Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an <Thekla von Gumpert> in Dresden v. 2.2.1849 (Dresden)


F. an <Thekla von Gumpert> in Dresden v. 2.2.1849 (Dresden)
(SBB, Autographensammlung, acc. ms. 1922.46.32, jetzt Biblioteka Jagiellonska Kraków, Brieforiginal 1 Bl 8° 2 S. mit Flecken. - Blattkopf: Schmuckblatt mit Lithographie einer lautespielenden Frau in Pflanzenornamenten)
(Verhältnis Originalzeile : Transkriptionszeile nicht 1 : 1)

Hochgeehrtes Fräulein

Leider bin ich, durch meine, für die Dauer meines Aufenthaltes in Dresden übernommenen Verpflichtungen ein so gänzlich gebundener Mann, daß ich auf alle Lebens- und Kunstgenüsse Dresdens fast gänzlich Verzicht leisten muß, und so auch leider auf den schönen und hohen Kunstgenuß, welchen mir Ihre, wirklich große und recht eigentlich ganz unverdiente Güte für nächsten Montag zugedacht hat; allein hören Sie von 5½ bis 7½ Uhr Nachmittags erwartet mich eine Zuhörerschaft von 20 u etlichen; dann eine zweite v. 8-10 Uhr Abends, wie könnte ich es wagen zu meinem Vergnügen 2 Vorlesungen auszusetzen, da /
[1R]
ich überdieß schon jüngst zweimal 2 Vorlesungen wegen dringender Reise auf spätere Zeit hinausschieben mußte. Darum bitte ich inständig mir es in keiner Hinsicht als irgend eine Nichtwürdigung des mir so schmeichelhaft Angebotenen anzusehen, wenn das schöne Zeichen Ihres mir so sehr schätzbaren Wohlwollens mit dem herzlichsten Dank dafür zurücke folgt.
In den allernächsten Tagen hoffe ich [mich] persönlich noch bei Ihnen deßhalb zu entschuldigen [zu können] bis dahin empfehle ich mich Ihrer ganzen lieben Familie < ? > und Ihnen zu gütiger Fortdauer Ihres Wohlwollens ganz
ergebenst

          FriedrichFröbel
Liliengasse No 19. Am 2 Febr 49