Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Henriette Breymann in Schweinfurt v. 7.9.1851 (Marienthal)


F. an Henriette Breymann in Schweinfurt v. 7.9.1851 (Marienthal)
(BN 395, Bl 8, Brieforiginal 1 Bl 8° 1 S.+Adresse.)

[von anderer Hand:] Versammlung nach dem Verbot erwähnt

Marienthal am 7 Septbr 1851.
Damit Du l[iebe] Henriette nach Erfüllung Deines Wunsches
bei Gelegenheit oder vielmehr auf Veranlassung des
vielbesprochenen Erziehertages uns zu besuchen Dich nicht vielfach geteuscht
finden mögest beeile ich mich Dir zu melden, daß die
Versammlung durch die obwaltenden Umstände nur
eine Besprechung in einem sehr engen Männer[-] und Freun-
deskreis werden wird, daß dadurch aber auch meine
wenigen Räumlichkeiten von diesen Freunden so in An-
spruch genommen sind daß mir in meiner eigenen
Wohnung kein Plätzchen mehr zur Aufnahme von Freun-
den oder Freundinnen zur Verfügung steht, und ich
kann die weiteren lieben Freunde und so selbst Dich nur
auf Liebenstein verweisen; doch kann ich leider nicht, wie
das in Rudolstadt der Fall war, den besuchenden Gästen
freie und freundliche Aufnahme und Wohnung bei den
Bewohnern Liebensteins aus vielen nahe liegenden Gründen
versprechen. Kannst und willst Du nun auf das Wohnen
bei uns und darauf, daß ich nicht anderswo freie Wohnung
bieten kann verzichten, nun so mag das Ergebniß der
Versammlung Dir wohl Manches geben; jedoch glaube ich
es wird Dir ein späterer Besuch, wo wir Dich dann in unse-
rer Mitte sehen können Dir mehr bieten.
Nun ich habe Dir das Ganze, wie es mir Pflicht schien
vorgelegt wähle nun nach Deinem Ermessen; die Vorbe-
sprechung wird am 27. die Hauptberedung den 28. und die
praktischen Darlegungen werden den 29. Statt finden, wenn
eben die Vorbesprechung keine Änderung macht.
Daß sich Eure Anordnungen durch so manche hemmenden
Umstände auch noch nicht klar und fest ordnen wollen
thut mir recht leid.
Auch ich muß sehen wie sich das Gesammtleben nach
dem störenden Zwischenfall ordnet oder vielmehr weiter
entwickelt, jedoch scheint nach dem Vorliegenden nach vielen
Punkten hin davon gar keine Notiz genommen zu werden.
Eiligst schließe grüße ich und Luise Dich schönstens
Dein GroßOh[eim] FrFr. /
[8R]
Frl Henriette Breimann
D. g. Besg [Durch gütige Besorgung]