Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Friederike Schmidt in Gera v. 14.10.1847 (Keilhau)


F. an Friederike Schmidt in Gera v. 14.10.1847 (Keilhau)
(BlM XIV,61, Bl 207-210, Brieforiginal 2 B 8° 8 S., ed. Pösche 1887, 119-124 mit Kürzungen)

Frau Magister Schmidt in Gera.
Keilhau bei Rudolstadt am 14 Oktober 1847


Liebe, verehrte Muhme.

Ihren lieben, lieben Brief vom 20 Juny und 5en July empfing ich,
von Keilhau mir nachgesendet, auf meiner Reise. Ihn in seiner Ge-
müthsfülle und Geistesreinheit zu beantworten, wie er es so sehr
verdient wollte mir dort das, von Außen eindringende Leben
und die Anforderungen desselben, nicht gestatten; und so verzog
sich denn dessen Beantwortung desselben bis zu meiner völligen Wie[-]
derkehr in mein liebes Keilhau. Da auch hier die Störungen des
Kirweyhfestes und der sich daran knüpfenden Besuche vorüber
waren und mir in dieser Zeit Friederike Breternitz wieder
mündlich einen lieben Gruß von Ihnen überbrachte, so hatte ich
mir fest vorgenommen mir die Freude zu machen Ihnen durch
diese die längst schuldige Antwort zu überschicken, als mir diesel-
be ihre beschleunigte Abreise so kurze Zeit vor derselben meldet[e], daß
es mir nicht möglich war diese noch zur Übersendung eines Briefes
an Sie benutzen zu können. Dieß, meine theure, liebe Muhme
zur Entschuldigung, daß Sie durch Friederiken, ob Sie es wohl mit
Recht erwarten konnten, dennoch keinen Brief von mir empfingen[.]
Ihre schönen, reinen und reichen Gemüths- und Geisteserfah-
rungen, die Sie aus Ihrem Krankheitszustande so gütig sind
mir mitzutheilen, wer möchte sich deren nicht mit Ihnen herz-
innig erfreuen, und deßhalb muß ich Ihnen dafür auch eben
so herzlich danken. Etwas Ähnliches fand auch bei meiner lieben,
nun verklärten Frau statt, welche äußerlich aller Lebenstheilnahme,
durch völlig zurückgetretenen, gleichsam schlummernd in sich selbst
ruhenden Geist abgestorben schien, dennoch in sich den geistvollsten
Gesprächen folgte, die ich etwa zufällig in solcher Zeit in ihrer Nähe
mit Freunden führte, und diese ihre Theilnahme durch kurze Aus-
sprüche bewies, welche wie Sternenblicke aus nächtlichem Dunkel
hervorleuchteten.- Würde nun meine l. Frau das Glück gehabt haben, /
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welches Ihnen zu Theil geworden ist, daß sie wieder gesund ge-
worden wäre, so würde sie mir ohne Zweifel ähnliche Mit-
theilungen zu machen Ursache gehabt haben, wie ich Ihre Güte
mir gemacht hat. Deßhalb bin ich Ihnen l. Muhme für Ihre
freundlichen Mittheilungen nun doppelt Dank schuldig, indem
sie mir die beglückende Aussicht geben, daß meine l. verkl. Frau
in sich auch so geistig erhobene Lebensmomente, bei allem
Anscheine körperlicher Hinfälligkeit und Abschwächung gehabt hat.
Erlauben Sie mir nun l. Muhme, Ihnen zum Dank für Ihre
Mittheilung aus Ihrem körperlich kranken und leidenden
Zustand, I auch eine Mittheilung von mir aus meinen körperlich
gesunden und kräftigen Zustande machen zu dürfen.
