Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an einen Regierungsrat <?> in Frankfurt/M. v. <Ende (nach 15.8.)> 1848 (Keilhau)


F. an einen Regierungsrat <?> in Frankfurt/M. v. <Ende (nach 15.8.)> 1848 (Keilhau)
(BN 716, Bl 8-9, hier: 9R, undat. Entwurf 1 Bl 8° 1 S. ohne Adressat. Datierung in Abhängigkeit vom ersten Entwurf auf dem Bogen. - Der Bogen enthält drei Entwürfe, die beiden ersten mglw. in einem Zug geschrieben: Entwurf an die Deutsche Nationalversammlung, Ausschuß Unterricht, Sektion Volksunterricht v. Ende August 1848 [8VR], Entwurf an <Dr. Imso> in Frankfurt/M. v. <Ende (nach 15.8.)> 1848 [9V] und Entwurf an einen Regierungsrat in Frankfurt/M. v. <Ende (nach 15.8.)> 1848 [9R]. Mglw. lagen diesem Schreiben die Briefe an die Nationalversammlung bzw. an Dr. <Imso> bei.)

Hochgeehrtester Herr Regierungsrath.

Gestützt auf Ihre gütige u mündliche Erlaubniß erlauben gestatten wir uns
Ihnen das Beikommende vertrauensvoll zu geneigter Beförderung an Seine Anschriften zuzusenden.
Vorerst bitte[n] wir Sie dann 1 Ex. der Middendorffschen Schrift "die Kindergärten"
gütigst von uns anzunehmen und ersuchen Sie wenn erlaubt vergönnt es Ihnen Ihre wohl viel gedrängte Zeit
nur einigermassen vergönnt derselben Ihre besondere Aufmerksamkeit, be-
sonders in ihrer letzten Hälfte zu schenken, welche das Verhältniß der
Kindergärten zu den verschiedenen Zeitforderungen u Bedürfnissen klar u
eindringlich darzulegen sucht. Wir sind tief überzeugt daß die Erziehung
des Volkes besonders in seiner Masse und von der frühesten Zeit an zu den wichtigsten [sc.: dem Wichtigsten] beider in der
Gegenwart gehört. Lassen Sie
es uns offen aussprechen: die Pflicht eines Volksmannes u Vertreters
kann jetzt kaum vollständiger erfüllt werden als durch die Erfassung der Volkserziehung in
ihrer Wurzel zu erfassen u aufs durch die kräftigste zu Sicherung derselben. Seit 32
Jahren wirke ich unter den Augen der Bewohner meines eigenen Vaterlandes u so auch unter
den Ihrigen für dieses Ziel, fördern Sie wo u wie Sie können das Begonnene damit es
endlich zum Wohl u Heile unserm gesammt Vaterlande die Früchte bringe
die es ganz besonders durch die <Veral[l]gemeinung> der Kindergärten für
das Volk in sich trägt; das Schriftchen hoffen wir wirkt dieß allseitig
nach.
Eine zweite Bitte betrifft mich persönlich.
Wegen des Verschleißes einer Meiner Schriften der Mutter[-]
u Koselieder trat ich im Jahr 1844 mit der Mendigerschen Buchhandlung in Frankfurt a/M in Verbindung
so daß ich derselben eine Quantität
jener Schriften zum Vertrieb übergab und dagegen einen namhaften
Vorschuß von derselben gegen Wechsel u Verzinsung empfing.
Der Vertrieb entsprach meiner Erwartung nicht u so blieb
ich der gedachten Buchhandlung noch einen Rest von 275 <fld.>, nebst
Zinsen à 5% u.s.w. schuldig wogegen eine bedeutende Anzahl
jener übrigens allgem. in Ihrer Tüchtigkeit anerkannten Bücher in deren
Hand blieb. Jetzt wünscht gedachte Buchhandlung zur Abmachung des Geschäftes
die Rückgabe des Vorschusses, mir bleibt aber dazu nur die Ver-
werthung des Buches übrig. Meine Freunde von der Vorzügl. des Buches
besonders als Reise[-] oder Weyhnachtsgeschenk
für die Tochter u Hausmutter und durch diese namentl[ich] für die ganze besonders auch jüngere Familie tief überzeugt kamen auf den Gedanken das
Buch zu diesem Zwecke u zur Befreiung meiner von der drückenden Schuldenlast
durch ihre Freunde durch die HE. ....... den Mitgliedern der hohen Volksversamm-
lung zu diesem Zwecke vorzuschlagen. Sollten Sie nun hochgeehrtester HE.
Regierung[srat] etwas zur Ausführung des bef[r]eyenden Gedankens meiner Freunde thun
können, so bin ich in mir fest überzeugt daß Sie nicht ermangeln werden
es zu thun; denn Sie würden mich dadurch einer fr[e]yen thatkräftigen erziehenden Wirk-
samkeit für mein Volk zurück geben. in dem Sie
In Hoffen geneigter Erfüllung meiner Bitten [Text bricht ab]