlebens, des sinnend bedeutungsvollen der Kind-
heitäußerungen und des Kindessinnes würde sich so rechtfertigen, und was
sich so rechtfertigte was seit länger als einem sogenannten Menschenalter, seit
mehr als 40 Jahren einer ganzen Stadt zur Prüfung vorliegt: daß
das Leben des Menschen ein unzerstückeltes in sich einiges Ganze[s]
ist für den der es beachtet, der ihm still u ruhig beachtend
nachgeht und sinnig den innern Zusammenhang desselben pflegend
erfaßt u so erkennt; diese Thatsache würde eine Lebensthatsache
gerad in der jetzigen Zeit vom höchsten Belange seyn.
[links am Rand, wohl hierhin gehörend:]
Dieß alles kann ich nun aber als Einzelner
nur erreichen wenn mir der Besitz
der Gebrauch die Anwendung Ausführung und der Gebra
Verschleiß der aufgestellten BildungsMittel
auch bis so weit nur immer zu erreichen
mögl. ist ungekrenkt bleibt, mindestens
durch ein allgemein mir ausgesprochenes
Recht von competenter Behörde gesichert ist[.]
[links am Rand, neben dem vorigen Absatz, ohne eindeutigen Bezug:]
Es wäre dieß mehrfach sehr wichtig
weil es eine eben die Forderung der jetzigen Seite
der Menschheitsentwickelung ist, daß alles
was auf A[n]erkenntniß for Anspruch macht durch
den prüfenden Geist hindurch gehen und in u durch den[-]
selben seine Bestätigung finden muß, hier also
auch der in der jetzigen Zeit unumgehbare tief
im Wesen und Gang der Menschheitsentwickelung
liegenden Forderung offen entsprechen würde.
Es wäre
höchst wichtig wenn Sie hochzuverehrender Herr Minister die Sie als
zarter u zartsinniger Knabe durch die zur mir gesprochenen verwändernden Worte
an mich: - "Sie sprechen aber auch immer von innern Zusammenhang"
mir selbst erst mein unbewußtes Streben ins Bewußtseyn riefen,
wenn Sie nun dessen Spiegelwort mir nun zugleich ein Prüfungs[-]
und Beachtungswort meines Lebens Würden - wenn Sie mein
daraus hervorgegangenes durch eine gewachsene allgem bewirkte Anerkennung einer Gesammtheit den Schlußstein so krönten. Es wäre dieß mehrfach
wichtig[e] Zeitforderung alles durch den prüfenden
Geist hindurch gehen [zu lassen]
<auf> der jetzigen Entwickelungsstufe der
Menschheit. Unaus-
sprechlich schön wäre es wenn der dortmals jüngste der Söhne der
Familie - die damals den äußerlich noch wenig gebildeten aber im
Innern nach dem Höchsten u Besten strebenden u dafür erglüheten durchgl-
Jüngling, gleichsam gegen die störenden Eindrücke von außen und um sich
sich für seinen Beruf Gärtner der Kindheit u Jugend zu werden freudig
still u sinnig zurückgezogen sich auszubilden - in Schutz nähme
sich <möglich[st] mens[chl.]> in der Wahrheit seines Strebens Erzieherberufes vollkommen öffentl. zu beurkunden
und wenn dieß möglich < ? > nun alles so mit ruhigem k[l]arem männlichem Bewußtseyn
geschähe, nicht [als] ein Werk des dämmernden Zufalls
nun dem bald Manne vor seinen Hinsinken ins Grab die Krone jenes Strebens nun den Kranz des Lebens reichte[.]
Wahrlich schwer zu entscheiden wäre wer dadurch mehr geehrt
und sich beglückt finden könne, jenes edle Haus, der dortmals
zarte Knabe fast noch Kind oder der dort wenig gebildete Jüngling[.]
Jedes, jedes bekommt dann höhere Bedeutung, denken Sie nur an die
unausprechl. Güte ihrer Elte verehrten Eltern welche mir 1831 so lange Aufent-
halt auf Ihrem dem pflegenden Landsitz derselben gewährten, bedenken Sie daß
ich mir dadurch u daß ich nach der Schweiz mußte dieß jetzige erreichte
und Sie konnte Ihnen nicht ein ander[es] Loos fallen als Gesandter
am hohen Bundestag zu werden?- /
[13]
Wie erscheint das Leben so und jetzt, und als was für ein schönes
Ganzes?- Wie muß die Kundwerdung und Anschauung eines
solchen Lebensganzen die Menschen auffordern auch ihr Leben
als ein so stetiges und unzerstücktes Ganzes zu überschauen
das Leben ihrer Kinder als solches zu beachten zu pflegen, welch ein
Seegen kann daraus für Einzelne, für Familien ja ganz große
Lebens[-] und Menschheitsganze hervorgehen;
[links am Rand, wohl hierhin gehörend:]
Was muß das einstige Bekanntwerden eines
solchen Lebensganzen, wo alles so harmonisch
sich zusammenfügt als sey es mit klar be-
wußter Voraussicht so geordnet wurden [sc.: worden]
was muß dieß besonders in einer Zeit
wie die jetzige wirken, wo manche[r] oft wenig
an einen innern geistigen und zugleich auch
an einen äußern historischen Zusammenhang
des Lebens und an eine höhere Weltre-
gierung glaubt.
[Links am Rand außerdem ein Absatz, mit Bleistift sehr flüchtig geschrieben, nicht lesbar]
Ja hochzuverehrender He.
