Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Friedrich Hofmann in Hildburghausen v. <22.>3.1848 (Keilhau)


F. an Friedrich Hofmann in Hildburghausen v. <22.>3.1848 (Keilhau)
(Landesbibliothek Coburg, Ms 300/2 F. Fröbel, undat. Reinschrift 1 Bl 8° 1 S. mit verderbter Anrede. - Dat.: Im Hauskalender 1848 [BlM XVIII,1] notiert F. auf dem Notizenzwischenblatt für März mit "22.?" einen Brief an „Friedrich Hoffmann“ [sic !] in Hildburghausen nebst Sendung von 5 Druckstücken als Beilagen; außerdem einen Brief ["schriftlicher Dank"] an Joseph Meyer v. 26.3./Absendedatum, der in diesem Brief an Hofmann schon geschrieben, aber noch nicht abgeschickt ist. In BN 722, Bl 4-5.6-7.8 sind drei Entwürfe dazu enthalten, davon einer dat. 21.3.1848.- Die verbleibende Unsicherheit resultiert aus dem eigenen Eintrag mit Fragezeichen F.s.)

Mein theurer <Freund> und <geliebter> Bruder

Jubelt Dir das Herz nicht dem neuen Völker- und
besonders unser geliebten deutschen Volkes
Frühlingsmorgen entgegen?-
Mit dem Eintritt des Naturfrühlings
am Himmel am 20 März konnte das deutsche
Volk den Eintritt des neuen J Völkerfrühlings
und den seines eigenen feyern. Ist Gott
nicht mit seinen Menschen im Bunde[?] Be-
währt sich nicht das uralte Sprichwort: "Gott
verläßt keinen biedern Deutschen"?-
Grüße mir Euern Chef J. Meyer, seine R. [sc.: Reform -]
Adresse hat mein Herz begrüßt. Mein Dank
d.h. mein schriftlicher Dank liegt neben mir ich
habe nicht Zeit ihn abzusenden, so Gott will heute
denn Dich den treuen freien Bruder, Dich lieben
deutschen Mann, mußte ich doch heut auch begrüßen[.]
Aber sag: - Soll ein Mensch nein nicht Mensch
soll ein Geschöpf wie der K. v. Pr. [sc.: König von Preußen] der Tausende
wie man hört seiner Halsstarrigkeit opferte
noch König seyn, soll er König v. Gottes Gnaden, noch
überdieß sich nennen dürfen?- Soll er nicht
wegen dieses unsin[n]igen Blutbades vor das deutsche
Parlament zu Gericht gefordert werden?- So seine
Lügenhaftigkeit in seinem Patent oder wie das <Di[n]g>
von 18 diese[s] Monats heißt ihm hingehen wo er sagt
er gebe dem Volke gleichsam freiwillig was es sich mit
seinem Blute erkaufte, er fordere E er verlange vom Landesge-
nossen vom Bürgerblut von ihm sich erkämpfte?- "Untergang
der Lügenbrut" sang schon längst unser Namensbruder Friedrich [Schiller].
Heil unserm Volke Heil Dein FriedrichFröbel
Theile meine Fragen unserm Meyer mit, empfiehl
sie ihm zur öffentlichen Beantragung.