Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an den Superintendenten M. Schneider in Marienberg v. 9.5.1847 (Keilhau)


F. an den Superintendenten M. Schneider in Marienberg v. 9.5.1847 (Keilhau)
(BN 636, Bl 2, Reinschriftfragment 1 Bl 8° 1 S.)

Sr Hochwürden dem Herrn Pfarrer und Superintendenten M. Schneider in
         Marienberg im Königr[eich] Sachsen
Keilhau b. Rudolstadt am 9 Mai 1847


Hochzuverehrender Herr.
Theuerer Strebensgenosse.

Sie haben wie Sie mir in Ihrem vertrauensvollen so eben empfangenen Briefe
vom 7en dieses [Monats] schreiben im vorigen Jahre durch eine erziehende Stiftung
einer 300jährigen Sekularfeier, Luthers Wirken ein Dankeszeichen gesetzt
wie auch ich aber freilich fast 30 Jahre früher, nemlich zu der 300jährigen
Sekularfeier 1817 wo auch ich, wie ich es dortmals nannte, wo auch ich ein le-
bendiges Denkmal und wie ich es mir dachte lebenvoll fortwirkendes Dankes[-]
zeichen in der Erziehung, dortmals mir bekannter Seitenverwandten
Luthers, nemlich einiger Nachkommen von Luthers Vaters Bruder aus
Möhra - der beiden Brüder Georg und Ernst Luther - stifte. Überdieß
wendet auch Ihr christlich menschenfreundlicher Sinn sich zur behütenden
und entwickelnden Pflege des immer von neuem <erstehenden> aufkeimenden Menschengeschlechtes, der von neu <lebenden> Kind[-]
heit hin, darum begrüße ich Sie so recht aus dem Grunde meines Herzen[s]
als Genossen im Gleichen Streben nach dem was wir für uns als das Höchste und
Beste erkennen. Solches Zusammentreffen im Gemüth, Geiste und Han-
deln kann nicht ohne Folgen für das Leben bleiben und so ist es denn auch;
und mit wirklich dankbar gerührtem Herzen für eine so väterlich, liebendlei-
tende Vorsehung spreche ich es Ihnen zugleich freudig aus, daß ich gerad jetzt
im Stande bin Ihren Wunsch und das Bedürfniß Ihrer Stiftung zu erfüllen
und Ihnen nicht nur eine liebende, sondern sich in jeder Beziehung zu
einer Leiterin Ihrer Kinderpflegeanstalt eignende reine, fromme,
sinnige und sittige Jungfrau zuweisen zu können. Ich preiße deßhalb
wirklich das gütige Geschick recht dankbar; denn wie die Jungfrau
in Ihrem Handeln fest und bestimmt ist, so ist sie auch bescheiden, ein-
fach und sich willig von der höhern und bessern Einsicht leiten lassend. [Text bricht ab]