Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an die Badedirektion [Oberamtmann v.Mannsbach] in Bad Liebenstein v. <30.>4.1849 (Dresden)


F. an die Badedirektion [Oberamtmann v.Mannsbach] in Bad Liebenstein v. <30.>4.1849 (Dresden)
(BN 709, Bl 1, undat. Entwurf 1 schmaler Streifen 1 ½ S. ohne genauere Adressatangabe. Datierung und Adressat nach Brief F.s an Meininger Finanzministerium v. 14.5.1849)

An der die verehrliche <Bademission> Badedirection
zu Badliebenste[i]n
erlaube ich mir nachstehendes zu
geneigter Beacht[un]g u Prüfung aus zu sprechen mitzutheilen und ist
es möglich: die sich daran
anknüpfend[e] Bitte zu <geneigter> gütiger Erfüll[un]g
auszusprechen.
Meine <allgemein> erziehenden Bestreb[un]gen besond-
ders die welche sich auf die frühe <entwick>
Entwickel[un]g der K[i]nder u die sich daran
mit Nothwendigkeit anknüpfenden der
Ausbild[un]g von Erzieh[un]gsgehülfinen jeder
Art für sowohl für die Familien in den
verschiedenen Stufen des <Bedürfnisses> als für allgemein[e]
u öffentliche Kinderpfl[e]geanstalten und hier
besonders für Kindergarten beziehen / finden
besonders zwar schon seit < ? > langer Zeit aber g[an]z
besonders seit den [sc.: dem] letzten
Jahre eine solche so allgemein u <gr[ü]ndl[i]ch>
gediegene Anerk[ennun]g, daß ich mit Ernst
an Auffindung eines (<indem> die Natur u
Landschaft wie der Geist u der Lebensver[-]
kehr Darstell[un]g mit erziehet) <an> die Auf[-]
find[un]g eines entsprechenden Ortes <denkenden>
mußte.
Me[ini]ngen u ga[n]z namentl[ich] die Lage von
Bad Liebenstein k zeigte sich mir den Ge[-]
sammtford[erun]gen entsprechen[d]; da nun
aber zur <Erreichung> des ebe[n]gedachten
Zweckes vor allem eine entsprechende
Localität u Woh[nun]g zur Ausfüh[run]g eines
<seinem> Geiste u seiner äußeren <reinlichen>
<Einricht[un]g> nach - musterhaften Kinder[-]
gartens nöthig ist ich aber eine solche
Räumlichk Localität u Wohn[un]g <?, Hof, Gart[en]> u < ? > in dem sogenannt.
Fischerschen Hause zu Liebenst[ei]n
finde, ich aber höre vernehme daß verehrliche
Badedirection darüber zu ver[ü]gen
hat, so ersuche ich dieselbe ga[n]z ergeben[st]
mir dieselbe auf eine von ihr zu <bestimmenden>
Zeit jedoch we[n]igstens auf ein Jahr
geneigt ist miethweise gegen eins von
derselben zu bestimmenden Miethzins zu
überlassen, wie ich mich auch gern
dazu verstehe "Klei[ni]gkeiten" zur <Wohnlichkeit>
des Hauses für die Führung des < ? > Kindergar[-]
tens auf meine Kosten herstellen zu
lassen.
Durch die gütige u gene[i]gte Erfüll[un]g
dieses ergebenstes [sc.: ergebensten] Gesuches werden
jedoch verehrliche Badedirect[io]n ein
unternehmen [sc.: Unternehmen] unterstützen was sogar
die g[an]z besondere Aufmerksamkeit u ist /
[1R]
es sonst mögl[ich] die Benutz[un]g nicht der
kö[ni]gl. Sächsi[s]chen Regie[run]g in hohen
Ge wie überhaupt die <wohlgemein[te]> Beachtung
wesent. auch ander[e] in
Deutschland jetzt auf sich <zog zieht>.
In dieser Bezieh[un]g unterzeichne ich
mich auch in der angenehmen Erwart[un]g
keine Fehlbitte gethan zu haben <mit>
besonde[rer] Hochacht[un]g
der verehrl Badedi-
rection zu Bad Lieb[en]st[ei]n
Ergegebenst[er]