Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Luise Levin in Bad Liebenstein v. 16.1.1850 (Hamburg)


F. an Luise Levin in Bad Liebenstein v. 16.1.1850 (Hamburg)
(BlM XXIV,22, Bl 59-60, Brieforiginal 1 B 8° 2 S. + Adresse)

Hamburg, hohe Bleichen No 19. Am 16 Januar 1849 [sc.: 1850]


Meine treue Luise

Es gieng und geht Hamburg und Liebenstein, oder viel-
mehr Hamburg und Hildburghausen, wie so oft im Leben:
Jeder erwartet von dem Andern das Gleiche und Jeder
hofft, daß es der Andere zuerst thue, und so bleibt es von
beiden Theilen ungethan. Wir sitzen, stehen u gehen hier
überall wie auf Kohlen und erwarten, daß doch end-
lich, endlich, endlich die schon bei meinem Abgange von L[ie]b[en]stein
und nun ganz namentlich uns in Deinem vorigen Briefe
bestimmt versprochene erste Probenummer unsrer WS. [sc.: Wochenschrift]
bei uns eingehen solle um - da wir ja noch g[an]z und gar
nichts von der typographischen Einrichtung des Blattes
und der Anordnung des Inhaltes in demselben [kennen -] doch endlich
etwas zu erfahren um uns in den Fortsetzungen darnach
zu achten [sc.: richten]; allein wer eben umsonst harrt und durch die
steten Fragen: ist nun die 1e Nr noch immer nicht angekommen? -
fast taub wird - das sind wir hier. Nun ich sehe wohl
Ihr habt eben so ungeduldig auf die Fortsetzung des Manuscriptes
gewartet und [seid] eben so unzufrieden, so wollen wir nun
nicht abwägen, wo das Unrecht oder das größere war
sondern erstlich eile ich unserm l. R. [sc.: lieben Renner] den größten Theil
des Manuscriptes zur 2n Nr zu senden. Es liegt auch
nicht nur das nöthige Manuscript zu Nr 3 in gehöriger
Masse vor, sondern, was namentlich die leitenden
Artikel betrifft noch für viele der folgenden Nummern[.]
Morgen gedenke ich über alles dieß an unsern Renner
zu schreiben; bitte ihn nur es nicht übel zu nehmen,
daß ich ihn d[urc]h Deine Hand und in Deinem Briefe über /
[59R]
über [2x] Geschäftssachen Mittheilungen mache, allein
ich habe wirklich nicht so viel Zeit mir ein zweites
Stück Papier zu nehmen.
Zweitens bitte ihn doch ja nach Hildburghausen bei
Übersendung des einstweiligen Manuscriptes zu schreib[en]
daß man mir sogleich die 2e Nummer sey es auch ohne
die erste Correctur, sogleich unter + Couvert
senden [sc.: sendet], damit ich dann ebenfalls sogleich die 3e Nr
darnach ordnen kann; doch wie ich sage: ich werde
Sorge tragen daß stets für mehrere Nummern Manu-
script mindestens bei Euch in Liebenstein vorräthig
ist - Du schreibst mir nicht um Geld, doch da
ich Deine Zartheit kenne, so lege ich hier 10 rth
prCt für Dich bei, schreibe mir ja wenn Du
und wie viel Du bedarfst, damit ich meine Ein-
richtung darnach treffe; daß Du ja nie mehr for-
derst u verbrauchst als das Leben nöthig macht
weiß ich - das Geld an Ehlers hatte ich wirkli[ch]
vergessen. Danke für die Erin[ner]ung.
DFrdFrFr. /
[60]
[leer] /
[60R]
[Adresse:]
An Frl. Luise Levin

Inliegend Rth 10 prCt.