Minister lassen Sie mich es immerhin aussprechen: welch Seegensreiche[s]
kann für unzählige Familien u noch mehr Kinder daraus hervorgehen
wenn wir beide ferner gemeinsam ein, ich darf mir erlauben zu
sagen bisher unbewußt geistig gemeinsam unbewußtes gelebtes Leben, so sinnig gemeinsam wie
geistig so in seiner äußern Lebensgestalt und Forderung wie bisher gemeinsam unbewußt, nun klar bewußt fortpflegen.-
Doch wohin lasse ich mich durch dieß große schöne geist- Leben-
wie liebe und thatvolle Leben leiten?- Noch fehlt ja ein so
sehr Großes, noch fehlt ja das Wichtigste: - was ich in den erwähnten
Erziehungs- und Kindheitpflegenden Mitteln rc sehe, was auch Andere
mit mir darinn finden u sehen, liegt es denn auch wirklich darinn
finden oder wenigstens liegt es denn auch wirklich für Ihre
Lebens- und Menschenansicht u.s.w. darinn und wie kann Jemand
wie können Sie einer bestimmten Sache in bestimmten Geiste das Wort
reden wenn nicht diese Sache auch in diesem Geiste zu Ihnen spricht
also kennen lernen müßten Sie hochzuverehrender Herr Minister
Gesandter vor allem die Sache, und zwar nur zuerst in der engen
Grenze ob die Sache denn wirklich auch von Solchem Belange, daß
sie dem h. Btg. [sc.: hohen Bundestage] mit der in Frage stehenden Bitte vorzutragen
sey; deßhalb muß ich mir wohl im Vertrauen geneigter
Nachsicht eine zweite und zwar ganz besonders persönl. Bitte
erlauben, wollten Sie mir wohl gütigst gestatten, daß
ich Ihnen persönl. und vielleicht in Gegenwart einiger ausgewählter Männer die Ihnen für den ausgesprochenen Zweck besonders wichtig erschienen vielleicht höchstens zu etwas vermehrter Prüfung
noch einiger weniger Anderer von mir in einer oder ein paar gelegenen Stunden
wenigstens einiges des Wesentlichen im vorstehenden Erwähnten
zur zu einer vorläufigen Prüfung vor[ge]legt werden dürfte; indem das worauf sich besonders noch meine
Überzeugung von dem Werthe u den der Allgem. nützlichen Anwendung u ersprieslich lebensförderlichen Wirkung dieser Bildungs u Erziehungsmittel
gründet außer meinem engsten erziehenden Wirken noch gar nicht be-
kannt ist. Um dann durch das Ergebniß dieser Vorprüfung müßte dann das
Weitere zu bestimmen und ob und wie z.B. auf eine allgemeine durchgreifende Prüfung vor einer vom hohen
Bundestag anzuordnenden Comission anzutragen oder ob die Sache auf sich beruhend zu lassen sey rc. besonders auch ob darauf anzutragen sey. Auf den
von mir freilich ersehnten besten Fall besonders daß man sich von der angedeuteten allgem. deutschen
für alle Staaten u Länder Deutschland[s] u resp. des deutschen Bundes
Anwendung u Wichtigkeit überzeugte und man von dieser Überzeugung ausgehend man
die Sache als ganzes u freyes Eigenthum der verschiedenen Bundesstaaten
besitzen und dafür statt des [sc.: der] auf meine Person beschränkten
Verkaufes Anfertigung der Sache solche[n] allgem. Preiß u dagegen mir ein entsprechenden /
[13R]
Equivalent von Seite des h[ohen] Bundestages bestimmen wollte, viel[-]
leicht Sie selbst diese Form des Gesuches dem Ganzen am ange-
messendsten finden sollten.
[links neben dem vorigen Absatz:]
Ein Equivalent den daraus her-
vorgehenden Früchten, des dadurch
bewirkten Verständnisses des dadurch gewonnenen Friedens
Ruhe Friedens u Freudigkeit u Ruhe im Leben
werth u würdig
Durch den jetzt so beschleunigten als pünklichen Postenlaufes welcher
glaub in weniger als 24 Stunden von Gotha nach Frkfurt bringt würde
ich an jedem von Ihnen bestimmten Tage u in jeder von Ihnen bestimmten
Stunde die Sache Ihnen zur und den von Ihnen bestimmten Kreise
zur Prüfung vorlegen können.
[links neben dem vorigen Absatz:]
Darf ich bitten, so lassen Sie sich weder
von dem Umfange noch von der Unvollkommenheit
der äußern Erscheinung der vorliegenden Mittheilung
abhalten dieselbe nicht nur zu
lesen sondern auch gütigst
zu beachten, nicht aber
unbeachtet ad acta zu legen
sie enthält auch in dieser Unvollkommenheit, denn ich konnte sie nur unter
steter Störung und Umgebung
von meinen Schülern niederschreiben,
gewiß fürs Leben wichtiges.
Nur noch ein paar Worte erlaube ich mir: - wenig ist von dem ächten
Geiste der Spiele und noch weniger von ihrem organischen zusammenhang
gleichsam Lebensganzen so wie von ihrer hohen Einfachheit bekannt
und noch we[ni]ger ist davon selbst in den sich des schönsten Beifalls
erfreuenden Anstalten bekannt. Das Ganze aber in der Art und
in u mit dem Geiste als ich es im Auge hatte als ich das vorstehende
Niederschrieb ist noch gar nicht bekannt, sondern nur noch
Eigenthum meines Geistes[.]
