Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Robert Felsberg in Neidschütz b. Naumburg v. 24.11.1847 (Keilhau)


F. an Robert Felsberg in Neidschütz b. Naumburg v. 24.11.1847 (Keilhau)
(Autograph nicht überliefert, ed. KG 1871, 21-26 mit falschem Datum „24.10. 1847“. 2 Abschriften in BlM: Die Abschrift F 1058/52/4 bringt den Großteil des Briefs, verkürzt im Schlußteil aber erheblich. Der Auszug F 1058/52/3 läßt den Eingangsteil weg, bringt jedoch einen in der Edition fehlenden Abschnitt sowie den gesamten Eisenacher „Plan der Bildungsanstalt für Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen“, der bei Lange II,493-500 ediert, aber 1871 weggelassen wurde. Beide BlM - Abschriften datieren „24.11.1847“. Für diese Datierung und gegen die Editionsdatierung spricht der von F. erwähnte, „soeben“ erhaltene Brief des Lehrers „H. in N.“, der in der BlM-Abschrift F 1058/52/4 als „Lehrer Heß zu Neustadt“ ausgeschrieben wird. Diese Identifikation wird bestätigt durch den in BlM XVII,2, Bl 153-154 archivierten Brief des Lehrers C. Heß aus Neustadt b. Sonneberg an F. vom 18.11.1847 sowie durch das in F.s Brief zu Beginn erwähnte Schreiben Felsbergs vom 24.10.1847, das sich in BN 424, Bl 13-14R befindet. Bei dem jungen Berliner Schulamtskandidat handelt es sich um Max Leidesdorf. – Hier wird der Text der Edition mit einer Erweiterung (gemäß Auszug) und den Seitenangaben von 1871 unter a) wiedergegeben; unter b) ein Zitat aus dem in Hamburg befindlichen Abschriftfragment in StFSWH; als Dauerleihgabe im Staatsarchiv Hamburg, 731-4 Briefsammlung.)

a) Edition

Keilhau b. Rudolstadt am 24. Oktober [sc.: November] 1847.

Mein theurer, lieber Freund!
Hätte die Antwort, wie ich sie unmittelbar nach Lesung Deines lieben
Briefes vom 24. v. M. Dir in Gedanken zusandte, sogleich auf dem Pa-
piere gestanden, so hättest Du selbige mit umgehender Post empfangen, so
drängte sich aber später soviel zwischen Gedanken und Schrift, so daß ich
jetzt zu meinem Leidwesen sehe, daß Dein lieber Brief nun schon seit einem
Monate ohne Beantwortung in meiner Hand ist; nun sollst Du aber auch
recht viel von mir zu lesen, ja zu kritisiren bekommen.
Zuvörderst aber Dir meinen schönsten Dank für die freundliche Zu-
sendung Deines Aufsatzes in dem Naumburger Kreisblatte. Dieser Aufsatz
hat mich unter den mehreren, welche über das dortige Kinderfest erschienen
sind, mit am meisten erfreut. Er hebt eigentlich den allerwichtigsten Ge-
sichtspunkt, unter welchem diese Kinder- und Jugendspielfeste betrachtet wer-
den müssen, hervor, indem Du sagst: - "Wenn man auch mit Recht auf
“die Zunahme der Volksbildung rc. hoffen kann, so hat doch eine Seite der
“Volkserziehung, die Erziehung zu gemeinsamem Streben und
“Wirken für ein gemeinsames Interesse
u.s.w. noch nicht die
“Berücksichtigung gefunden, die ihr gebührt. Diese Seite der Erziehung
“wird aber am wirksamsten gepflegt, wie durch Spiele überhaupt, so ganz
“besonders durch Spielfeste."
