Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Emilie Stieler in Rudolstadt v. 21.10.1848 (Dresden)


F. an Emilie Stieler in Rudolstadt v. 21.10.1848 (Dresden)
(StFSWH, Brieforiginal 1 Bl 8° 2 S.)

Fräulein Emilie Stieler Rudolstadt.
Dresden am 21 Oktober 1848 [Jahreszahl eingekreist]

Meine liebe Emilie.
Gestern Abends bin ich in Gesellschaft von den Fräulein
Henriette Breimann [sc.: Breymann] - Amilie [sc.: Amalie] Krüger - Amalie Matt-
feld
glücklich und vergnügt hier angekommen. Zu mei-
ner Freude habe ich auch alles sehr gut vorbereitet
gefunden und so, daß ich Ihnen sagen kann, Sie können
mit der besten Hoffnung eines glücklichen Erfolges
hierher kommen.- Wenn Sie mir einen Tag vor Ihrer
Abreise mit einem Worte Ihre Ankunft, das
heißt Ihren Abgang von Weimar M melden, so
kann ich Ihnen vielleicht an den Bahnhof entgegen
kommen.
Vergessen Sie nur nicht a) <30 / 50> <ft> [sc.: Pfund] haben Sie als
Geb Gepäck auf der Eisenbahn frei - b) erst müssen
sie [sc.: Sie] sich jederzeit also in Weimar bis Halle, dann
wenn es angeht sogleich von Halle bis Dresden
ein Personen Billet lösen; haben Sie dieß, so gehen
Sie in das Zimmer oder an das Fenster wo das Ge-
päck angenommen wird, geben dort das Ihrige
ab und empfangen dagegen einen Zettel, welcher
die Nummer enthält welche Ihr Gepäck bekommen hat.
Diesen Schein müssen Sie besonders gut aufheben,
sonst hat es Schwierigkeit Ihr Gepäck unter der
Menge heraus zu finden. Haben Sie in Halle einen
Schein bis Dresden erhalten, so brauchen Sie sich nicht
eher als hier in Dresden um Ihr Gepäck zu bemühen.
Hier aber geben Sie beim Gepäckplatze Ihren
Schein mit dem Bemerken ab, daß man es Ihnen
in die bewußte Wohnung bringen möge.-
Sollten Sie wider Vermuthen in Halle den Per[-]
sonenschein nur bis Leipzig bekommen, so geben Sie in Leip[zig] /
[1R]
den Gepäckschein in der Gepäckstube mit dem Bedeuten
ab: - daß das Gepäck auf dem Dresdner Bahnhof
geschafft werden möchte, weil Sie sogleich weiter führen[.]
Man giebt ihnen [sc.: Ihnen] hierauf die Nummer Ihres Gepäcks
zurück.
Nun lösen Sie sich einen Personenschein beim Billet-
Verkauf; mit diesem gehen Sie zur Gepäckstube
des Dresdner Bahnhofes (in Leipzig nemlich) wogegen
Sie dann andere Nummern bekommen welche Sie dann
hier in Dresden an der Gepäckstelle blos mit dem
Bedeuten abzugeben haben, wohin man ihr [sc.: Ihr] Gepäck
bringen solle.
Kommen Sie nun recht bald, denn jeder Tag wo Sie
früher kommen ist für Sie Gewinn.
Mit Gruß an Ihre l[iebe] Mutter auf baldiges
Wiedersehn
I.Frd. Fr. Fr.