Ob ich nun gleich nie durch schön ausgesprochene Urtheile für die
Sache zum voraus gewinnen will, sondern ich die Stimme jedes einzelnen wünsche, so
will ich mir doch erlauben daß selbst in hohen u höchsten Kreisen der Gegenstand
seine hohe Aufmerksamkeit erregt hat so bey der erlauchten Frau
unsers Fürstenhauses, und dadurch selbst in Paris in der Familie der
Herzogin von Orleans; <Einigen> erzherzogl. <öster.> Familien durch die Fr[au] von <Corom[pa]>
Brunswick
<holstein.> Minister <Schaffen> am preuß. Hofe; die Söhne des
Ministers von Lagerfeld in <Bückeburg>
u nicht zu zählende mehr. Doch wäre hier das Verzeihen vermehrt. Nicht auf
Autorität soll sich hier berufen werden sondern der Geist der Sache soll
selbst entscheiden.
[Im vorigen Absatz sehr flüchtig mit Bleistift geschriebene, nicht lesbare Erweiterungen]
Möchte es Ihnen hier noch mindestens gefallen mir bald mindestens
eine beistimmende oder abschl. Antw. zukommen zu lassen[.]
Empfehlen sie mich in ihrem hochverehr. Elterl. Hause.
Mögen Sie wenigstens nicht unbeachtet aus der Hand legen diese
Mittheilung höchsten Vertrauen[s] u treuer Mannes Liebe

Hochv. He.
               Ihres
in treu so ganz Ergebenen
Fröbel

c) Reinschriftfragment

[15]
Excellenz!
Hochzuverehrender Herr Minister.

Werden Ew. Excellenz sich wohl gütig noch eines Mannes erinnern, welchen einst, in
seinen strebsamsten Jünglingsjahren, Ihre klare Kinderseele und reine Kindesliebe,
Ihr sinnvolles kindliches Thun und Streben und Ihr festes Wollen des Edelsten und Be-
sten selbst schon als Kind und als aus ihm sich entwickelnder Knabe, so freudig er-
regte, daß er die Sorgfalt für solches Leben für sich als das Beglückendste, daß er
den Erzieherberuf für sich als den seegensreichsten erkannte und wählte?-
Werden Sie es als dann auch wohl nachsichtig aufnehmen, wenn dieser Mann jetzt,
durch ein solch' rein geistiges, durch einfachen Kindessinn gewobenes Band gezogen,
Ihnen die gereiften, in ihrer gesunden Natur sich bewährenden Früchte jenes Zusammen-
fließens vertrauender Kindes- und pflegender Jünglingsliebe zu einem gegenseitig
bildenden Erzieherleben, nun auch als Dankesgabe in treubewahrter Mannesliebe
Ihnen freudvoll darbringt, um zugleich aber auch mit Ihnen, nun dem erfahrungsreichen
das Leben klar durch- und ganz überschauenden Manne, wenn Ihre Güte auch dazu
geneigt ist, zu berathen: wie nun wohl auch diese Früchte den gesammten, sich so
vielfach laut, selbst dringend aussprechenden Lebensforderungen und Bedürfnissen
entsprechend beachtet und heilsam angewandt werden können?- Denn ich gestehe /
[15R]
es Ihnen vertrauend offen, daß dieß - und jemehr sich diese Früchte in ihrer heil-
bringenden, wohlthuenden Natur zeigen und steigend beweisen - mir eine hochwich-
tige Frage ist, deren Lösung schon seit Jahren mich ernstlich beschäftigt.
Jetzt nun aber, überschauend wie alles so gekommen und geworden ist, wie alles sich
so entwickelt und feste, klare Gestalt gewonnen hat; wo ich die Punkte aufsuche, wo alles
still gekeimt ist, und die Verhältnisse, wo es sinnig achtsame Pflege erhalten hat; da sagt mir
mit einemmale mein Gemüth und Geist, da spricht mir mein Herz klar und bestimmt aus -:
- (und der Mann auch soll bis ins Grab die reine Stimme des Herzens hören und be-
wahren) - nur mit Ihm, welcher schon als Kind, und heraufwachsend zum Knaben
durch Liebe und Vertrauen mir bewies, daß er mein Innerstes, seinem Wesen, Wollen
und Wirken nach ahnend erkannt habe und der selbst als vollendeter Mann mir
noch freundlich thätiges und achtendes Wohlwollen schenkte, nur mit Ihnen, Hoch-
verehrter Herr Minister, könnte ich das für mich Lebenswichtige so besprechen und be-
rathen wie es mein Innerstes in sich trägt und ersehnt, wie mein Geist es den For-
derungen des Lebens angemessen erkannt, und so das, was für mich Lebensfrage ist,
gelöst werden. Denn das Leben ist, - und dieß lehrte mich ja eben Ihre Liebe schon
als Kind und sinniger Knabe - ohngeachtet aller trennenden Äußerlichkeiten doch,
- im Innern klar erkannt, in sich ein stetig lebenvolles, den Einzelnen, wie die Ge-
sammtheit beglückendes Ganzes und soll als ein solches, wie immermehr erkannt und
gepflegt, so zu den ersehnten Früchten entwickelt und gefördert werden; weil nur eben
die lebenvolle Einigkeit und die gegliederte Stetigkeit, diese Einheit und Stetigkeit besonders
im Fühlen, wie im Denken, Wollen und Handeln, im Leben als ein Ganzes dem Einzelnen
wie dem Ganzen das Bestehen, die Lebenssicherung und Anerkennung, die gesunde Frucht
bringende Wirksamkeit, den Lebensfrieden und die Lebensfreudigkeit giebt, welche so
allgemein aber im besondern oft in teuschender Gestalt ersehnt und wornach [sc.: wonach] so durch-
greifend aber auch so oft mißgreifend gestrebt wird.