Mein Leben war und ist noch immer, wie Ihrer Beachtung
ganz gewiß nicht entgangen seyn wird, ein, in Beziehung auf
die äußeren Verhältnisse mannichfachster Art, oft ein sehr ge-
drücktes kummer- angst- und sorgenvolles. Es war nun ganz
natürlich, daß in der Zeit, als meine l. Frau das Leben noch mit mir
theilte, auch sonst noch manche Freunde im Leben mir nahestan-
den, diese drückenden Lagen und Verhältnisse in ihren Folgen
auch auf diese mit einwirken mußten; in jenen Zeiten habe
ich nun wiederkehrend an meine Freunde und namentlich
an meine l. Frau hinsichtlich der Wirkungen jener kummer- angst-
und sorgenvollen Lagen auf meinen Geist, hinsichtlich der da-
durch in mir geweckten klaren Lebenseinsicht und vollkommenen u stetigen
Lebensübersicht und des Gefühles geistiger Selbstständigkeit
und Persönlichkeit geäußert: - "Wenn jene kummer- angst-
und sorgenvollen Lagen mich ganz allein und nicht auch, beson[ders]
meine Frau und die andern Freunde mit träfen, so wollte
ich solche nicht allein gern und willig ertragen, sondern
mich ihrer noch ganz besonders dankbar erfreuen; denn
sie sind es überwiegend mehr, als die entgegengesetzten
Zustände, welche den Geist nicht nur klären sondern ihn
auch zum Gefühle der persönlichen Selbstständigkeit u Freiheit
 /
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erheben; Sie sehen hier l. Muhme, es finden <von> den äußerlich trüben
und hemmenden Verhältnissen des Lebens auf den Geist ganz
dieselben Wirkungen statt, welche Sie bei der Krankheit Ihres
Körpers empfunden: Der Geist wird gleichsam dadurch freier,
selbstständiger und selbstthätiger, er wird dadurch einsichtiger durch- und über-
schauender. Diese beiden Bemerkungen, die Ihrige
wie die meinige, sind für das Leben hinsichtlich seiner störenden
und trübenden Einwirkungen sowohl in Beziehung auf äußere
Umstände und Lebensverhältnisse, als auch auf leibliche u Körper-
zustände höchstwichtig; denn der Geist erscheint dadurch nicht nur
immer unabhängiger und freier, sondern sogar das, was ihn zu hem-
men scheint, dient zu seiner Entwickelung und Freimachung, was
ihn zu trüben scheint dient zu seiner Klärung und Durchschauung.
Überhaupt tritt es mir in einigen Punkten, sowohl des eige-
nen wie des Fremdlebens entgegen, als sollte der menschliche
Geist durch das Leben und im Leben nicht nur überhaupt mehr Selbststän[-]
digkeit und Freiheit erringen, sondern als sollte er freier, selbstständi-
ger
und unabhängiger in sich, sich auch ganz ebenso wieder unter
sich
zur Pflege, zur Förderung und Entwickelung, wie zur Aus-
bildung alles Reinmenschlichen - und so ganz besonders zur
Kindheitpflege verbinden. Es erscheint mir, als sollte dieser
freye, in sich selbstthätiger Geist, wo er sich findet überall zur
Pflege des Hauptgedankens, der GrundIdee der Zeit: ent-
wickelnd-erziehender Menschenbildung sich einigen; denn in
einem gemeinsamen Werke muß er sich wieder, wie gegen-
seitig klar erkennen, um so sich gegenseitig verbinden.
Dieß scheint mir jetzt nun mehrfach das Streben und Sehnen
des Geistes und der Geister unter bestimmten Umständen,
dieß scheint mich [sc.: mir] auch das von Ihnen wohl lebenvoll ge-
fühlte allein noch nicht klar genug erkannte Bedürf-
niß Ihres Geistes und Gemüthes zu seyn. Die Klarheit
des Geistes und Gemüthes oder vielmehr das klare Gemüth, wie der sich klargewordene Geist hat überhaupt die Fortbildu[n]g der
Menschheit durch die entsprechende Pflege zum Grund und Ziel
; /
[208R]
darin hat denn auch, liebe Muhme, Ihre ausdauernde Liebe zu den
Kindern und zu deren besonders früher Pflege, wie auch Ihre
fortgehend förderliche Beachtung der Idee der Kindergärten ihre
Quelle. Wie denn diese doppelte Thatsache eine mir im Leben
wiederkehrende Erscheinung ist, woraus mir die Einsicht hervorgeht
die ich schon hervorgehoben: der in sich klare freie Geist strebt nach
einer persönlich d.h. äußerlich unbeend unbeengten reinen Einigung
für die Pflege des Menschenwesens, besonders in der Kindheit und der
Kinderwelt; wie denn der Menschengeist immer mehr nach sehr reinem
Wechselverkehr und solcher Wechselwirkung als freier Geist strebt.-
- Von Herzen theile ich Ihre Freude über Ihr mütterliches Einver[-]
ständniß mit Ihrem Robert. Ein schöneres, wie auch seegens-
reicheres Verhältniß zwischen Mutter u. Sohn kann nicht ge[-]
dacht werden; es bewährt dieß auch was ich eben aussprach:
das Sehnen des in sich freien, reinen Geistes nach freier Mit-
theilung hier bei Ihnen geknüpft an Naturanschauungen u.
