Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Ida Seele in Darmstadt v. 21.1.1850 (Hamburg)


F. an Ida Seele in Darmstadt v. 21.1.1850 (Hamburg)
(BN 651, Bl 57, Brieforiginal 1 Bl 8° 1 S., ed. König 1990, 180)

Hamburg, Hohe Bleichen No 19. Am 21 Jenner 50.


Sehr werthgeschätzte Ida.

Schon kurz vor Weihnachten schrieb ich Ihnen einen Brief
von hier aus und fragte darinn bei Ihnen an: ob Sie
geneigt seyen oder nicht Ihre jetzige Stelle und Wirk-
samkeit mit einer hier in Hamburg und zwar als Führe-
rin und Kindergärtnerin eines Bürgerkindergartens
zu vertauschen. Sie würden höchstens 40 Kinder von 2½
bis 6 Jahren täglich von 9 Uhr bis [keine Angabe] Uhr haben. Ihre Wirk-
samkeit würde unter der, eines Vorstandes von 4-5
Männern seyn welchem 6 Frauen zur Seite stehen, wovon
je eine je d einen Tag der Woche die Inspection hat und eine
aus ihrer Mitte die Ober Inspektion über das Ganze[.]
Der Jahresgehalt würde alles in allem 240 Thaler pr Ct
oder gerad 200 Thaler Hamburgisch betragen; rechnen
wir nun höchstens 120 Rth pr Ct für den Unterhalt, so
bleiben Rth 120 als reinen Jahrgehalt. Ich glaube nun
wohl daß Sie in Darmstadt ebenso stehen; allein erstens
müssen Sie bedenken so ist die Zahl der Kleinen 4/5el klei-
ner, die Stundenzahl ist auch geringer. Nun ich möchte
daß Sie sich bald erklärten hier drängt alles nach Ent-
scheidung; wenn Sie die Stelle annehmen können und wollen,
wann könnten Sie alsdann antreten?- Bitte, bitte, ge-
ben Sie mir bald Antwort, alles, was Sie sonst noch ge-
ordnet wünschen, wird sich in der Kürze abmachen[.]
Jetzt nur recht bald Ihre bestim[m]t[e] Antwort. In Annahme
Fall, fördern Sie die Sache der KG dadurch ungemein
Ihr dFrFr