Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an <?> <1848/49>


F. an <?> <1848/49>
(BN 730a, Bl 14 Entwurfsfragment, auf 14R ein Gedicht. Die sechs Schlußzeilen sind kaum lesbar.)

(14)
Der Gedanke der Einigung der Frauenwelt ist ein wahrer Welt[-] u Menschheitsgedanke
um Wirklichkeit zu werden müßte er aus der Frauenwelt, dem Frauengemüth hervorgehen
allein freuen Sie sich gemeinscham [sc.: sam] desselben u daß er in ihrem [sc.: Ihrem]Kreise entstanden ist -
allein wenn uns ein hohes Gut eine hohe Gabe geworden ist, dann muss man es
auch durch treue Schätzung und Pflege desselben, durch nothwendige Entwicklung derselben
bewahren. -
Doch Sie gehen Sie greifen noch tiefer u friedl[ich] erfassen Sie auch die Mittel zur Pflege u so fest
haltig jener hohen Gottes Gabe. - Pflege, Kinderpflege, Menschheits[pflege] ist eigentl[ich] die Grundempfindung des weibl.
Wesens, und in ihr d[urc]h und für diese wollen Sie Frauen u Frauenwelt einigen wollen Sie unter ihnen eine
Trennung von Jahrtaußenden ausfüllen - Nur der fraul[iche] Grund der Menschheit könnte Sie leiden [sc.. leiten] den
Gedanken, den Gedanken Ihres Verein[s] nach Weg Weise Mittel Zweck u Ziele so tief in sein[er]
unerschütterlichen Tiefe zu erfassen - Werden Sie gebend aufopfernd ausdauernd seyn u das Ziel wird Ihnen nicht
Entgehen, der Zweck wird Ihnen nicht unerreicht bleiben. - Denn Sie treiben
dann wie der Menschheit so Gottes Sache, denn die Menschengeschlechter sehnen sich nach Einigung
u Nähe wie solche Gott derselben zu geben wünscht. Und das ist das hohe [sc.. Hohe] dieses Ihres
Bestrebens, daß Mittel (Kind u Erziehung) u Zweck (Kinder[-] u MenschEinigung d[urc]h Erz[iehung] Weg u Ziel in
Eins zusammenfällt, wie Frauengemüth u ´Menschheit, Kindheitpflege eigentl[ich] gar nicht zu trennen ist [sc.: sind.]
Darum ist der Ausdruck ”Kommt laßt uns den Kindern leben![”] Weg Mittel Ziel Zweck
alles in sich einigend die Wahrheit ist der Tag wo ein Kern u Mehrheit diesen Aufruf u
Wort als das des Ihrigen [sc.. ihrigen] erkannte Frauen u Mütter u Jungfrauen ihn zu erfüllen erziehen
wollen - Künftige Jahrhunderte werden diese Zeit wie Ort u Person, wo er ge[-]
faßt wurde Gläubig preißen - Also und bedenken Sie daß dann nochmals Gottes Segen Ihnen u meine Hülfe soweit als dann mein eig[nes]
Lebensschicksale solche zu geben mir gestattet, was ich jedoch jetzt noch nicht bestimmen kann. In welcher Weise
kann ich jedoch jetzt noch nicht bestimmen wo mein Leben in Entwicklung ist u ich erst Näheres von Ihnen wissen möchte.
Also nun zur besondern Beantwortung Ihres vertrauenden Briefes[.]
weil ich ich <nun wegen> Dres[den]
<bischen> Antheil [an] <der Saat nehme>
und dennoch erstaune ich jetzt lese unvorbereitet
Lebens Gruß Saam ich zur <Aussaat> habe
denn ein einzelnes Stehen muß alles theurer
als ein anderer bezahlen
(14R) Wer möcht’ nicht gerne ins Lebens Innre schauen
Und darauf seines Lebens Jetzt und Zukunft bauen
Dieß nun BeDer[sc.: Ver]stehen nun, dieß es zeigt es dieß alles Dir
Drum nimm es freudig gütig heut zum Lebensfest von mir
Wer möcht nicht gern die Stell im Leben wissen
Die Ihm ihm geworden ist das Leben zu genießen
Und wer nicht gern das Loos so er gezogen
Was ihn zum liebenden Geschlecht freundl gezogen
Und Ich sags auch nur sei’s auch <nur> im Kinderspiele sehen
Und was mit ihm geworden, schon jetzt und künftig soll wird geschehen[.]