Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Richard Krell in Keilhau v. 21.10.1848 (Dresden)


F. an Richard Krell in Keilhau v. 21.10.1848 (Dresden)
(BlM XXVII,6,3, Brieforiginal 1 Bl 8° 1 S.)

Herrn Krell in Keilhau.
Dresden am 21 Oktobr 1848 [*Jahreszahl eingekreist*]

Lieber Herr Krell

Es ist mir gar sehr leid, daß ich Sie vor meiner Abrei-
se nicht nochmals gesprochen habe. Ich hatte Sie verab-
redeter maaß[en] ganz bestimmt Mittwoch früh am Post-
hause zu Rudolstadt erwartet. Doch vielleicht hat es
sein Gutes, daß es nicht geschehen ist. Jetzt schreibe ich
Ihnen aus Dresden wo ich freilich die Verhältnisse nur
erst im Allgemeinen überblick[e], dennoch sehe ich schon be-
wahrt was ich Ihnen aussprach, daß der hiesige Cursus
im hohen Grade bildend werden wird; wenn alle Ver[-]
hältnisse Ihnen ungünstig sind, dann machen sie [sc.: Sie] wenigstens
eine Reise hierher möglich, um alles an Ort und Stelle
selbst zu schauen. Kommen Sie mit Frl. Emilie Stieler
aus Rudolstadt.- Sie müssen dann an einem Nachmittage
oder überhaupt am ersten Tage bis Weimar gehen; hier
übernachten Sie im Adler wo gewöhnlich die Keilhauer
einkehren; am andern Tage frühe fahren sie [sc.: Sie] mit dem
ersten Bahnenzug bis Halle kostet 29 Ngrosch oder
1 fl. 42 Xr. - von Halle bis Leipzig 11 Ngrosch oder
-, 29 Xr - von Leipzig bis Dresden 1 rth 15 Ngr oder
2 fl 37 Xr, also die Eisenbahn bis hierher 2 rth 25 Ngr
oder 4 fl 58, also ohngefähr 5 fl. rechnen Sie dazu die
Nacht, so werden Sie zwischen 3½ und 4 rth. oder zwischen
6-7 fl. zur Hieherreise brauchen. Ein sehr niedliches
Kämmerchen in meiner Wohnung steht Ihnen bereit; über[-]
legen Sie es nun selbst auf den schlimmsten Fall; nach mei-
ner Meinung wäre es gut wenigstens einmal das Ganze
sich anzusehen. Vielleicht ermöglicht sich Ihnen doch die
Ausführung. Können Sie nun nicht so gleich kommen, so
schreiben Sie mir wenigstens umgehend wie das Ganze
steht
, damit ich sehe was ferner zu thun ist. So viel ist
gewiß, so günstig einigen sich die Umstände schwerlich bei
einem künftigen Bild[u]ngscursus. Mit Liebe u Treue
I.Fr.Fr.