an die dadurch im Gemüthe geweckten Gefühle, im Geiste an-
geregten Gedanken. Mit Ihnen theile ich den Wunsch:- "Möchte
das Leben ihm jene dort geweckten Empfindungen und Gedan-
[ken] nimmer rauben!["]- Grüßen Sie denselben herzlich von mir wenn
Sie ihm schreiben.- Auch, daß Sie mit freudiger Hoffnung, getrag[e]n
von einem sich durchziehenden Gemüths- und Familienbande,
der Entwickelung des Lebens Ihres Moritz entgegen sehen
erfreut mich gar sehr; darum auch ihm meinen freundlichen Gruß.
- Bei Gelegenheit der Erwähnung Ihr[er] jetzigen häuslichen Ver-
hältnisse kommen Sie auf die Bemerkung zurück, wie es Ihnen
merkwürdig, daß Sie immer wieder zur Erziehung in die Kreise
der Kinder, gezogen werden, als einer Erscheinung, welche sich
durch Ihr ganzes Leben fortspinnt.- Irre ich nicht, so habe ich
schon früher in Beziehung darauf Ihnen ausgesprochen, daß
ich glauben Sie hätten diesem Zuge bisher schon mehr nachgehen
sollen als Sie es gethan haben, und sollten es noch thun: - Mit
Hülfe jüngerer, z.B. der Frd. Btz. sollte Sie ein Kindergarten umblühen. /
[209]
Friederike Breternitz trägt die Hoffnung in sich, daß sie zu Johan-
nis künftigen Jahres als Vorsteherin oder Leiterin in die Be-
wahranstalt Geras werde eintreten können und hat mir dieß
mit Bestimmtheit nachgewiesen. Schreiben Sie mir nun doch l. M.
in Ihrem nächsten l. Briefe was an der Sache ist. Ich kann nun
zwar so schon nichts gegen die Sache thun, wenn es geschieht, wie
ich mich im Gegentheil darüber freue; aber freuen würde es
mich dann, wenn Ihre Anstalt dann auch den Namen "Kinder-
garten" wie in Annaburg, Marienberg, Lünen, Gotha, und vor
allem auch wie in Homburg vor der Höhe erhalten könne.
Man sagt freilich Name ist Name, ist ein Schall, die Sache
macht es; das ist nun wohl von einer Seite wahr, allein
dieselbe Sache durchdringt nur zugleich mit dem anderen Na-
men auch ein ganz anderer Geist, und der Geist ist's, der da le-
bendig macht. Darum wünschte ich nun wohl in Gera und und wo Sie zugleich
mitwirken, l. Muhme einen Kindergarten.- Alle Ihre
Ahnungen, mein gutes liebes Mühmchen, welche Sie mir in
Ihrem jüngsten lieben Briefe, d.h. den vom 5n Jul so schön
schildern und welche ich in diesem Augenblick noch einmal
durchgelesen und mich daran innig erfreut habe, würden
als dann in Erfüllung gehen; Sie würden ganz "die seegens-
"volle Rückwirkung inne werden, welches ein solches Spielen
"stets auf unser Gemüth auf unsern Geist und Körper übt."
