Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Direktor Dr. Martini in Bad Liebenstein v. <Ende>4.1849 (Dresden)


F. an Direktor Dr. Martini in Bad Liebenstein v. <Ende>4.1849 (Dresden)
(BN 707a, Bl 61, undat. Entwurfsfragment 1 Bl 8° 1 S. ohne genauere Adressatangabe. Auf 61 ferner noch Spieltext, auf 61R Gedicht, Adressat bestimmt aus Briefkontext vgl. F. an Luise Levin v. 28.11.49, Bl 31R; Datierung s.F. an Meininger Finanzministerium v. 14.5.1849.)

Wohlgeborner Verehrter Hr Dr.
Hochg Sie werden sich wundern statt meiner einen
Brief von hier aus zu erhalten. Der Grund
davon ist einzig dieser. Meine Hoffnungen das Schloß Marienthal
zur Ausführung einer Bildungsanstalt für Erziehung
zu erhalten ist nicht erfüllt worden [weil] man dasselbe
für weitere andere Zwecke zu reserviren für nöthig dachte[.]
Ob mir nun gleich für den beabsichtigten Erziehungs[-]
zweck das Schloß zu Endhausen zur Verfügung gestellt
wurde, so ist mir doch Liebenstein wegen seines
großen Lebensverkehres zu wichtig um durch die abschlägl[iche]
Antwort abgehalten zu werden meinen gefaßten
Entschluß auszuführen. - Da ich aber vor allen [sc.: allem] zur
Übungsanstalt mit entsprechenden Kindern
für meine Schülerin[nen] oder zu einem soge[-]
nannten Kindergarten eine[r] angemesse[nen]
Wohnung bedarf u mir dazu das früher
geschaute Fischersche Haus nebst umgeb[endem]
Garten u Hofraum besonders günstig
erscheint so ersuche ich Sie g[an]z ergebenst mir
gütigst Mittel u Wege anzugeben wie mein desfals[iger] /
[61R]
Wunsch erfüllt werden könnte [Text bricht ab]

Lied von Christ
Der Sommer ist vergangen in seiner farben Pracht
Der Herbst hat angefangen wo goldene Frucht lacht
Nun ziehn die Vöglein weiter ins ferne warme Land
Wer ist denn ihr Begleiter? er ist auch uns bekannt
Es ist der gute Vater der in dem Himmel thront
Der auch in jedem Hüttchen als sein Berather beim guten Kindchen wohnt[.]
*
Der Schnee ist nun gekommen auf Garten Wald u Feld
Der Winter ist gekommen er machet weiß die Welt
Die Mädchen in der Stube sie malen Bilder aus
Kommt Bruder aus der Schule dann geht es aus dem Haus
Da draußen steht ein Schlitten das [sc.: da] setzt man sich hinein
Er ist gar wohl gelitten darüber wir uns freun bei Groß wie bey Klein [.]

[61]
[Spiel] Marie v. Arnsw[ald]
14 Monat alt
Gieb’s Händchen
Gieb’s Füßchen
Wo ist der Vater
Der Vater ist nicht da
ruf den Vater
bitte, bitte.
pfeif einmal
blas das Licht aus
Wie macht die Kuh
Wie macht das Bächlein
Wie macht das Kätzchen
Horch einmal
Wie macht die Trommel
Ein Hölzchen ein <Schnitzchen>
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Tanz einmal
Stampf einmal
Catrille [sc.: Quadrille], Marsch, linksfuß