Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Luise Levin in Bad Liebenstein v. 17.3.1850 (Hamburg)


F. an Luise Levin in Bad Liebenstein v. 17.3.1850 (Hamburg)
(BlM XXIV,60, Bl 152-153, Brieforiginal 1 B 8° 1 S. Der Brief lag einem nicht mehr erhaltenen Brief an Manfred Renner zur Weitergabe bei.)

Hamburg am 17 März 1850.
Zwar nur zwei Worte sind es mit welchen ich Dich hier meine liebe
Luise begrüßen kann, allein ich will doch nicht daß dieser Brief
an M. [sc.: Manfred Renner] abgehe ohne daß diese Zeilen für Dich ihn begleiten.
Ich hoffe, daß Du Dich, mein Herz seit Deinem jüngsten Brief
an mich, von heut vor 8 Tagen nun ganz beruhiget hast, denn Du hast
wirklich keinen Grund Dir Unruhe wegen meines Stehens zu Dir
zu machen; ich bin immer mit der ganz gleichen reinen Liebe Dir
zu zu [2x] gethan, daß Du nun nicht jeden meiner Wünsche gleich er-
räthst ist eben kein Unglück, selbst wenn es ein wenig störend
was ja so leicht bei immer geteuschter Hoffnung ist, auf mich zurück
[wirkt.] Selbst daß ich Dir dieß nicht verhehele [sc.: verhehle] mußt Du als Zeichen
meiner Liebe ansehen, daß ich mich gern davon frei mache.
Ich lege Dir hier die Abschriften von 3 Briefen bei, welche
Dir und Euch zeigen wie sich tief gründlich wie still unsere Sache
immer fortentwickelt, im Gemüth, im Geiste im Leben immer mehr
Wurzelboden gewinnt.
Der 1' Brief ist von unsern wackern Felsberg eines Freundes Aug.
Herters [sc.: Härters]
, dessen Du Dich wohl noch von Rudolstadt her erinnerst[;]
der 2' Brief ist v. Fr. v. M. [sc.: Marenholtz] aus Merseburg u Berlin;
der 3' Brief ist von einer gewissen Fr Schmieder aus Dresden
mit welcher ich d[urc]h Friedmann bekannt wurde, dieser Brief wurde
Veranlassung daß sie mich in voriger Woche besuchte, und daß sie
in Berlin die v. Mahr[en]h[olt]z [und] Diesterwegs rc aufsucht und ohne
Zweifel zum Frühling nach Liebenstein kommen wird. Was
giebt Dir dieser Brief für ein Bild von der Frau?-
Du siehst wie ich jeden neuen Lebensfaden in Dein Innern
zurück führe, damit Deine Liebe es pflege. Wie gefallen Dir
des Prof. Hiecke Äußerungen? Sind sie nicht erhebend?.
D.Frd.Fr.Fr. /
[152R/153V]
[leer] /
[153R]
[Adressat:]
An L.L.