Der Aufsatz in Nr. 244 des "Allg. Anz." d. D., welcher auch sehr
schön ist, spricht etwas Aehnliches wie der Deine aus; jedoch zu all-
gemein, zu unbestimmt. Allein eben das ganz Bestimmte, mit welchem Dein
Aufsatz den eigentlichen Zielpunkt des Ganzen bezeichnet, das ist es, was
mir denselben so werth macht. Schade, daß gewöhnlich solche gute Aufsätze
in zu engen Kreisen verbreitet werden, da sie doch ein bei weitem größeres
Publikum verdienten; so hätte ich, der herausgehobenen Stelle halber ge-
wünscht, daß Dein Aufsatz in der Bremer Zeitung erschienen wäre. /
[22]
Aber warum hat mir ihn denn Deine Bescheidenheit auch so lange vor-
enthalten? - Ich hätte ihn früher schon manchmal gut brauchen können,
doch er soll mir auch jetzt noch manchen tüchtigen Baustein zu dem aufzu-
führenden Gebäude liefern. -
Als Gegengabe für das von Dir Empfangene lege ich Dir hier
nun auch ein Paar gedruckte Blätter bei. Sie sind aber nicht von mir,
sondern von einem uns wohl im Streben verwandten, allein im Wege ver-
schiedenen jungen Schulamtskandidaten aus Berlin, ich glaube aus der Schule
Diesterweg's. Im Sommer 1845 lebte er einige Zeit hier, um sich mit
meinen Bestrebungen bekannt zu machen, wie er sagte, mit dem Vorsatz, sie
in's Leben einzuführen. Jüngst hat er eine Schrift herausgegeben: -
"Vorschläge über Erziehung" u.s.w. In dieser Schrift scheint er
nun jenen Vorsatz auszuführen, indem er in derselben in einem besondern
Abschnitt von seiner Auffassung der Sache Rechenschaft gibt. Diesen Ab-
schnitt hat er unter dem Titel: - "Ein Wort" rc. besonders ab-
drucken lassen und mir eine bedeutende Anzahl dieser Abdrücke, wie es mich
dünkt in einem gewissen und achtbaren Dankgefühl, zum freien Gebrauch
übersandt. Es macht mir Freude, Dir ein Exemplar davon zu übersenden.
Wenn es Dir nun die Sache auch nicht unter neuen Gesichtspunkten dar-
legt, so ist es doch eben die Ansicht eines Zweiten und Fremden und dieß
klärt immer die eigene.
Auch Deinen Herrn Ortslehrer kannst Du sie, nebst Gruß von mir,
mittheilen. Ich habe von demselben einen Brief gehört, welchen er an den
Lehrer H. zu N. am Rennsteige geschrieben hat, worin derselbe eine Ansicht
und Darlegung meiner Erziehungsgrundsätze und Mittel gibt, über deren
gesunde Auffassung ich mich höchlich gefreut habe. Deine direkte und indi-
rekte, aber immer förderliche Wirksamkeit für die Sache, ist mir darin in
einem recht schönen Lichte erschienen. Wenn jeder der Freunde der guten
Sache so wirkt wie Du, und jeder so Gewonnene wieder in gleicher Weise
und gleichem Maße, so kann es wirklich nicht anders sein, dieselbe muß
immer tiefer im Herzen und Leben des Volkes seine Wurzeln schlagen.
Nach der mir nun so bekannt gewordenen Gesinnung Deines Orts-
lehrers hoffe ich auch, daß er Deinem Vorschlage, die Einweihung seines
Schulhauses bis künftiges Jahr hinauszuschieben, um daran ein Kinder-
und Jugendspielfest zu knüpfen, wenn es ihm sonst die Verhältnisse möglich
machen - entgegen kommen wird. In Deinem Aufsatze liegt ja dazu ein
mächtiger Grund, wie uns denn der Magdeburger und Gothaische Aufsatz
noch manchen Fingerzeig gibt, worauf bei solchen Spielfesten zu achten sei. /
[23]
Gar sehr habe ich mich über Deine große und vielseitig verzweigte
Thätigkeit, besonders aber über den Geist derselben, soweit sich solcher aus
brieflichen Andeutungen erkennen läßt, gefreut. Daß es eben das Selbst-
erfinden der verschiedenen Gebilde oder Darstellungen ist, welche den Kindern
so viel Freude macht, hast Du ganz richtig bemerkt, denn sie sehen darin
ihre eigenen Geistesanlagen nach Richtung und Maß, ja sie erkennen sie
eigentlich zuerst gleichsam in einem Spiegel, wo sie ihnen zuerst nur einzig
als ihr Eigenthum erscheinen, wie dieß sogar noch den Erwachsenen, ja uns
selbst geschieht, bis sie endlich als allgemein menschliche Anlagen und Kräfte
nur in verschiedenen Graden der Kraft sich ihnen kund thun. Das Beson-
dere an das Allgemeine anzuknüpfen oder vielmehr das Allgemeine aus dem
Besonderen zu entwickeln, oder, was gleich ist, das Besondere in dem All-
gemeinen nachzuweisen, dieß alles ist eben für das Leben wie für die Be-
stimmungserfüllung des Menschen so wichtig, dazu gibt nun aber eben
diese an die schaffende Selbstthätigkeit des Kindes geknüpfte, entwickelnd-
erziehende Kinder- und Menschenbildung so vielseitig Gelegenheit.
