Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Wilhelm Middendorff in Keilhau v. 4.9.1849 (Bad Liebenstein)


F. an Wilhelm Middendorff in Keilhau v. 4.9.1849 (Bad Liebenstein)
(BN 566, Bl 45, Brieforiginal/Fragment 1 Bl 4° 1 S.)

Bad Liebenstein bei Eisenach am 4 Septbr 1849.

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Noch nie war das Leben ein so allseitig drängendes, es ist als sollte
und wollte die Welt eine neue gebären, aber auch noch nie war
es ein so allseitig und tief wurzelndes, wie sich allseitig und tief schön
entwickelndes. Mein Kreis in seiner stillen, in sich abgeschlosse-
nen Zurückgezogenheit erfreut sich der freundlichen duftigen Blü-
then wie reichen und reifen Früchte desselben, wie, wegen sei[-]
nes Geistes der allseitigsten anerkennenden persönlichen Achtung.
Ob nun gleich Dein Wilhelm, um der gründlichen Pflege seiner
Gesundheit willen durch zeitweilige Übersiedelung nach Salzungen
verhindert worden ist, dieß so mehrfach zu theilen, als es ihm mög[-]
lich war, da er, wenn auch Curgast und im Curhaus wohnend, doch
hier heimisch war, so hat er doch auch einigemal von Salzungen aus
unser friedliches, freudiges und sich frei bewegendes Leben getheilt
wie er auch bei solchen Besuchen Zeuge der steigenden Theilnahme
der Menschen aller Stände, aller Lebensverhältnisse und Lebensalter
war, welcher sich mein Kreis und Wirken fortdauernd erfreut.-
Erst vorgestern - verflossenen Sonntag war er bei uns; leider
konnte ich mich aber seines Besuches nicht erfreuen indem ich mit eini[-]
gen meiner Schülerinnen einer wiederkehrenden Einladung des Herrn
Inspector Habicht in Schmalkalden folgte, um ihn, seine Familie zu
besuchen und um auch Amalie Mattfeldt nochmals zu sehen. [Text bricht ab]
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