Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an >Anwender der Fröbelschen Pädagogik< in verschiedenen Orten (Rundschreiben) v. 7.7.1848 (Keilhau)


F. an >Anwender der Fröbelschen Pädagogik< in verschiedenen Orten (Rundschreiben) v. 7.7.1848 (Keilhau)
(BN 364, Bl 5-6, 1 B 8° 3 S. Brieforiginal/Abschr. von Fs. Hand; weist im Verteiler 18 Adressaten auf; der Text ist kürzer als die Abschr. in BlM XVIII,3, Bl 50-51, 1 B 8°, 3 S., die 19 Adressaten nennt.)

a) Brieforiginal

Hochgeehrte Herren und Frauen.
Die beiliegende Einladung benachrichtigt Sie von einer in
der ersten Hälfte des Monats August zu Rudolstadt
beabsichtigten Versammlung deutscher Volkserzieher und
Volkslehrer zur Besprechung über das Wesen und die Aus-
führung deutscher Volkserziehung, besonders auch des We-
sens und der Wirkung der - solche Erziehung zu begründen
strebenden "Kindergärten" und überhaupt der in derselben
auch zur Einführung in die Familien angewendet werdenden
kindheitentwickelnder, besonders Bethätigungs-, Spiel- und
Beschäftigungsmittel, wie solche namentlich auch in dem Fami-
lienbuche Fr. Fröbels angegeben sind.
Sie, hochgeschätzte Herrn und Frauen, haben dem Ge-
genstande schon seit einigen Jahren durch prüfende Anwen-
dung Ihre Aufmerksamkeit geschenkt; es würde daher
sowohl für die Versammelten als für die Sache selbst höchst
wichtig und belehrend seyn, wenn außer der persönlichen
Gegenwart, welche Sie der Versammlung wo möglich
schenken,- Sie derselben zugleich noch schriftlich die Erfah-
rungen, welche Sie bei Anwendung der in Frage steh-
enden entwickelnd-erziehenden Kinderführungs- und
Behandlungsweise gemacht haben - vielleicht in einer
geschichtlichen Einleitung, wie der Gegenstand Ihre
Theilnahme gewonnen, mittheilen möchten.- /
[5R]
Könnten Sie noch einige der, auf diese Weise geförderten
Erzeugnisse der gestaltenden Thätigkeit Ihrer Lieb-
linge und lieben Pflegebefohlenen beifügen, so
würde dieß natürlich dem Ganzen noch mehr Beleh-
rung geben.
Freuen würde es uns jedoch noch mehr, wenn Sie,
wie schon ausgesprochen durch Ihre ehrende persönliche
Anwesenheit das schriftlich und sächlich Dargestellte
noch mehr durch Ihr erweiterndes Wort beleben wollten.
Ich erlaube mir noch die Bitte hinzuzufügen uns
gefälligst mit einigen Worten zu benachrichtigen
ob Sie die Erfüllung unseres herzlichen Wunsches
uns gewähren können und wollen. Wir werden
uns dann die Einsendungen des Ganzen portofrey
wenigstens vier Tage vor Beginne der Ver-
sammlung erbitten müssen[.]
Noch darf ich hinzufügen, daß ich hiermit gewiß
den Wunsch des gesammten Com[m]ite's und aller
Freunde deutscher Kinder- und Volkserziehung
ausgesprochen habe.
Mich mit wahrer und vorzüglicher Hochach-
tung unterzeichnend.
Keilhau am 7ten Juli 48. [48 eingekreist]
FriedrichFröbel. /

[6]
Rundschreiben
an mehrere Väter und Mütter, Männer und Frauen,
welche den von Fr: Fröbel aufgestellten Kindheit-
Entwickelungs- und Bethätigungsmitteln
durch Anwendung in ihren Lebenskreisen
ihre prüfende Aufmerksamkeit
schenkten.
Frau Doris Lütkens geb[orene] v. Cossel in Hamburg
" Geheimräthin von Müller in Homburg v. d. Höhe
" Magister Schmidt in Gera
" Consistorialräthin Wittich in Gera.
Herrn Hauptmann von Arnswaldt in Eisenach,
" Pastor Hildenhagen in Quetz b. Halle,
" Lehrer Kittel in Glaucha,
" Professor Dr Karl Hagen in Heidelberg,
" Lehrer Krömer in Zöplitz,
" Dr phil: v. Leonhardi in Heidelberg,
" Schulkollaborator Lützelberger in Altenburg,
" Dr Mai [sc.: Mey] in Eisenach,
" Lehrer Martin in Coburg,
" Schloßprediger und Schulinspector Wöpke [sc.: Woepcke] in
        Annaburg bei Torgau,
" Rector u Pfarrer Göpfert in Eisfeld,
" Superintendent Schneider in Marienberg,
" Lehrer Rascher in Plauen im Sächs[ischen] V[oi]gtlande
" Pfarrer Karl Scheider in G [sc.: Heldburg] im Meiningschen.

b) Abschrift

[50]
7. Juli 1848

Hochgeehrte.

