Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an August Glenck in Heinrichshall b. Köstritz v. <Ende 12.1846/Anfang 1.1847> (Keilhau)


F. an August Glenck in Heinrichshall b. Köstritz v. <Ende 12.1846/Anfang 1.1847> (Keilhau)
(BN 453, Bl 4, undatierter Entwurf 1 Bl 8° 2 S. Briefliste datiert ”1845” ohne Belege. Nach dem Brief F.s an Auerbach v.13./23.2.1847 könnte der Brief Ende Dez. 1846 geschrieben worden sein. F. berichtet hier über Besuch bei Härter bzw. Glenck in Heinrichshall an ”Weihnachten” 1846. In Betracht käme aber auch Anfang Januar.)

Sie werden u müssen mich in ihrem [sc.: Ihrem] schätzb[aren] Familienkreise für als einen, besonders unverdient genossene
freundschaf[t]l [sc.: Freundschaft] leicht vergeßlichen Man[n] gehalten
haben, daß Sie bis jetzt für die viele[n] während meiner mehrfachen Anwesenheit empf[an]ge[nen]
Beweise achtenden ja sorgsamen Wohlwollens noch kl kein
auch nur kleines Dankeszeichen von mir erha[l]ten
haben; den Grund meines langen Schwe[i]gens habe
ich schon HErrn Härter ausgesprochen er lag in demr
Unwohlseyn Verzögerung des Empfangs der von HErrn Härter gewünsch[t]en Notenab-
schriften welche ich HErrn Härter demselb[en] auf sein[en] Wunsch und als
sogl[eich] <füreinen > Dankesbrief als kle[i]ne Sache danken[d]
bei fügen wollte, indem ich dadurch auch
ihren [sc.: Ihren] lieben mir so werth gewordenen
Kinde[r]n in kleines DankesZeichen für die
von ihne[n] g empfangen[en] Beweise kindl[icher] Zuneigung
geben wollte da diese Notenschrift Spiele
u Liedchen enthält welche deren Ausfüh[r]ung meine[n] <neuen> Kle[i]nen
in den verschieden[en] Kindergärten große
Freude machen [sc.: macht] und von welcher ich
hoffe daß solche auch Ihren lieben Kindern
u durch diese auch Ihnen manche[n] erfreul.
Augenblick geben indem so sorgliche[n] Eltern
wie sich Ihre lieben Kinder zu ihrem Glück erfre[u]en, ja nichts
erfreulicher erwünschter ist als diese gleich unterhaltend
u lehrend bethätigt und selbst bildend im
u durch das Spiel beschäf[t]igt zu wissen.
Mögen [{]sie / die lieben Klein[en][}] sich dann in ihrer Freude erinnern
wie ich auch ihrer so gerne freundl. gedenke.-
Damit ich we[n]igstens nicht als ein Vergeßl[icher] er[-]
scheine <s> erlaubt[e] ich mir das Panoram[a] vom Rigi
<bey> zulegen u diesen vielleicht aus Überfluß /
[4R]
auch eine zwar ältere Karte der Schweiz
beizuf[ü]gen welche mir besonders d[urc]h die
Darstel[lun]gsweise der Gebirge lieb ist. Möge
Ihnen der Blick vom hohen Rigi aus alle
die von Ihnen u Ihrer trefflichen Hausfrau
in der Schweiz genossen[en] Freuden in so rosigem
Lichte als Sie zum öfte[r]n die Alpen in ih[r]em
Abendglühen sahen vor Ihrer Seele vorüber
führen; Mögen Sie Sich [sc.: sich] allerseits Ihre
hochgeschät[z]te Frl. Schwäge[r]in mit e[i]ngeschlossen
sagen, wie auch ich im schönen Lichte der
Einigung dankbar der Tage gedenke welche
ich in Ihrem so edlen u rein mensc[h]l. Fami-
lienkreise verlebte.
Um dieß Andenken mir aber unge [{]-schwächt / -trübt[}] zu <erhal[t]en> zu können
bitte ich Sie hochgeschätzter Herr Inspector u
Ihre geehrte Fr Gemahl[in] gütige <thäige> Hausfra[u] u sinnige liebe Schw.
Schwägerin mir Ihr freundschaftl[.] Wohlg[eh]en [sc.: Wohlwollen]
dem ich mich bestens a[n]gelegentl. empfehle entspreche[n]der G[e]ge[n]gaben
auch ferner gütigst zu erhalten, wie mir allerseits
Gelegenh[ei]t zu geben zu
zu [2x] geben.
Mit wahre[r] Hochschätz[ung]

Ihr aufrichtig ergeben[er]
FrFröbel