Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Bernhard II. Erich Freund Herzog von Sachsen-Meiningen in Meiningen v. 27.11.1849 (Hamburg)


F. an Bernhard II. Erich Freund Herzog von Sachsen-Meiningen in Meiningen v. 27.11.1849 (Hamburg)
(BN 619, Bl 27, dat. Entwurf 1 Bl fol. 1 S. - F. schreibt am selben Tag an das Herzogliche Staatsministerium, Abt. Finanzen. Im Brief an Luise Levin v. 28.11./29.11.1849 schreibt F. irrtümlich, er habe am 26.11. an das Ministerium und den Herzog geschrieben. - Die Rückseite des Blatts enthält einen Entwurf für die Struktur der "Wochenschrift" v. Nov. 1849)

Hamburg den 27en November 1849
Eure Hoheit hohes Staatsministerium Abtheilung
für die Finanzen hat mir durch Erlaß vom 24' Juli
l. J. den Bescheid zukommen lassen, daß in Folge höchst
Ihrer H huldvollen Bestimmung u. Anweisung, mir
die erste Etage nebst Küche u Keller des Schlosses Marienthal zur Ausführung einer richtigen Erziehungsanstalt für <Erzieherinnen> mit Vorbe-
halt der jederzeit zulässigen Kündigung u. gegen
billige Miethe überlassen werden könne. Da nun
durch Mißverständisse dieser hohe Erlaß mir
verspätet zur Kenntniß kam, so erklärte ich
d. d. Liebenstein vom 1' September laufenden
Jahres dem hohen Ministerium rc. rc., daß ich das
huldvolle Anerbieten dankbar annehme, daß ich
aber da mir schon eingegangene Miethsverpflich-
tungen u. andere Verpflichtungen im Augen-
blicke an der Beziehung des gedachten Locales hin-
derten, so bäte ich das hohe Ministerium rc. rc.
mir die geneigte Bestimmung bis zu Beginn des nächsten kom-
menden Jahres offen zu erhalten.
Da nun die Entwicklung u. die Verbreitung des
Gedankens seit jener Zeit eine so günstige ist, daß
sich mit möglichst großer und in sich gegründeter
Sicherheit einen guten guter Erfolge bei des Geda der
Ausführung des Gedankens erwarten läßt so habe
ich unter heutigem Datum Euer Hoheit Staats-
ministerium rc. rc. ersucht, zum Abschluß eines
Miethskontraktes vom ersten Januar künftigen
Jahres an, hochgeneigtest die oder das deßfalsige
Document mir auszufertigen. Da
um alles so sicher vorzubereiten
damit die in Frage stehende Bildungs[-]
anstalt mit kommenden Frühling in Marienthal eröffnet
werden könne.
Da nun das hohe Staatsministerium rc. rc.
es für nothwendig halten könnte deßhalb bei
Euer Hoheit wiederkehrend anzufragen,
so erlaube ich mir zu Ew. Hoheit mit der ehr
furchts vertrauensvollen Bitte zu treten, Ihre frühere
hohe Bestimmung u. Anweißung nicht nur nicht zu-
rückzunehmen, sondern vielmehr denselben
gnädigst zu bestätigen, in mir überzeugt,
daß durch die Ausführung der gedachten Anstalt
Ew. Hoheit landesväterliche Gesinnung nicht
nur mehrseitig bestätigt, sondern durch den
Erfolg derselben ihrer die schönsten, Ihrer lan-
desväterlichen stillen Wünsche erfüllt werden würden.
In geziemender Ehrfurcht Verharrender
FF

     Ew. Hoheit
     ehrerbietiger 
[Unterschrift fehlt] /

F.: Entwurf für die Struktur der "Wochenschrift" v. Ende 1849 (Hamburg)

[27R]
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