Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Henriette Breymann in Mahlum v. 25.5.1850 (Keilhau)


F. an Henriette Breymann in Mahlum v. 25.5.1850 (Keilhau)
(BN 395, Bl 18, Brieforiginal/Fragment 1 Bl 4° 1 S. - Rückseite enthält F.s Entwurf einer Ansprache anläßlich einer Kindergartengründungs- oder Kindergartenförderungsveranstaltung o.ä. in Bad Liebenstein v. 25.5.1850 oder später.)

Keilhau bei Rudolstadt am 25 Mai 1850.


Liebe Henriette.

Du wirst Dich wundern einen Brief von mir und über dieß
aus Keilhau zu erhalten; der Grund davon ist dieser: Du
weißt daß ich wegen Deiner Unbestimmtheit, Deinem Wechselnden
und Schwankenden im Leben, wegen dem Unpraktischen Deines
Handelns und ganz besonders wegen Deines Lebens mehr im
Denken, Erkennen, dem Begiffe auch wohl Gefühles als in
der Ausführung, Anwendung und That mit Dir sehr unzufrie-
den war. Mit dem aber, mit welchem man in irgend einer
Beziehung nicht in Übereinstimmung oder wohl gar unzufrieden ist,
dem muß man Gelegenheit geben das Andere, was wir für an-
gemessener halten nicht nur auszuführen, sondern sogar lieb zu ge-
winnen. Diese Absicht ist es nun mit welcher dieser Brief zu Dir
kommt: er wünscht Dir Gelegenheit zu geben als Kindergärtnerin
ausübend thätig zu seyn. In Berlin ist nemlich ein gewisser
Dr. Schmidt der eine eigene Schulanstalt, wie ein Haus nebst
einen schönen Garten auf dem Leipziger Platze besitzt welcher
den Plan hat, mit dem 1en Jan oder nun vielmehr 1 Jul d.J. - zugleich
mit seiner Bildungsans[talt] [Text bricht ab]