Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Luise Levin in Marienthal v. 28.5.1850 (Rudolstadt)


F. an Luise Levin in Marienthal v. 28.5.1850 (Rudolstadt)
(BlM XXIV,62, Bl 156, Brieforiginal 1 B 4° 1½ S.)

[Briefkopf: Lithographie Rudolstadts mit Unterschrift "Rudolstadt"]
Rudolstadt den 28en Mai 1850.


Meine theure Luise.

Du wirst Dich wundern, abermals anstatt meiner, einen Brief zu erhalten,
allein die Ursache davon liegt ganz außer meiner Person und Willen,
wenn es vom Willen und Wünschen abhing, so wäre ich längst wieder
bei Euch und Dir; doch Du weißt welche Forderungen schon die neue
Begründung eines an sich einfachen Verhältnisses macht, allein die
neue Begründung meines so vielfach verflochtenen Verhältnisses
und tief vielseitig verwurzelten Lebens macht Forderungen
an mich von welchen ich bei meiner Abreise von Liebenstein keine
Ahnung hatte, welche ich auch bei meiner jetzigen Anwesenheit in
Keilhau wohl schwerlich werde alle ordnen können; denn ich denke
ernstlich daran wenn es einigermaßen möglich ist donnerstags
spätestens freitags von hier abzureise[n]. Ich war heut in Bezie[hu]ng
auf das Ordnen meiner und unserer Verhältnisse in Rudolstadt
bei den Behörden und muß morgen wieder herein; dennoch
höre ich, daß ich das Endergebniß nicht werde abwarten können
d.i. die Angelegenheit der Heimath Berechtigung. Jetzt gehe ich zur
Post u hoffe [auf] einige Zeilen von Dir. Grüße an alle u deute Ihnen
mein Gefühl der Pflicht zu kommen und daß sie mich entschuldigen sollen. /
[156R]
Im Gefühl der reinsten und wahren Lebenstreue
D.Frd.Fr.Fr.