Wie danke ich Ihnen nicht nur, daß Sie nach, im Spiel
mit den Kindern froh durchlebten Nachmittagen auch
meiner gütig gedacht haben.- Ja, meine theure Muhme,
auch solche kleine freundliche Mittheilungen sind zur
Erhebung und Lebenserneuung für den arbeitenden
Mann und Geist nöthig, denn sonst versinkt er gar
zu leicht in die tödtende Meinung, daß er nur frucht-
los stets blos Wasser in das Sieb der Danaïden schöpfe.
- Eine kleine Übersicht werden Sie nun auch wohl von
meiner Reise wünschen; nun hier ist sie. Im Mai schloß /
[209R]
ich den Bildungscursus. In den ersten Tagen des Juni reiste
ich begleitet von einer meiner Schülerin[nen] - Auguste [sc.: Amalie] Krüger [-]
nach Gotha um dort den Fortgang des Kindergartens zu prü[-]
fen und der früheren Unternehmerin desselben der Christia-
ne Erdmann
eine Mitunternehmerin in einer meiner jüngst[e]n
Schülerinnen der Auguste Michaëlis aus Gotha zuzuführen.
Von Gotha reiste ich, wieder begleitet von Frl. Auguste [sc.: Amalie] Krüger
nach Marienberg im Obern Erzgebirge um am 9n Juni bei
Eröffnu[n]g des dasigen Kindergartens und der Einführu[n]g von
der Auguste Steiner gegenwärtig zu seyn. Hier blieb ich
ohngefähr 8 Tage. Reiste dann über Annaberg, wo ich den
Superint. Dr Schumann aufsuchte und bei Gelegenheit ei-
ner Predigerconferenz Mittheilungen über meine entwickelnd
erziehende Kinderbildung machte. Von hier gieng es nach
Plauen im sächsischen Voigtlande. Während einiger Tage
wurde hier die frühere Aussaat neu gepflegt und frisch
begossen und besonders der Kindergarten von welchem wie
ich höre in No 255 der Leipziger Zeitung ein Bericht steht.
Konnte ich durch Ihre und Vetter Roberts Güte entweder
eine Abschrift dieses Berichtes, oder einen Ausschnitt von
der Zeitung selbst erhalten, so würde es mich freuen.
Gegen Ende Juny kamen wir nach Halle zurück, von wo
aus ich sogleich nach Quetz nächst Halle zum Pastor Hilden-
hagen
, dem Schwager von Frl. Amalien Krüger gieng, um
dort mit den Kindern des, seit vorigen Jahren unter der
Führung von Ida Weiler bestehenden Kindergarten[s] und
den Ortsschulkindern ein Kinderfest vorzubereiten.-
Am 25 Jul wurde es ausgeführt. Ihre Zeitung so er-
fahre ich hat Ihnen einen Bericht davon gegeben; ich lege
hier noch zwei andere bei, welche mir die Sache noch
tiefer und einfacher zu erfassen scheinen, besonders
der aus dem Allgem: Anzeiger. An diesem Spielfeste
nahm unter Anderen auch eine Erzieherin oder vielmehr 2 /
[210]
aus Hamburg und Herr Middendorff aus Keilhau [theil], wie
auch mehrere meiner früheren Schülerinnen gegenwärtig [waren.]
Für Hamburg gieng daraus die bestimmte Frucht hervor,
daß die Ausführung eines Kindergartens daselbst sogleich
fest gehalten wurde und das Ganze sich später in dem Maße
entwickelte, daß selbst Allwina, die Tochter Middendorff[s]
nach erlangter Durchbildung dafür vielleicht im künftigen
Frühjahre selbst an der Ausführung eines Kindergartens
in Hamburg mitwirkend eintritt.
