Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Karl Schneider in Frankfurt/M. v. 16.10.1849 (Bad Liebenstein)


F. an Karl Schneider in Frankfurt/M. v. 16.10.1849 (Bad Liebenstein)
(SBB, Sammlung Autographa, Friedrich Fröbel, Brieforiginal 1 B 4°1 S. + Adresse)

Herrn Karl Schneider, Vorsteher eines Kindergartens an einer
Vorbildungsschule in Frankfurt a/m. Große Eschenheimer Gasse
Bad Liebenstein im Meiningschen am 16 Oktbr 1849


Geehrtester Herr und Freund.

So lange es her ist, daß ich nichts von mir bei Ihnen habe hören
lassen, so sehr hat es mir doch am Herzen gelegen Ihnen endlich die,
bei meiner Abreise von Frankfurt im Beginn des Jahres 1845,
mit Ihrer gütigen und freundschaftlichen Gestattung zur Aufbewah[-]
rung zurückgelassenen beiden Kisten nebst Inhalt vom Halse
zu schaffen; meine wechselnde Thätigkeit wollte mir es jedoch nie,
möglich machen. Jetzt zeigt sich mir aber durch Herrn Manfred
Renner
Beauftragter und Bevollmächtigter von mir zur Regelung
anderweitiger Geschäfte in Frankfurt a/m dazu die günstigste Ge[-]
legenheit und ich säume deßhalb keinen Augenblick dieselbe zu
benutzen; ersuche Sie geehrtester Herr, daher freundschaftlichst Herrn
M. Renner gedachte Kisten nebst Inhalt zur Spedition hierher
an mich gefälligst zu übergeben. Sollten gedachte Kisten in Ihrer
Wohnung Räume in Anspruch genommen haben für welche irgend
Zins zu bezahlen wäre, so ist Herr pp Renner beauftragt solche
nach Ihrer gewiß billigen Berechnung zu berichtigen.
Was sonst meine erziehende und bildende Wirksamkeit seit Begin[n]
des Jahres 1845 bis hierher, meine Thätigkeit im vorigen Winter
zu Dresden, die gleiche fortgesetzte Thätigkeit während des verflossenen
Sommerhalbjahres hier in Bad Liebenstein, (resp: Marienthal) und
meinen Ruf für nächsten Winter nach Hamburg, so wie kommenden
Frühling meine Rückkehr nach Marienthal betrif[f]t, so haben Ihnen
vielleicht öffentliche Blätter, so wie überhaupt von dem beschleunigt
guten Fortgange der Einführung meiner Kindergärten, trotz aller
Entgegnungen und wirklichen Anfeindungen Kunde gegeben.
Herr Renner wird gern, soweit es ihm als reinen [sc.: reinem] Geschäftsmanne
möglich ist ergänzen. Ich freue mich gar sehr nun auch wieder etwas
von Ihnen zu hören und grüße Sie und all die lieben Ihrigen mit
        bleibend dankbarer Gesin[n]ung
Friedrich Fröbel
[1R/2V]
[leer]
[2R]
[Adresse]
Herrn Karl Schneider
Vorsteher eines Kindergartens
und einer Vorschule in
Frankfurt a/m.
Große Eschenheimer Gasse.