Diese Einigkeit und Stetigkeit nun in der Kindheit- und Menschenpflege, in der Erzieh-
ung nach Weg, Mittel und Zweck, wie im Leben nach Weise und Gestaltung aus- /
[16]
zuführen und alle die daraus hervorgehenden eben angedeuteten Seegnungen in
das Leben einzuführen; dieß war mir, von meinem frühesten Denken darüber, schon sehnlichstes
Streben, und dieß war es auch, zwar in Wort und Begriff selbst noch nicht klar bewußt,
doch den Muth gab, dem Vertrauen Ihrer hochverehrten Eltern entgegen zu kommen
und als Erzieher in deren Haus einzutreten, der Erzieher auch Ihrer im noch zarten
Knabenalter zu werden. Und hier, für mich so lebenswichtig, war es eben wo mein
innerstes Streben von Ihnen frühe schon in mir dem Erzieher erkannt, unbefangenen
Kindessinnes mir ausgesprochen und mir so durch Sie, für mein ganzes Leben zum Heil
und Seegen als mein eigenstes Wollen zu klarer Einsicht und bleibendem Bewußtseyn
gebracht wurde.
Seit jener Zeit; also nun seit vierzig Jahren schon verfolge ich, wie früher als Knabe
und Jüngling im dunkeln Ahnen, so nun als Erzieher im bewußten Wollen als Lebens-
zweck die Bedingungen, Mittel und Wege zu innerer, wie dadurch aber auch zu äußerer
Lebenseinigung und Verständniß aufzufinden. Und dieß mein redliches Streben hat nun
Gott geseegnet, er hat mich, wohl im harten Lebenskampfe, doch darum als seltene Frucht
desselben durch Ausdauer und Gottvertrauen, Mittel finden lassen den Menschen, vom
Kinde an früh diesem Einklange, dieser Harmonie, diesem fried- und freudvollen Lebens-
zusammenhange, welcher Lebenseinsicht wie Lebensmuth und Lebensgebrauch, wie die rich-
tige Stellung im Leben gewährt - entgegen zu erziehen. Auch sind diese Mittel von so
geringer, darum allgemeiner Art, liegen den Augen offen vor, ihre Anwendung ist
so natürlich, von so einfacher, leicht faßlicher Weise, von so unzweydeutiger, rein menschli-
cher Absicht; das Ziele oder die Ziele wie angegeben sind so klar, und wie Absicht und Zweck
sich an jedes Verhältniß schmiegend, so sich nach den verschiedenen Forderungen einfacher,
oder zu größerer Mannigfaltigkeit und Vollkommenheit entwickelnd, aber immer in
sich ein geschlossenes, organisches, lebenvolles Ganzes, für alle Bedürfnisse des Lebens
vorbildend und vorbildend, wie befähigend und bethätigend, daß sie sich unter allen Um-
ständen, selbst in den ärmlichsten, wie doch auch in den begünstigsten mit Seegen leicht
aneignen lassen. Wie Gemüth und Geist für Sinnigkeit und Sittigkeit, für ächte Religiö-
sität und Sittlichkeit, alle menschlichen und bürgerlichen Tugenden weckend und pflegend, /
[16R]
darum Kopf und Herz bildend und den Körper für Thatkraft, Anstelligkeit, Geschick und
Arbeitsamkeit entwickelnd, wie den Sinn für schaffende Thätigkeit entfaltend und so in
ihrer reinen, wie stetigen Anwendung Einsicht und Wissenschaft, so ganz besonders aber Aus-
kommen, selbst Wohlstand wie in der Hütte des einfachen Handarbeiters, in dem Hause des ge-
werbtreibenden Bürgers und Zufriedenheit und Freudigkeit in der Wohnung Aller wie für den
Einzelnen so in der ganzen bürgerlichen Gesellschaft fördernd.
Erziehung aber, durchgreifende, allgemeine Erziehung, besonders des aufkeimenden Geschlechtes
ist sie nicht das Losungswort der Zeit? - ist sie nicht zuletzt der Mittelpunkt aller Zeitforderungen,
aller Zeitbedürfnisse, aller Zeit- und ganz mit Recht sogenannten Lebensfragen? - ist nicht ei-
gentlich Erziehung der innerste Beziehungspunkt der Bestrebungen der Edelsten, Besten, Einsichtig-
sten, Erfahrungsreichsten?- Liegt nun nicht aber im Hintergrunde von all diesem eine stille
hoffende Sehnsucht nach dem wirklichen Erscheinen einer diesen Forderungen, diesen Bedürfnissen
entsprechenden Erziehung?- Schwebt aber auch nicht allen jenen, wenn auch mehr oder min-
der klar, mehr oder minder durch und ausgebildet, in einem Bilde das Wesen dieser so heiß
ersehnten Erziehung, besonders des eben aufwachsenden Geschlechtes vor?- Streben sie zu suchen
den, diese allbefriedigende Erziehung und Erziehungsweise, Hoffnung sie zu finden, vielleicht
schon gefunden zu haben sprechen sich in der Brust und im Leben Vieler aus. Und diese Er-
scheinung unwillkürlich an den verschiedensten Orten, in den verschiedensten Personen
und unter den verschiedensten Verhältnissen aber gleichzeitig hervortretend, zeugt
nothwendig auch von einem gemeinsamen einigen Urgrunde <aber> auch darum von
der nachzuweisenden Gewißheit der einstigen Wirklichkeit des Erstrebten und Ge-
hofften, wenn auch mehrfach in einer anderen als der geahneten Form, doch dem
Wesen nach gleich, was auch ganz mit unserer Überzeugung einer weisen Vorsehung
zusammen stimmt; darum muß es denn auch eine der, von der Vorsehung berech-
tigten Zeitforderung und dem, von der Vorsehung geweckten Zeitbedürfnisse ganz
entsprechende Erziehung geben, und sie wird, sie muß streben nach dem sichern
Gang der höchsten geistigen wie der physischen Weltordnung gerad zur rechten
Zeit wirksam zu werden; - es kann und darf nicht anders seyn.
