Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an die Redaktion der Dorfzeitung in Hildburghausen v. 25.8.1851 (Marienthal)


F. an die Redaktion der Dorfzeitung in Hildburghausen v. 25.8.1851 (Marienthal)
(BN 49, Bl 1, dat. Briefentwurf mit Beilage: Erklärung 1 Bl fol. 2 S. Briefliste Nr. 1660 datiert den Brief irrig auf den 24./25.8.1851. Der Brief datiert auf den 25.8., die für den Abdruck vorgesehene beiliegende Erklärung auf den 24.8.1851)

Marienthal den 25 August 51
Die verehrliche Redaction der Dorfzeitung
zu Hildburghausen
ersuche ich ergebenst
wenn es irgend möglich ist um der Wichtig[-]
keit des Gegenstandes willen die hier bei-
liegende Erklärung, wie sie schon in frühern
Jahren sich dazu geneigt fand in den
<Context> eigentlichen Zeitungsraum selbst
möglichst in die nächste No ihres Blattes gefälligst aufzunehmen und wie ja auch jetzt mehrere andere
selbst wie politische Zeitungen allgemein gültige pädago[-]
gische Vorfälle selbst pädagogische Thatsache[n] in ihre Spalten aufnehmen.
Sollte jedoch die verehrl Redaction triftige
Gründe zu haben glauben meine Bitte nicht zu
erfüllen so ersuche [ich] dieselbe anderweitig
ergebenst die gedachte Erklärung an die
Expedition des Blattes mit der Bitte
abzugeben solche in der nächsten No der
Dorfz[ei]t[un]g unter die Inseratartikel gegen
Bezahl[un]g der Gebühren aufzu abdrucken zu lassen, wog[eg]en
ich dann die verehrliche Redaction ergebenst
ersuche innerhalb des Raumes ihrer Zeitung
auf diese meine Erklär[un]g in Rückbezieh[ung]
auf gedachte MinisterialVerfü[gun]g hinzuweisen[.]
In sicherer Erwartung geneigter freundlicher Er-
füllung meiner Bitte unterzeichne ich mich
mit besonderer HochAchtung u Ergebenheit [Text bricht ab]

Beilage

[1R]
Erklärung
Der preußische Staatsanzeiger vom 23' d. Mon.
enthält eine Ministerialverfügung vom 7en
dieses Monats nach welcher die Fröbelschen
Kindergärten in Preußen untersagt sind.
Da jedoch die Begründung dieses Verbotes wie
aus der angeführten Ministerialverfügung
selbst klar hervorliegt [sc.: hervorgeht], aus einer Namens-
Personen- Sach- und Bestrebungsverwechse-
lung zwischen Karl Fröbel und FriedrichFrö-
ber [sc.: bel] her[vor]gegangen ist, so beeile <auch> ich nicht mich die
Freunden, Beförderer und namentlich die Füh-
rer n u Führerinnen mitzutheilen u S der von mir gegründeten
Kindergärten vorläufig zur Vermeidung
unbegründeter u voreiliger Folgerungen zu benachrich[-]
tigen, daß ich, - gegründet auf die Einsendu[n]g
meiner sich auf diesen Gegenstand beziehenden
Schriften in das k. Ministerium - dem-
selben jene gänzliche Personen[-] und Bestreb[un]gs[-]
Verwechselung darzulegen mich bemühet
und demgemäß um Zurücknahme des
Verbotes gebeten - sollten aber dazu die
vorgelegten Schriften nicht ausreichend
erscheinen, auf um eine personal Prüfung <meiner>
Bestrebung hier an Ort und Stelle gebeten
habe. Bis nun die Ergebnisse dieser Ge-
suche sich herausgestellt haben werden bitte ich
die Freunde, Beförderer und Führer der Kin-
dergärten ohne Sorge für den Sinn der
in sich so tief religiös, wie wahrhaft christlich
und somit historisch als allgemein <ferner> allseitig <hieran>
gbegründeten Sache der Kindheit zu seyn.
Zugleich ersuche ich die verehrte Redaction
für die Bestätigung der Erklärung hinzusetzen,
daß ich wie schon im Jahr einem frühe[r]n Jahrgang
der Dorfzeit[u]ng durch mit meines Namens unter[-]
schrift die Erklärung abgegeben habe, daß
ich in keinerlei Hinsicht Theil an den Be[-]
strebungen der Hamburger Hochschule wie
an denen Karl Fröbels habe. Marienthal
nächst BadLiebenstein am 24' August 1851
FriedrichFröbel.