Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Vorstand des 1. u. 2. Bürgerkindergartens / Emilie Stieler in Hamburg v. <?>3.1851 (Marienthal)


F. an Vorstand des 1. u. 2. Bürgerkindergartens / Emilie Stieler in Hamburg v. <?>3.1851 (Marienthal)
(BN 663, Bl 3, undat. Briefentwurf/Fragment 1 Bl 8° 2 S. - Datierung.: Briefliste dat. "1850", nicht zutreffend; der Aufenthalt F.s in Hamburg bis Anfang Mai 1850 scheint schon etwas zurückzuliegen. Anhaltspunkte für Datierung 1.Quartal bzw. März 1851: - F. spielt auf einen undat. Brief der Adressatin an. Es liegt nur ein undatierter Brief Stielers in BN vor, wohl von Januar 1851; - Im Brief wird ein Kindergarten in Schmalkalden vorausgesetzt. Es ist ein Brief v. 1.9.1850 des Vorstandes zur Einrichtung eines Kindergartens in Schmalkalden erhalten; also dürfte Anfang September 1850 noch kein Kindergarten in Schmalkalden existiert haben. Im Brief an Barthelmeß v. 10.2.1851 nennt F. in seiner Liste existierender Kindergärten Schmalkalden noch nicht, wohl aber in Briefen vom 2. u. 7.3.1851.)

An den verehrlichen Vorstande
des ersten Bürgerkindergarten[s]
wie des zweyten Bürgerkinder-
gartens in Hamburg und sämtl[iche]
Mitunterzeichne[r]
Emilie Stieler -
-----------------------------------
Sie haben mich durch Ihre Zu-
schrift von ohne bestimmten Datum
von mir aber im verflossenen
Monat empfangen einen mich
ungemein erfreuenden u erhebenden
Beweis ihrer warmen u förderl[ichen] Teilnahme an
der Sache der Kindergärten gegeben
wofür ich Ihnen aber auch mit
voller Kraft meiner Thätigkeit dankbar
mich <benehmen> werde, daß ich so
spät darauf antworten u eingehen konnte
hatte in einem <zunehmenden> <hinderl[ichen]> und
widrigen Umstande sein[en] Grund welchen
darzulegen unmögl[ich] ist, besonders das
unerwarte[te] Hervorwachsen der Kinder-
gärten Göttingen - Nürnberg - Schmalkalden
Schalkau u - Sonnenberg - Liebenstein
Berlin - Baden-Baden - Nordhausen
und der [sc.: die] deßhalb nöthige <Verständigung> Bearbeitung dieser der Nam-
haft die Revidirung der deshalb einge-
sendeten Verhandlungen nahmen mich ganz
in Merseburg nahmen mich so in /
[3R]
Anspruch daß ich die Pflege meines
eigenen und nächsten Lebens deßhalben
darüber aus der Acht lassen müsste
dazu kamen Geschäftsverlegu[n]g[en], so daß
ich nicht im Stande war all die Forderungen an
mich wie ich ersehnte zu befriedigen[.]
Jetzt hat aber das Ganze sich wieder
geordnet u es soll alles in den
geregelten Geschäftsgang zurück kehren
welches ein so wichtige[r] Gegenstand
erfordert, welcher immer mehr in
Deutschland nicht nur in einzelnen u ver-
einzelten Städten sondern in ganzen Regionen
Bezierken [sc.: Bezirken] d.h. mindestens in kleinen
Staaten wie jetzt in den <mainzer> Statt
finden wird, um das Ganze zu einer
Allseitigkeit, Musterhaftigkeit und
durchgreifenden Wirksamkeit zu erheben
welche der Gegenstand verdient.
Wie Zur Erreichung dieser Angelegenheit
wird es mir <nun> erste Angelegenheit
seyn Ihrem Wünschen entgegen zu kommen
und ein stets wohl assert <vollständiges>
<Lager> in Hamburg bei Herrn Beit zu erhalten
ob ich gleich mein He. Beit stets be-
wiesene[s] Zutrauen unverkürzt in mir lebt
so nehme ich doch auch ebenso unverkürzt
Ihre mir gütigst zugesicherte MitGarantie
der Sache freudig zur soliden Förderung
der Sache stets dankbar an. Möge <mir> [Text bricht ab]