Dieß zugegeben, wo ist nun aber für die Menge der einzelnen Erziehungsmittel /
[17]
und Erziehungswege welche sich für die richtigen und zeitgemäßen ausgeben werden
der entscheidende Prüfstein, das bestimmende Criterium in einer nicht nur für die jetzige
Zeit sondern für alle Zeit so hochwichtigen Sache?- Allein eben weil die Sache so hoch-
wichtig ist, muß sich ein sicher entscheidender Prüfstein, ein klar und unzweideutig be-
stimmendes Criterium auffinden lassen, aber nicht blos eines, sondern mehrere, min-
destens deren drei: - erstlich muß die genügende Zeiterziehung nach Weg, Mittel u. Zweck
ihren Grund in den innern geistigen Zusammenhang aller Dinge haben; - zweitens muß
diese Erziehungsweise nicht eine Erziehung von heut oder gestern, nicht gleichsam eine für
den vorliegenden Fall ersonnene seyn, sondern sie muß in der Zeit und mit der Zeit
als eine Forderung, als ein Gewächs und eine Frucht hervorgewachsen seyn; sie muß
gleichsam aus, mit und in der Kindheit des jetzt lebenden Geschlechtes heraufgeblühet
seyn, alle Zustände, Forderungen und Bedürfnisse desselben in sich durchlebt haben;
sie muß drittens allen Forderungen nicht nur der Gegenwart, sondern auch der Zukunft
sofern als diese in der Gegenwart gegründet ist und aus derselben hervorwächst, ent-
sprechen und keinesweges nur den äußeren Forderungen, sondern den inneren und
innersten; endlich aber viertens, um die Prüfung zu vollenden und ihr Ergebniß zwei-
fellos zu machen muß die Erziehung, welche die Zeit fordert und bedarf ganz dem Bil-
dungsgang entsprechen, welchen das Menschengeschlecht bis auf den heutigen Tag geführt
worden ist; kaum erlaube ich mir nun noch fünftens herauszuheben, weil es in dem
bisher Ausgesprochenen vielfach ausgesagt ist, daß die entsprechende Zeiterziehung in den
Vernunft- und Denkgesetzen ihren sichern Grund und ihre Bestätigung in gleicher Weise haben muß.
Offen und im reinsten persönlichen Vertrauen bekenne ich Ihnen hochzuverehrender
Herr Minister nun, daß ich nach diesen aufgestellten in der Sache selbst ganz lie-
genden Criterien dennoch den Muth habe auszusprechen eine solche Erziehung
nach Weg und Mittel, Zweck und Ziel aufgefunden zu haben; wie Erziehung der
Mittelpunkt der jetzigen Zeitbedürfnisse und die Sehnsucht nach genügender Erziehungs-
weise jetzt ganz allgemein ist, so glaube ich, nach den Ergebnissen der vielseitigsten
eigenen Prüfung wie nach den Prüfungsergebnissen in den verschiedensten Gegenden
Orten und Verhältnissen, wie von den verschiedensten stimmberechtigen Menschen /
[17R]
mich wohl der Überzeugung hingeben zu dürfen zunächst und vorerst begründende u.
entwickelnde Erziehungs-, Bildungs- und Lehrmittel, Wege und Weisen zuförderst
für die Kindheit, dann auch für heranwachsende Jugend, ganz besonders im Volke
aufgefunden zu haben, welche unsern gegenwärtigen, so klar als dringend vor-
liegenden bürgerlichen und socialen, religiösen wie überhaupt volklichen und mensch-
lichen Bedürfnissen auf das entsprechendste entgegen kommen; denn sie ruhen nicht
nur auf christlich-religiöser, aus dem Läuterungsfeuer des forschend-prüfenden
Denkens bewährt hervorgegangenen Weltanschauung, wie auf sinniger in dem
Herzen und Gemüthe des Menschen ihren Grund habenden Selbst- und inneren Lebens-
beachtung, sondern sie ergeben sich eben mit Nothwendigkeit daraus; sie gründen sich
zwar als äußere - allein die geistige und innere Auffassung vermittelnde Bil-
dungsmittel auf Natur- und Sachanschauung, auf schaffende Selbstthätigkeit,
bilden darum aber auch alles dieß in dem Zöglinge aus und von dessen Herze er-
wärmt und belebt aus ihm hervor, bewirken so das gestaltende, gehalt-, sinn-
und gemüthvolle Denken und Handeln, die sich auf Geistes- und Gemüthbil-
dung gründende praktische Tüchtigkeit für das Leben, Rechtlichkeit und Bieder[-]
keit im Leben, was uns eben für das Leben so Noth thut; wie sie dagegen das Leere,
Müßige und Fruchtlose, wie jede Halb- und Zerstücktheit, jede Einseitigkeit und
Oberflächlichkeit, Gemüth- und Herzlosigkeit - den Krebs menschlich-socialer
Ausbildung entfernen; weswegen eben die Aus- und Einführung dieser Bildungs-
mittel ins Leben als Zeitforderung so wichtig [ist].
