Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an den Pastor Schott in Köstritz v. 12.2.1847 (Keilhau)


F. an den Pastor Schott in Köstritz v. 12.2.1847 (Keilhau)
(BN 640, Bl 4, undat. Entwurf 1 Bl 8° 2 S.; BN 640, Bl 5, Reinschriftfragment 1 Bl 8° 1 S.)

a) Entwurf

Mit vielen Dank Vergnügen gedenke ich der Freundlich[-]
keit welche Sie mir und Ihre l[iebe] Familie auch in den we[ni]gen Stunden
unseres Zusammenseyns mir bewiesen haben u
deren Erinnerung Sie noch so gütig sind durch einen Gruß
durch Frä[u]l: Beatus in mir neu zu beleben, um so
mehr freue ich mich nun eine Gelegenheit zu er-
halten Ihnen von meiner Dankbarkeit dafür
mindestens ein kleines Zeichen zu geben[.]
Einer unser[er] Freunde, besonders Herrn Middend[or]ffs,
in[n]iger Jugend- und unverrückt treu gebliebener
Lebensfreund ein Deutscher ich glaube vom Niederrhein
jetzt mit seiner ganzen Familie in Paris lebend wünscht
nemlich zu künftigen Monat August einen Haus[-]
lehrer unter Bedingungen welche ich mir erlaube
habe abschriftl[ich] aus dem Briefe d[es] He[rrn] Kalle hier
bey zu legen. Der persönl[iche] Eindruck Ihres
HE Sohnes - auf welchen wir selbst einmal bei <einer>
Stelle in unsere[r] Anstalt Rücksicht nahmen und der wie
ich glaube jetzt in Altenburg, doch an keiner
öffentl[ichen] sondern nur an einer Privatanstalt
a[n]gestel[l]t ist - war ein so erfreulicher auf
mich daß derselbe ein besonder[es]
Interesse an der Wirksamkeit her
desselbe[n] hervorvorrief [sc.: hervorrief], da nun
wenn ich anders recht gehört habe
Ihr die Anstellung Ihres Herr[n] Sohnes in Altenburg
erstl[ich] kein[e] öffentl[iche] u zweitens auch u eben kein[e]
besonders hohe philologische Wirksamkeit giebt, so
kann [sc.: kam] mir jüngst durch Ihren freu[nd]l[ichen] Gruß ange-
regt der Gedanke, ob vielleicht Ihr Herr Sohn ge- /
[4R]
neigt sey diese Stelle anzunehmen; <dies>
hat doch <immer> ein[en] vollen Kla[n]g u der Mann wie
die ganze Familie ist ein[e] ächt deutsche u wie Sie
aus dem Briefe selbst ersehen werden gemüth-
volle. Zwar gewährt es zunächst eben auch
keine geeignete philologische Wirksamkeit
aber was für die Stelle [sc.: die Stelle für] Ihren HEn Sohn nicht extensiv
gewährt das reicht Ssie <re[ich]lich>
d[urc]h Verkündung rc. rc intensiv.
Was nun die vom Vater gestellte[n] neml.
Hauptbedingungen des [sc.: der] praktische[n] <Sache> betrifft
das dünkt mich ließe sich bey Lust zur Stelle
bis Monat August leicht aneignen. Auch der
Wunsch des Vaters bey dieser Gel[egenheit] für seine
jüngern Kinder etwas von meiner Kinderb[e]th[ätigun]g
zu hören ließe sich vielleicht d[urc]h einige Aufenthalt[e] hier
erfüllen; also überlegen Sie mit Ihrem HEn
Sohn das Ganze u ertheilen Sie mir gelegentl.
Ihre Rückantwort. Sollte Ihr HEr Sohn
nicht selbst geneigt sein so bitte würde es
mich freuen wenn er vielleicht einen andern
seiner Freunde u so sich selbst die Freude machen
könnte denselben in diese Stelle vorzuschlagen[.]
Doch wäre dann die Bedingung daß er für diesen
wie für sich selbst einstehen kann.
Empfangen Sie nochmals die Versicherung
der Dankbarkeit u besondern Hochachtung wie den
Herzl. Gruß an Sie u alle lieben Köstritz[er]
z.B. HE. <Friedlein Jucht> u Fam[i]li[e] die sich freundl. erinne[rn] Ihre Emp[f]e[h]lung.

b) Reinschriftfragment

[5]
Sr Hochehrwürden Herrn Pastor Schott in Köstritz.
Keilhau b. Rudolstadt am 12/II. 1847

Hochgeehrtester Herr.
Mit vielem Vergnügen gedenke ich der Freundlichkeit, welche
Sie und Ihre liebe Familie auch in den wenigen Stunden unse-
res Zusammenseyns mir bewiesen haben und deren Erinne-
rung Sie noch so gütig sind durch einen lieben Gruß durch Frl:
Beatus
in mir z neu zu beleben; um so mehr freue ich mich
eine Gelegenheit zu erhalten Ihnen ein kleines Zeichen meines
Dankes geben zu können.
Einer unserer Freunde, besonders Herrn Middendorffs,
des Mitbegründers unserer Anstalt, inniger Jugend- und
unverrückt treugebliebener Lebensfreund, ein Deutscher, ich
glaube vom Niederrhein, jetzt mit seiner Familie in Paris
lebend wünscht nemlich zu künftigen Monat August einen
Hauslehrer unter Bedingungen, welche ich mir erlaube ab-
schriftlich aus dem Briefe des Herrn Kalle, so heißt unser
Freund, hier beizulegen.
Die persönlichen Eindrücke Ihres lieben Herrn Sohnes,-
auf welchen wir selbst einmal bei Besetzung einer Stelle
in unserer Anstalt Rücksicht nahmen, war nun ein so er-
freulicher auf mich, daß derselbe ein besonderes Interesse
an der Wirksamkeit desselben in mir hervorrief. Da
nun zwar derselbe, wenn ich anders recht gehört habe, Ihr
Herr Sohn in Altenburg eine Wirksamkeit und Stelle, [Text bricht ab]