Allein noch ein Anderes ist für die Ausbildung des Menschen als eine
in sich stetige Einheit - für die bürgerliche Gesellschaft als ein in sich ge-
schlossenes Ganzes - für das Menschengeschlecht - ja für die ganze
Menschheit als ein in sich Einiges - zu erkennen hochwichtig; daß alles
das, was als ein Getrenntes, Vereinzeltes - Zusammenhangsloses vor uns
steht, dennoch nothwendiges Glied eines in sich stetig einigen und lebenvoll zu-
sammenhängenden Ganzen ist; ja nach innerem Gesetz folgerecht eines aus
dem andern hervorgeht, von uns aber die Zwischen- und Mittelglieder ent-
weder nicht beachtet werden oder nicht vollständig genug ausgebildet sind,
wodurch das in sich Zusammenhangsvolle als ein äußerlich Zusammen-
hangsloses erscheint. Für alles dieß und somit für das in sich Stetige des
menschlichen Geistes geben nun all' diese Spiele, besonders aber zunächst die
3. Spiel-Gabe die schönsten Anschauungsformen. Du wirst Dich deren
Mittheilung vielleicht noch aus meiner Vorführung erinnern, z. B. des ste-
tigen Ganzen von gegen 70 Schönheitsformen, welche mit der Einheit, dem
Würfel, beginnen und mit der Einheit, dem Würfel, nur in andrer An-
schauung
, schließen.
Was Du mir über die erste und zweite Gabe schreibst: "Für die erste
“und zweite Spielgabe waren meine Kinder doch wohl schon zu groß, we-
“nigstens um sich dauernd damit zu beschäftigen;" - das erste ist wahr und
nicht wahr; denn bei diesen Spielen und dieser Spielweise hängt alles von
dem Umfange, der Ausbildung und der Beziehung ab, welche man dem
Spiele und der Spielweise gibt. Was Du sagtest, ist also wahr, wenn Du /
[24]
in den drei angegebenen Punkten ganz auf der Stufe stehen bleibst, auf wel-
cher eben die Spiele dort aufgefaßt sind; - es ist nicht wahr, wenn Du
die Spiele nach den angegebenen 3 Rücksichten stetig mit dem körperlichen
und geistigen Wachsthume Deiner Zöglinge fortbildest, indem dann selbst die
Spiele mit denselben gleichsam größer und verständiger werden; denke nur
an das Dreiballspielen, - das große und schöne deutsche Ballspiel, und
die Menge der übrigen Ballspiele, z. B. Treibball, Rollball rc., welche ja
sämmtlich wie Zweige aus jenen kleinen Ballspielen hervorwachsen. Unter
den im Buche selbst d. h. unter den Ballliedern angegebenen "Hoch im Bogen
rc. mit 2 Ballen und in großen Entfernungen, dann: - lieben Bälle
kommt zur Stelle rc. zuerst mit halbsovielen Bällen als Spielende sind,
aber in großen Entfernungen, dann mit ebensovielen Bällen als Spielende
sind. Ersteres kann nur mit einer geraden Anzahl von Spielenden gespielt
werden, also wenigstens mit 4, letzteres mit jeder Anzahl, also schon mit 3
Spielenden.