Überdieß sind, wie schon ausgesprochen, diese Bildungsmittel von so einfacher
und leichter Behandlungs- und Aneignungsweise, wie auch Anwendung im Leben,
so allgemein und mit leichten Kosten zu beschaffen, - ja der Bildungsstoff geht dadurch
daß er Bildungsmittel war, nicht nur nicht verloren, sondern es kann demselben
eben dadurch, daß er Bildungsmittel war, sogar höherer Geldwerth verschafft
werden, d weßhalb sich diese Bildungsmittel als ganz allgemein und durchgrei-
fend bethätigen, ja für die ärmere Volksclasse sich sogar als Erwerbsmittel
erweisen.- /
[18]
Nun kann ich aber nicht sagen, daß ich dieß so leichten Kaufes bekommen, mühe-
los gefunden habe, sondern ich habe in meinem ganzen Leben, zuerst von dun-
keln Ahnen getrieben, alles, was ich nur je zu irgend einer Zeit mein nannte,
mit Freuden hingegeben um so endlich in den Besitz der Mittel, zur Kenntniß
der Wege zu dem sich aus der Dämmerung immer klarer entwickelnden Ziele zu gelangen,
nur nach Kampf, Mühe, Entsagung und Opfer hat sich das geahnete Ziel endlich meinem
Gemüth und Geist in klarer Gestalt gezeigt; darum ist nun wohl auch der Wunsch so
gerecht als natürlich durch die so erkannten Mittel und Wege, als Frucht und Wirkung
von all dem eben Genannten, das Ziel: - die langerstrebte harmonische Ausbildung
für schaffendes, gemüthvolles Wissen und gestaltendes, liebendes [{]erkanntes / einsichtiges[}] Thun und Einklang <Befriedig[ung]> im Leben wirklich zu erringen,
solche möglichst zu einem Gemeingut zu machen, um dadurch der innern, in den Entwicke-
lungsgesetzen der Menschheit bedingten Zeitforderung zu genügen, als auch mich selbst
als würdiges, und besonders dankbares Glied der menschlichen Gesellschaft zu bethätigen.
Dieß kann jedoch nur durch die größte, darum billigste, aber dennoch möglichst vollkommen
gegliederte und besonnene Verallgemeinerung dieser zugleich mit Sinnigkeit und Sorg-
falt ausgeführten Bildungsmittel geschehen.
Da nun diese Bildungsmittel einmal sehr einfach sind und daher als Handelsgegen-
stand sehr leicht nachgeahmt werden können, da sie nun aber auch durch ihre leichte
Ausführ- und Anwendbarkeit nach den vorliegenden Erfahrungen gewiß großen
Anklang finden werden, so wird dieß alles die Industrieritter der Zeit bald an-
treiben sich dieser, mir mit Anstrengung erworbenen Bildungs- und Erziehungsmit-
tel leichten Kaufes und sich meines geistigen und moralischen Eigenthumes als
gute Prise, als Fabriksstoff und für den Zweck des Erwerbes, als Bereicherungs[-]
mittel zu bemächtigen. Da aber weiter das Wesen und die Wirkung dieser Bildungs-
mittel keinesweges blos in ihrer äußeren, sondern vorzüglich in ihrer klaren und
organisirten Aus- und Durchführung und in dem dadurch bestimmten Gebrauche, -
im Geiste desselben liegt; dieser Gebrauch und Geist aber hinsichtlich des klaren
bestimmten Zieles durch einseitige Ausführung für den kaufmannischen Zweck
des blosen Erwerbes, viel von seiner Wirksamkeit verlieren würde, so muß /
[18R]
es, schon von dieser Seite, mir ganz besondere Sorge seyn daß das erstere erreicht, und
daß dieses möglichst vermiethen werde. Weiter ruht aber auch noch auf mir
persönlich die große Sorge, der, zur Erreichung des mir vorgesteckten Zieles
von mir eingegangenen äußeren pecuniären Verpflichtungen zu erfüllen,
d.h. alles was ich deßhalb schuldig geworden und noch schuldig bin redlich zu
bezahlen um einstens als ehrlicher Mann aus der Welt zu gehen; so wie es mir
eifrigstes Bemühen und heilige Pflicht seyn muß, das mir, während der vielen
Jahre meines Strebens von einer namhaften Zahl edler Menschen zunächst
in allen Ländern meines Vaterlandes gewordene Vertrauen so zu rechtferti-
gen, wie es dasselbe so sehr verdient; weßhalb ich zuletzt noch sehnlichst wünschen
muß vor meinem Lebensende in einer klar ausgebildeten Gestalt, zunächst
nur in einer möglichst vollendeten Anstalt für frühe Kinderpflege und für Aus-
bildung von Kinderpfleger und Pflegerinnen darzulegen, was ich eigentlich
durch mein ganzes Leben hindurch für entwickelnde Erziehung erstrebte, ja ich
möchte dem Vaterlande für jenes mir so reichlich zugeflossene Vertrauen nach
meinem Tode dann diese Anstalt in voller Musterhaftigkeit, zum Eigenthum
und zu bleibend seegensreicher Wirkung zurück lassen.-
Dieß alles nun bestimmt mich zum Schlußstein meiner Bestrebungen
zu einem Wunsche, welchen ich hiermit Ew. Excellenz zu geneigter Prüfung
und im Fall Sie demselben, durch das Ganze bewogen, Ihre gütige Zustimmung
gewährten auch zu gütevoller Förderung seiner Erfüllung vertrauensvoll
vorlege, es ist dieser:
"Daß der Hohe Bundestag mir auf mein ehrerbietigstes Ansuchen,
"bei Veröffentlichung meiner Erziehung-, Bildungs- und Lehr-, Spiel[-]
"und Beschäftigungsmittel, Spiel- und Beschäftigungsweisen für
"Kinder und Jugend - hohen Schutz gegen jede Nachahmung inner-
"halb der Bundesstaaten, durch einen deßhalb zu fassenden hohen Beschluß
"gewähren möge, und dieß wenigstens bis zu meinem Tode, indem
"ich jetzt schon in meinem 65en Jahre stehe."- /
[19]
Sie nun Hochzuverehrender Herr Minister, wegen dieses meines Wunsches und
Gesuches um Ihre gütige Ansicht, und im Fall Sie sich denselben geneigt finden sollten,
um Ihre so gütige, als kräftige und vermögende Mitwirkung zur schönen Erfül-
lung derselben zu bitten, dieß ist in dieser Beziehung der Zweck dieses leider nur
schon zu lang gewordenen vertrauensvollen Schreibens.
