Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Manfred Renner in Bad Liebenstein v. 13.12.1849 (Hamburg)


F. an Manfred Renner in Bad Liebenstein v. 16.12.1849 (Hamburg)
(BN 606, Bl 3, Brieforiginal 1 Bl 8° 2 S.)

Hamburg hohe Bleichen No 19. Am 16 Dezbr 1849


Lieber Herr Renner.

Angeschlossen empfangen Sie nach Wunsch Ihres so eben
bei mir eingegangenen Briefes zur Deckung der näch-
sten Ausgaben zur Herausgabe des Wochenblattes
in einer Leipziger Banknote Zwanzig Thaler pr Ct.
Ich hoffe, daß das nächste Bedürfniß dadurch gedeckt ist.
Weiter weiß ich heut nichts hinzuzufügen als daß es
mich freuen wird, wenn das Programm noch bis zu
Anfang der nächsten Woche hier eintrifften wird. Ich
werde es in meiner letzten Vorlesung anzeigen,
daß man es gegen das Ende oder die Mitte der
nächsten Woche in meiner Wohnung erhalten kann.
Noch ist mein Gedanke donners freytags Nachmittags
hier wegzureisen an diesem Tage bis Wittenberge
zu gehen, freitags Sonnabends in Eisenach einzutreffen und von
da Sonntag Abends nach Liebenstein zu kommen.
Um Montags Abends oder wie es Euch passender
erscheint, Dienstag zum Christfest mit den Kindern
welche bleibend zu Ihrer Tante kommen den Christ-
tag zu feyern
Also auf baldiges freundliches Wiedersehn.
Herr Wichard Lange wird wohl zuerst zum
Christfest nach Keilhau gehen und erst von dort
zu uns nach Liebenstein kommen.
Der Ihrige

Friedrich Fröbel. /

[3R]
Könnten Sie mir nicht durch den Buchhandel
vom 40n Band der Rheinischen Blätter das
dritte Heft verschaffen?- Sie kommen bei
Bädecker in Essen heraus. Es steht darinne
eine Mehrheit zwar bekannter aber dort mit
einer Einleitung von Diesterweg zusammengestellter
Sachen, und es ist immer gut wenn man so Etwas
für diesen oder Jenen zur Hand hat.
Ihre liebe Tante schreibt mir in einem der früheren
Briefe, daß der Herr Dr Martiny sich freundlich
erboten habe belehrende Mittheilungen über
Anthropologie an unsern Frauenkreis zu machen;
sollte dieß geschehen seyn so wünschte ich mich ihn dafür
dankbar zu bezeigen; dieß dachte ich vielleicht durch
ein Geschenk der "Psyche" von Carus zu erreichen.
Im Fall nun das Versprechen vom He Dr in Erfüllung
gegangen konnten [sc.: könnten] Sie mir dann das genannte
Buch zur Festgabe vielleicht noch vom Verleger besor-
gen?- sie braucht ja nicht so präcis abgegeben zu
werden. "Pforzheim Flammer und Hoffmann 1846." ist
die Verlagshandlung - freilich müßte man aber auch gewiß
seyn, daß H. Dr M. das Buch noch nicht besäße.