Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Julie Traberth in Eisenach v. 1.5.1850 (Hamburg)


F. an Julie Traberth in Eisenach v. 1.5.1850 (Hamburg)
(BlM XX,1, Bl 7, Brieforiginal 1 Bl 8° 1 S.)

Hamburg, hohe Bleichen No 19. Am 1 Mai 1850.


Liebe Julie.

Schon ist wieder der dritte Theil des Jahres verflossen
seit wir nichts von einander gehört, wenigstens selbst nicht
mittelbar mit einander gesprochen haben. So merk-
würdig schnell vergeht die Zeit. Auch heut und jetzt kom-
me ich nicht zu Ihnen um Ihnen große, ja nur kleine
Mittheilungen von mir zu machen, daß [sc.: das] spare ich bis
zu meiner baldigen Rückkehr nach Liebenstein nun Ma-
rienthal auf; heut gilt es nur eine kleine Anzeige
unsere Helene Ehlers betreffend; diese hat nemlich in
Cassel durch und bei einem Frauenvereine eine Stelle als
Kindergärtnerin erhalten, und wird morgen, begleitet von
ihrer Mutter, dahin abgehen. Künftigen Sonntag Mittags
2 Uhr wird dieselbe durch Eisenach kommen; da ich hoffe
es wird Ihnen beiden Freude machen nach so langer
Zeit persönlich sich wieder zu sehen, so melde ich es Ihnen,
zugleich mit der Bitte wo möglich bei Ankunft der Züge
auf dem Bahnhofe zu seyn um dort auch etwas für
für [2x] mich in Empfang zu nehmen und gütigst bis zu
meiner Durchreise durch Eisenach für mich bei sich auf
zu bewahren.
Hier lege ich etwas ganz Neues bei, haben Sie die Güte
mit Fr. Ehlers das Weitere, wenn es die Zeit giebt zu bespre[-]
chen! Auf baldiges persönliches Wiedersehn
Ihr treu Ergebener
Friedrich Fröbel