Die beiliegende Einladung benachrichtigt Sie von einer in
der Mitte August d. J. zu Rudolstadt beabsichtigten Versammlung
deutscher Volkserzieher und Volkslehrer zur Besprechung des Wesens
und die Ausführung deutscher Volkserziehung; besonders auch
über das Wesen und die Wirkung der Kindergärten, welche solche
Erziehung zu begründen sich zur Aufgabe gestellt haben, über-
haupt Prüfung der kindheitentwickelnden, besonders Bethäti-
gungs- Spiel- und Beschäftigungsmittel, welche in den Kinder-
gärten angewendet werden um selbige dadurch auch in die
Familien als Erziehungsmittel einzuführen, wie solche nament-
lich in Fr Fröbels Familienbuche angegeben sind.
Sie, Hochgeschätzte! haben dem Gegenstande meistens schon
seit einigen Jahren durch prüfende Anwendung Ihre Aufmerk-
samkeit geschenkt; es würde daher für die Versammelten sowohl
als für die Sache selbst höchst wichtig und belehrend sein, wenn
außer der persönlichen Gegenwart, welche Sie der Versammlung
wo möglich schenken mögen, um welche wir Sie noch beson-
ders bitten - Sie derselben zugleich schriftlich die Erfahrun-
gen, welche Sie bei Anwendung der in Frage stehenden
entwickelnd-erziehenden Kinderführungs- und Jugendbildungs-
weise gemacht haben - vielleicht in einer kurzen geschichtli-
chen Andeutung wie der Gegenstand Ihre Theilnahme gewonnen
- mittheilen möchten.
Könnten Sie diesen belehrenden Mittheilungen noch
einige in dieser Kinderführungsweise bewirkten Erzeugnisse der
gestaltenden Thätigkeit Ihrer Lieblinge oder lieben Pflegebefohlenen
beifügen, welche zugleich den Geist wie den Erfolg dieser ent-
wickelnd-erziehenden Beschäftigungen darthun, so würde dies /
[50R]
natürlich für den Gegenstand nur höchst willkommen sein, beson-
ders wenn Sie die Güte haben wollten außer dem Namen auch
das Alter und die Zeitdauer der bereits so genossenen Pflege des
kleinen Verfertigers zu bemerken.
Freuen würde es uns jedoch noch mehr, wenn Sie, wie schon
ausgesprochen, durch Ihre ehrende persönliche Anwesenheit das
schriftlich und sachlich Dargestellte noch besonders durch Ihr
mündlich erläuterndes Wort beleben wollten.
Außer dem gewiß unvergänglichen Segen, welcher aus dieser
Zusammenkunft - wenn wir uns nur einigermaßen verstehen
wollen - für einen Jeden von uns für Kindheit, Familie
und Volk, Gegenwart und Zukunft hervorsprießen wird, wird
Rudolstadt, welches nun bestimmt zum Versammlungsorte
gewählt ist, durch seine reizende Lage so wie Rudolstadts
hochachtbare Bewohner - bei einfachen Erwartungen, durch
gastfreundliche Aufnahme Ihnen die Tage des Aufenthaltes
daselbst so angenehm als möglich zu machen suchen.
Wir erlauben uns noch die Bitte, uns gefälligst zu
benachrichtigen, ob Sie in die Erfüllung unserer Wünsche
gütig eingehen können und wollen.
Sollten Sie nicht selbst freundlich Ueberbringer des
Erbetenen sein können, so würden wir uns solches wenigstens
vier Tage vor Beginne der Versammlung erbitten müssen und
wir sind von Ihrer Güte dann [sc.: darin] überzeugt, daß Sie suchen
würden, es uns mit den möglichst geringen Unkosten zu
übersenden.
Keilhau bei Rudolstadt am 7. Juli 1848.
Im Namen des Comité:

[keine Unterschrift] /

[51]
Rundschreiben
an mehrere Väter und Mütter, Männer und Frauen
welche den von Fr. Fröbel aufgestellten
Kindheitentwickelungs- und Bethätigungsmitteln
der Jugenderziehung und Bildung
durch Anwendung in ihren Lebenskreisen
ihre prüfende Aufmerksamkeit schenkten.


An:

Frau Doris Lütkens, geb. von Cossel, in Hamburg
" Geheime Medicinalräthin von Müller in Homburg v. d. H.
" Magister Schmidt in Gera.
" Consistorialräthin Wittich in Gera
Herrn Hauptmann Hermann von Arnswald in Eisenach
" Rector u Pfarrer Göpfert in Eisfeld
" Prof. Dr. Karl Hagen in Heidelberg
" Pastor Hildenhagen in Quetz bei Halle a.d.S.
" Lehrer Kittel in Glaucha,
" Lehrer Krömer in Zöblitz [sc.: Zöplitz]
" Dr. phil. Hermann von Leonhardi in Heidelberg
" Schulcollaborator Lützelberger in Altenberg
" Dr. Mai [sc.: Mey] in Eisenach
" Lehrer Martin in Coburg
" Lehrer Rascher in Plauen im sächsischen Voigtlande
" Pfarrer Karl Scheider in [Heldburg] im Meiningschen.
" Superintendenten Schneider in Marienberg,
" Schloßprediger und Schulinspector Wöpke [sc.: Woepcke] in Annaburg
" Pfarrer Stoß in Delsberg in der Schweiz.