Was das Spiel mit der 2. Spielgabe betrifft, so ist dieß mehrfach
wichtig, erstlich wegen der verschiedenartigen Erscheinungen bei den ver-
schiedenen Achsenumdrehungen; dann aber bei zwar gleicher Achsenumdrehung,
aber verschiedener Geschwindigkeit derselben.
Hier fesselt Mehrfaches die Beachtung und selbst, was sittliche Bedeutung
hat, die Unterscheidung des Scheines von dem eigentlichen Sein, bei eben-
genannten Achsenumdrehungen, so wie auch was auf die Mechanik rc. Bezug
hat. Es muß hier das weckende Wort für die Beachtung und somit Dar-
stellung das Interesse bringen, die Anreizung geben.
Doch noch weit wichtiger sind die Spiele mit der 2. Gabe als Ein-
führungsmittel nicht nur in die Formen der Natur als einzelne, sondern
besonders in deren innern Zusammenhang, was schon für den Knaben im
10. Jahre Interesse hat. Als gemeinsame Spiele lassen sich unterhaltende
Sprechspiele an den Würfel anknüpfen: z. B. ich berühre mit den Fingern
jede Fläche des Würfels und sage: - Fläche, Fläche u. "Der Würfel
hat Flächen." "Was hat der Würfel?" - "Der Würfel hat Flächen!" -
"Hat der Würfel Flächen?" - "Ja! der Würfel rc. rc." Die
Bedingungen zu den Flächen liegen im Würfel; ohne Flächen wäre er
kein Würfel; er ist ein Flächner - "eine Fläche u. s. w. bis 6 Flächen,
der Würfel hat 6 Flächen, - 6 Gevier[t]flächen - 6 gleiche Geviertflächen,
- "Der Würfel ist ein Sechsflächner". - Ebenso ist der Würfel
ein "Kantner" - ein "Gleichkantner" - "ein 12-Kantner". -
Ebenso ist er ein Eckner - ein Rechteckner - ein Gleicheckner - ein Acht-
eckner
. - Weiter ist er 6flächig - 12kantig - 8eckig - 24winklig. - /
[25]
An Jeden im Kreise um den Tisch geschieht einzeln die Frage, und jeder,
an dem sie geschiehet, beantwortet sie vollständig, gibt dann die Frage wei-
ter und empfängt die Antwort. So kreiset Frage und Antwort um den
Tisch und gibt ein unterhaltendes Sprechspiel. - - -
[Abschrift/Auszug/S.3-4/*-*]
[*] Ich weiß, Du bist mir bös gewesen daß ich scheinbar mein Wort gebrochen,
und auf meiner jetzigen Reise nicht nach Neidschütz gekommen bin; aber
ich sage es oft zu meinen Freunden: Der Mann, welcher der freieste
scheint ist, wenn er für sich einen bestimmten Beruf hat und es ehrlich
mit diesem meint, der gebundenste. Ich kann mich während des Tages
keiner Stunde, noch weniger während einer Woche eines Tages entsinnen,
welcher sich jetzt nicht auf die Verwirk/lichung meines Lebensgrundgedankens
bezöge; denn wenn man erst das 65te Jahr hinter sich und noch so viel,
wenn auch nur zu begründen hat, von klarer Ausführung will ich gar nicht
einmal reden, dann nimmt man wohl die Zeit zusammen. Dazu kommt,
daß man in Allem was sich auf wahre Fortentwickelung der Menschheit und
sei es des Einzelnen als Glied derselben, bezieht, nichts durch äußere
Gewalt, sondern nur durch Wärme des Gemüths, Klarheit des Geistes,
Stetigkeit im Leben und Wahrheit in allen Dingen etwas erreicht. – [*]
Auch wir haben den 18. Oktober wie Ihr wacker gefeiert und gefeuert;
ich wollt' Du hättest unser prächtiges Feuer und unsre hochsteigenden Ra-
keten gesehen. Die Frösche haben auch hier geneckt. In unserer Umgegend
haben in diesem Jahre wieder mehr Feuer als in den jüngst verflossenen
gebrannt. Bei dem unsrigen wurde manches kräftige Lied gesungen und
manches wackere Wort gesprochen. Hrn. v. P. so thätige Theilnahme an
der Feier Eures Festes hat uns alle gar sehr erfreut. Künftiges Jahr
wollen wir bei unserer Feier auch der Eurigen deutsch- und treusinnig ge-
denken, damit wenn auch die Feuer sich nicht sichtbar entgegenflammen, we-
nigstens Gemüth und Geist sich einigen. Wenn Männer, wie Dein Herr
v. P. Hand und Herz reichen und auch vor den Thronen für das Volk
sprechen, dann muß das Leben bald wieder ein schönes, frisches, frohes,
freies und auch gewiß ein frommes deutsches werden.