Anfangs August reiste ich von Quetz nach Braunschweig
Hannover, Bremen und Mitte August über dieselben
Orte nach Quetz zurück, nachdem ich den 3 genannten Ort[e]n
nach an mich geschehener Aufforderung für die Ausführung
von Kindergärten gewirkt hatte. Ob und welches Ergeb-
niß aus dieser Wirksamkeit hervorgehen wird liegt
noch in der Zukunft dunklem Schooße. Der Gedanke selbst
wurde überall mit vieler Anerkennu[n]g lebendig aufge-
nommen. Braunschweig scheint ihn besonders fortzupflegen.-
Am 25 August war ich zu Eisenach bei dem Gesangsfeste des
Thüringer Sängerbundes, zugleich aber auch um dort für
Ausführung eines Kindergartens zu wirken. Der Gedanke
wurde hier, nach einer von mir in dieser Beziehu[n]g gemachten
Mittheilu[n]g im dasigen Stadthause, - sehr lebendig aufgenom[-]
men, ob er Wurzel fassen und es zur Ausführung eines
Kindergartens kommen wird liegt auch noch in des Schicksals
Hand.- Von Eisenach über Gotha und Weimar nach
Keilhau zurück nachdem ich zuvor 8 Tage den Kindern
eines verwandten Pfarrers bei Gotha, dessen Mädchen
besonders große Freude an diesen Spielen haben gelebt -
und am 6. Septbr das Stiftungsfest des Kindergarten[s] zu
Gotha mit gefeiert - und bei meiner Durchreise durch
Weimar auch dort für Ausführu[n]g eines Kindergar[-]
tens daselbst angeregt und gewirkt hatte.- Am /
[210R]
9en Septbr also ohngefähr nach einer Abwesenheit von 14 
Wochen traf ich wieder in Keilhau ein, wo aber alles
beschäftigt war sich zu den Herbstreise[n] in 3 Abtheilungen
vorzubereiten. Und ohngefähr nach 8 Tagen reiste auch
Herr Barop mit 20 Zögli[n]g[e]n und 4 Lehrern über Franken
nach Würzburg - Herr Middendorff mit 14 Zögli[n]g[e]n und
1 Lehrer nach dem Fichtelgebirge, Eger und sächsischen
Voigtlande.- Middendorff der Sohn mit 5 der kleinsten
Zöglinge auf einige Tage in den nächsten Thüringer Wald
und nach Arnstadt zur Mutter eines ihrer Genossen.-
Zur Kirchweyh am 29 Septbr war alles wieder hier.
Selbst meine alte Schwägerin meines alten Bruders
Frau hatt mit ihrer Tochter Elise eine Reise nach dem
Hinterharz gemacht um dort Verwandte, eine Tochter
ihrer Schwester zu besuchen, und eine Tochter jener also
eine Großnichte von ihr mit hierher zurück zu bringen.
Allwine Middendorff war auch, ich glaube über 10 
Monate von hier abwesend, bis Ostern von Weihnachten
an in Wittenberg und von Ostern bis jetzt Michaelis
in Dresden als freiwillige Gehilfin in Frankenbergs
Kindergarten daselbst.-
Sie wird diesen Winter einen vollständigen Bild[u]ngs[-]
cursus für Kinderpflege und Beschäftigung bei mir
durch machen.
Middendorff ist mit seiner Familie ganz wohl.
Barops Frau, Emilie hat ihn im Monat Mai mit einem
kleinen Jungen - Namens Reinhold beschenkt, so daß, glaube
ich, Barop jetzt 8 Kinder: - Johannes, Gertrud - Adelheid - Emil
Thusnelda - Cäcilie - Maria - Reinhold - hat. Irre ich nicht so
ist er so glücklich noch keines verloren zu haben.- Sehen Sie
mein Brief will hinter den Ihrig[e]n nicht zurück bleiben.- Doch
nun die herzlichsten Grüße an den lieben Vetter, den Vater, und die
l. Vettern die Söhne[.]- Schreiben Sie ja recht bald mir wieder[.]
Grüßen Sie alle die sich meiner freundlich erinnern. FrFr. /

[207VR/201R]
[Nachschrift am Rand von 207VR/210R:]
Aus und von den Anstalten der Ida Seele in Darmstadt und der Marie Christ in Lünen liegt
mir viel Freundliches vor.- In Königsee ist man gesund und zufrieden.-
Die Anstalt der Auguste Steiner in Marienb[e]rg wurde am 20 August von der Königin von Sachsen besucht –