Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Hauptsteueramt in Gotha v. <frühestens 11.>5.1850 (Marienthal)


F. an Hauptsteueramt in Gotha v. <frühestens 11.>5.1850 (Marienthal)
(BN 707a, Bl 62, hier:62V, undat. Entwurf 1 Bl fol. 1 S.. Auf 62V befindet sich noch undat. Widmung an „Doctor“, <Martini, Badedirektor in Bad Liebenstein>, auf 62R undatierter, einen Satz enthaltender Brief v. F.s Mitarbeiter Manfred Renner. Der Briefentwurf an das Gothaer Zollamt bezieht sich auf Unterlagen F.s zum Hamburger Bildungskurs v. Sept. 1849-April 1850. Datierung: Das Blatt ist zuerst von Renner benutzt worden, der F. informiert: „So eben trifft ein <Bezug/Beleg> das gewünschte Zeugniß ein.“(62R) und adressiert: „Herrn Professor Fröbel Marienthal“(62V). Diese Adresse überschreibt F. mit seinem Entwurf an das Zollamt in Gotha. F. reiste Anfang Mai 1850 von Hamburg über Bergedorf nach Marienthal zu Luise Levin. Ihr schreibt er aus Bergedorf am 8.5. früh, dass er „heute“ bis Halle reise und am 9.5. über Merseburg nach Eisenach und Marienthal. F. traf also wohl am 10. 5. in M. ein. Der erste Brief aus M. ist an Marenholtz-Bülow und stammt v. 11.5. Es ist wahrscheinlich, dass F. an diesem Tag weitere dringliche Post, so auch die vorliegende Erklärung an das Gothaer Zollamt verfasst hat.)

An das verehrliche H[au]ptsteueramt des deutschen Zollvereins
zu Gotha
Angeschlossen übersende ich dieß, zur Steuerbefreyung meiner der mir persönlich zugehörigen
von Hamburg aus von mir selbst an mich abgesandten mich persönlich zuge-
höri
Effecten
(: in den 5 Kollie gezeichnet wie nebenstehend:)
Beiliegend übersende ich das von dem genannten H[au]ptsteueramte zu
Gotha von mir geforderte Domicili[un]gszeugniß zur Steuerbefreyung der
von mir persönlich zugehörigen von Hamburg aus an mich selbst
durch Spedition abgesandten Effecten. Ich bemerke hier noch was ich
bei meiner persönlichen Anwesenheit in Gotha auszusprechen ver[g]essen habe
daß ich die meisten dieser Sachen: Kinderarbeiten, Lehr- und Beschäftigungsmittel
für die Kinder (so wie meine Kleider u Wäsche sämtlich) im Novbr Oct vor[igen] Jahres von
Bad Liebenstein hier nach Hamburg mitgenommen habe um die erstern zur Erläuterung
meiner Bildungscursus für Kinderpflege und Erziehung besonders d[urc]h angemessene Spiel[e] u Beschäftigungen
zu benutzen, also alles dieß aus dem dießseitigen Zollverbande nach Hamburg und
von dort hierher mitgenommen haben, ausgenommen einige <Wage> von der
Dankbarkeit für meine Bemühung mir Dargebrachten kleinen Gaben u Geschenke. Gekauft ist
von dem in den Colli Enthaltenen auch nicht das
Mindeste in Hamburg oder außerhalb des dießseitigen Zollverbandes, ich
und hoffe daß dieß alles das verehrl[iche] Hauptsteueramt er[-]
wäge und mir nicht zu den mancherley schon an sich schweren Opfern meiner Kindheit pflegenden
liebenden Bestrebungen noch dieses dem einer Versteuerung der veranschlagten Mittel Erläuterungs Gegenstände derselben hinzufügen wird.
Mit achtungsvoller Ergebenheit
[Unterschrift fehlt]

[Widmung für Dr. Martini v.<11.>5.1850 ] Der stets wahr zu seyn sich bestrebende Mensch kann als
Zeichen wahrer Dankbarkeit nichts entsprechenderes
als sich selbst geben.
Nehmen Sie geehrter Herr Doctor die Gabe so gütig wah[r]
als meine Dankbarkeit für Ihre mir vom ersten Augenblick an bek[undete] liebe Theilnahme eine bl[eib]ende ist [.]