Nun, nachdem ich so Deinen lieben Brief ganz beantwortet habe, zu
einer Sache, die mir eben jetzt vorliegt.
Von vielen Seiten bin ich nämlich aufgefordert worden wegen meiner
Bildungskurse eine Anzeige oder Programm drucken zu lassen. Weil auch
ich einsehe, daß die Anforderung gegründet, so habe ich einen Entwurf der
Anzeige aufgesetzt; ehe ich aber dieselbe wirklich veröffentliche, ist es mir
wichtig, aus dem Leben, wie es ist, Urtheile darüber zu hören, besonders
von Frauen. Zu diesem Ende erlaube ich mir nun Dir angeschlossen, eine
Abschrift des in Frage stehenden Programmes zu schicken, und bitte Dich
ganz unumwunden, um Dein Urtheil über dasselbe, so wie es mir be-
sonders lieb wäre, das Urtheil Deiner Frau Prinzipalin so wie anderer
achtbarer Frauen darüber zu hören; denn was kann es mir nützen, etwas
zu veröffentlichen, was wirkungslos bleibt; deshalb bitte ich nochmals um
eine ganz offene und unumwundene strenge Kritik und solches Urtheil. Da
das Ganze im nächsten Monat dem Druck übergeben werden soll, so wird
es mich freuen, wenn ich den Entwurf mit Deiner und Deiner stimmfähigen
Umgebung in nicht so gar langer Zeit zurück erhalte, um noch vor dem Ab-
druck davon Gebrauch machen zu können. -
So eben erhalte ich einen Brief vom Lehrer Hrn. H. in N. [Heß in Neustadt] am Renn-
steige, worin mir derselbe schreibt, daß bei der letzten Konferenz in Eis-
feld
der Entschluß gefaßt worden sei, im Laufe nächsten Sommers, viel-
leicht gegen Johannis, ein Kinder- und Jugendspielfest - ähnlich dem zu /
[26]
Quetz im Ernstthal im Schleusegrund auszuführen und daß man, wegen
des Umfanges, welches dieses Fest erhalten sollte, jetzt beim Konsistorium
um Bestätigung dieses Entschlusses nachsuche. Schon ist ein Komité zur
Ausführung dieses Entschlusses, aus 5 Lehrern bestehend, ernannt; mir ist
vertrauensvoll die Anordnung der Spiele übertragen. - Wenn dieß erste
Spielfest, an welchem mehrere 100 Kinder Antheil nehmen werden, -
zur Zufriedenheit ausfällt, so soll bald darauf auch ein gleiches in Eisfeld
gefeiert werden; Du kannst dieß Deinem Herrn Ortslehrer zur Ermuthi-
gung sagen: - Euer Spielfest würde dann das erste im Meining'schen
sein. - Kann ich, so werde ich dann gern der mir von Dir zugedachten
Einladung folgen. -
Laß bald wieder etwas von Dir hören und sende bald Deine Kritik
des Programmes
Deinem treuen Freunde

           Friedrich Fröbel

b) Abschrift/StFSWH [Zitat]

[2R]
 [Enthält ein wohl nicht zum Brief gehörendes F.-Zitat mit Charakter eines Mottos:]
Die Kindergärten sind das sicherste Mittel,
der richtigste Weg, die einfachste Weise zur
allgemeinen Erhebung und Veredlung,
zur klaren Ausführung und schönen Darstellung
ächten "Familie[n]lebens" in allen Ständen
und Verhältnissen als die einzig wahre
Quelle befriedigten Eigenlebens, freudvollen
Volks- freiem Staats[-] und einigem Mensch-
heitslebens.-
Fr Fröbel /