Sollten Sie, Hochzuverehrender Herr Minister nun nicht nur mein Gesuch
statthaft finden, sondern auch erfüllbar und es dadurch auch wirklich schon erfüllt
werden, so würde dadurch mein ganzes Leben, alles mein Wirken, meine Lebens[-]
verhältnisse, Schicksale und Begegnisse zu einem so vollendeten, abgeschlossenen
Ganzen werden, wie ich dieß im Leben wenig erschaue; meine Bestrebungen
würden dadurch auch nach Außen hin und für das erkennbare Leben hin die Wahr-
heit erhalten, welche als innere Wahrheit desselben mir bisher stillen Muth, Gott-
vertrauen und, durch höchste Kraft, gestärkt, Ausdauer gab und so zum schönen
hohen unvergänglichen Ziele führte. Die hohe, göttliche Einheit auch der Einklang und
d. Harmonie des Lebens würde sich in aller Verschlungenheit des Lebens ja selbst bei
äußerer Trennung desselben kund thun.- In Beziehung auf meine Lebensbegegnisse
erschiene dann nichts Bedeutungslos, jedes an seinem rechten Orte. In Frankfurt, in der
Stadt, welche so oft mein Leben, ja mich selbst pflegend und bildend in Schutz nahm,
würde diesem [sc.: dies] ihrem treuen Mutterwirken den schönsten Lebenskranz aufsetzen.
Mein eigenstes, mir dort zur Klarheit gekommenes Streben, würde dort auch in
seiner Wahrheit seine Lösung erhalten; meine tiefe, mich durch mein ganzes Leben
getriebene Ahnung von der hohen des Kindheitslebens, von dem Sinn- und Bedeu-
tungsvollen der Kindesäußerungen und des Kindesthuns würde sich so recht-
fertigen, und das, was sich so als Wahrheit rechtfertigte, was gleichsam seit länger
als einem sogenannten Menschenalter, seit mehr als 40 Jahren einer Stadt
in seinen Erscheinungen zur Prüfung vorliegt: - daß das Leben ein ungestück-
tes in sich innig einiges Ganzes ist für den, der es still beachtet, der ihm ruhig
beachtend nachgeht und sinnig den innern Zusammenhang desselben erkennt wie
ihn pflegend erfaßt, daß also auch das einzelne, thatsächliche KindesLeben organi- /
[19R]
sches Glied des großen geistigen Lebensganzen, darum aber auch in all seinen Erschei-
nungen sinnbildlich, in der äußeren Erscheinung stets einen innern Sinn u. Geist,
eine höhere Bedeutung kund thuend und so offenbarend, ist; diese Thatsache würde
als Lebensthatsache erkannt, gerad in der jetzigen Zeit vom höchsten Belange seyn.
Es wäre für die Geschichte der innern menschlichen Entwickelung und der gegenseitigen
geistigen Einwirkung darauf ganz gewiß höchst merkwürdig, wenn Sie hochzu-
verehrender Herr Minister, der Sie als zarter und zartsinniger Knabe, durch die
zu mir gesprochenen Worte: - "Sie sprechen aber auch immer vom innern Zusam-
menhange," - mir selbst erst mein dortmals noch unbewußtes Streben ins
Bewußtseyn riefen, - wenn Sie nun, dessen Spiegelwort mir nun zugleich ein
Prüfungswort meines Wollens wurde, - wenn Sie nun auch meinem, mit Be-
wußtseyn daraus hervorgegangenen Lebenswerke, durch eine bewirkte, durch den beson-
deren prüfenden Geist hindurch gegangene Anerkennung einer stimmberechtig-
ten Gesammtheit den Schlußstein einsetzten. Es wäre dieß mehrfach höchst wich-
tig, weil es eben die Stufe der jetzigen Menschheitsentwickelung ist, daß alles
was auf Anerkennung Anspruch macht, durch den prüfenden Geist hindurch gehen
und in demselben seine Bestätigung finden muß, hiedurch also auch der im
Gange der Menschheitsentwickelung liegenden Forderung offen entsprochen würde.
Wirklich schön, und mehr noch, eine gewiß weithin seegensreiche wirkende Er-
scheinung wäre es: wenn der dortmals jüngste Sohn der Familie, die damals
den äußerlich noch wenig gebildeten, aber in seinem Innern nach dem Höchsten
und Besten strebenden Jüngling, gleichsam gegen die störenden Eindrücke
von Außen und um sich für seinen Beruf Erzieher und Gärtner der Kindheit
und Jugend zu werden still zurückgezogen auszubilden - in Schutz
nahm, wenn dieser nun dem Manne vor seinem Hinsinken ins Grab
<möchte> sich in der Wahrheit seines Erzieher Berufes und Strebens öffentlich
zu beurkunden und wenn dieß alles mit ruhigem klaren, offen darzule-
genden männlichen Bewußtseyn geschähe, weder als ein Werk einseitiger Per-
sönlichkeit, noch als ein Werk des dämmernden Zufalls, sondern rein als aus /
[20]
der Sache selbst hervorgehend.
Wahrlich schwer würde zu entscheiden seyn wer sich dadurch mehr beglückt finden
könnt, jenes edle, schützende, vertrauende Haus, der dortmals zarte Knabe, oder
der dort wenig nach Außen gebildete Jüngling!- Jedes, jedes bekommt so seine
wahre und so eine höhere Bedeutung; alles was bisher zerstückt und vereinzelt stand
wird nun so ein stetiges, in sich innig einiges lebenvolles Ganzes. Denken Sie nur
Hochverehrtester Herr Minister, wenn ich bitten darf, an die unaussprechliche
Güte und Nachsicht Ihrer verehrten Eltern, welch mir 1831, abermals so lange
pflegenden Aufenthalt auf dem die innere Ausbildung so förderlichen Landsitze derselben
gewährte, wodurch mir nur mein so erfolgreiches Gehen nach der Schweiz möglich wurde, und eben
durch dieses Gehen nach der Schweiz wurde mir wieder erst möglich das zu erreichen was mir
meine Rückkehr nach Deutschland bis heute gab; und jetzt und Sie?- Konnte Ihnen nicht
ein anderes Loos gefallen seyn, als Ihnen fiel, würde sich dann das Leben zu
einem so in sich abgeschlossenen Ganzen haben entwickeln können, als zu welchem
es jetzt die Gesammtbedingungen in sich zu tragen scheint? - Und als welch' ein
schönes Ganzes erscheint das Leben so?- Wie muß die Kundwerdung und Anschauung
eines solchen Lebensganzen die Menschen auffordern auch ihr Leben und das ihrer Kin-
der als ein so unzerstücktes Ganzes zu beachten, zu pflegen, zu überschauen; welch' ein
Seegen kann daraus für Einzelne, für Familien, selbst für [das] große Menschheitganze
hervorgehen! Lassen Sie uns daher, wie bisher gemeinsam unbewußt, nun ge-
meinsam klar bewußt als vom Schicksal dazu berufene geeinte von höherer Hand nicht durch
äußere vorübergehende Ver[-]
hältnisse geeint, aber auch
dadurch nicht getrennt dieß schöne geistige Lebensganze fortpflegen und entwickeln!
Doch noch fehlt ja ein sehr Großes; Aber da tritt Ihnen wie mir vielleicht sogleich wieder trennend die Frage entg[eg]en: - fehlt das Wichtigste dazu? Was ich in den erwähn-
ten Erziehungs-, Kindheit- und Jugendpflegenden Mitteln rc sehe, was wohl auch noch Andere
mit mir darin finden, liegt es denn auch wirklich darin? - liegt es denn auch wirk-
lich für Ihre gesammte jetzige LebensEin- und Weltansicht darin? - und wie kann Jemand,
wie können Sie einer bestimmten Sache, in einem bestimmten Geiste das Wort reden
wenn nicht diese Sache auch in diesem Geiste zu Ihnen gesprochen hat; also kennen
lernen müßten Sie Hochzuverehrender Minister, vor allem die Sache und zwar nicht
durchs Wort, sondern durch Sachanschauung, wenn auch Anfangs nur in der
engen Beziehung: - ob die Sache denn auch wirklich von dem Belange, daß sie dem /
[20R]
Hohen Bundestag mit der in Frage stehenden Bitte vorzutragen sey; deßhalb muß ich
mir wohl im Vertrauen Ihrer geneigten Nachsicht eine zweite und zwar ganz be-
sonders persönliche Bitte an Sie Hochzuverehrender Herr Minister, erlauben, wollten
Sie mir wohl gütigst gestatten, daß Ihnen und vielleicht mit Theilnahme einiger von Ihnen noch aus-
gewählten Männer, die Sie für den ausgesprochenen Zweck besonders wichtig achten,
von mir in einer oder ein paar gelegenen Stunden wenigstens einiges des We-
sentlichsten des im Vorstehenden Erwähnten zu einer vorläufigen Prüfung vorge-
legt werden dürfte? indem namentlich das, worauf sich besonders meine Überzeu-
gung und Erfahrungen von der allgemein nützlichen Anwendung, den lebensförder-
lichen Wirkungen somit thatsächlichem Werthe die Bildungs- und Erziehungsmittel
gründen außer meinem engsten und persönlichen erziehenden und persönlichen Wirken
noch gar nicht und selbst da zum Theil bekannt sind ist; um dann durch das Ergebniß dieser Vorprüfung
weiter zu bestimmen was ferner für die Sache zu thun und ob vielleicht auf eine
durchgreifende Darlegung des Ganzen vor einer vom hohen Bundestag zu bestim-
menden Commission anzutragen sey, besonders auch, ob darauf bei demselben
anzutragen sey: daß, wenn man sich dadurch von der ausgesprochenen allgemeinen
Anwendbarkeit und Wichtigkeit der Sache überzeugte, von der Wichtigkeit derselben für alle Staaten
und Länder Deutschlands und namentlich des deutschen Bundes, und derselbe von
dieser Überzeugung ausgehend und die Sache als ganz freies Eigenthum der
verschiedenen Bundesstaaten zu betrachten und zu behandeln wünschen möchte,
daß man dann, anstatt des auf meine Person beschränkten Rechtes der Anfertigung
und Veröffentlichung dieser Bildungsmittel ein entsprechendes Equivalent von Seiten
des Hohen Bundestages bestimme; ein Equivalent den aus dem Gegenstande hervor-
gehenden Früchten, dem dadurch bewirkten Lebensverständnisses, des dadurch gewonnenen
Friedens und Freudigkeit, Eintracht und Einigung im Leben werth und würdig. Dieses
Equivalent würde dann ganz in der von mir oben angegebenen Weise frei verwandt und
so daß das dadurch Errungene nach meinem Tode ein Gesammteigenthum des ganzen deut-
schen Vaterlandes würde, und so das ganze Equivalent mit Zinseszinsen demselben
also auch den deutschen Bundesstaaten zurück gegeben werden würde, da es mir um gar nichts
anderes als um die vollendetste Darlegung und Ausbildung der Sache zum Segen des Vaterlandes, des
Einzelsten u aller zu thun ist. - [Schlußteil fehlt]